Das Vertrauen in diese Lösung fehlt bisher
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 23. September 2008, 17:00 Uhr
ENL5454
Das Vertrauen in diese Lösung fehlt bisher
Zur Zeit sind noch viele Fragen offen. Schauen wir uns die Reaktion des US-Dollars an, sehen wir die Zweifel an der Lösung manifestiert. Fast 10 Cent weniger ist er heute gegenüber dem Euro wert als in der vergangenen Woche. Das spricht nicht gerade von Vertrauen gegenüber den Maßnahmen.
Angst vor einer Inflation treibt Gold in eine neue Rallye
Sowohl Gold als auch die Goldminen haben ein schönes Kaufsignal generiert (und den Lesern des Rohstoff Investor entsprechende Gewinne beschert). Die ETFs auf Edelmetalle berichten über riesige Mittelzuflüsse in der vergangenen Woche. Das ist nicht nur eine Flucht in den sicheren Hafen, sondern vor allem auch eine Absicherung vor dem zu erwartenden Inflationsanstieg angesichts des unglaublichen Geldbedarfs für die Rettungsaktion.
Jede Panik bietet Ihnen auch Chancen
Die Positionsverkäufe des Hedgefonds Ospraye haben ihren ersten Höhepunkt überschritten. Die Schließung dieses Fonds hat nicht nur zum Untergang der renommierten Investmentbank Lehman Brothers beigetragen (die daran 20% hielt), sondern auch viele hervorragende Rohstoffaktien ungerechtfertigt unter Druck gebracht. Bis Ende September mussten 40% aller Anlagen dieses Fonds verkauft werden, bis zum Jahresende sollen die nächsten 40% der angelegten Mittel an die Aktionäre zurückgegeben werden. Wer hier den Überblick behielt und die betroffenen Aktien in der Panik einsammelte, konnte in kürzester Frist hohe Gewinne einsammeln.
Es werden immer wieder neue Sturmausläufer aufziehen
Aber es sind nicht nur die USA oder Kanada, wo Probleme auftraten. Aus Australien gibt es ebenso Berichte, dass Rohstoffaktien durch Verkäufe der renommierten Macquarie-Bank so unter Druck kamen, dass sie teilweise unter Cashniveau notieren. Und genau das ist auch eine Gefahr, die ich weiterhin für uns sehe: Die großen Verlierer der Auffanglösung für notleidende Kredite sind kurzfristig vor allem Hedgefonds, deren Geschäft stark unter Druck gesetzt wird. Für sie gilt die Rettungsaktion ausdrücklich nicht, zudem bricht ihnen durch die zunehmenden Verbote des Shortens ein wichtiger Geschäftszweig weg. Das trifft auch andere Anlagegesellschaften. Somit können wird uns darauf einstellen, dass es immer wieder neue Sturmausläufer geben wird, die über uns hinwegziehen. Der Rat also bleibt: Nutzen Sie Chancen bei fundamental gesunden Aktien, die ungerechtfertigt unter Druck geraten, aber bleiben Sie dabei vorsichtig.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen weiter eine erfolgreiche Woche, bis Freitag,
Daniela Knauer
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