Das US-Rettungspaket ist nicht perfekt
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 22. September 2008, 19:00 Uhr
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Ich hoffe, Sie hatten ein erholsames Wochenende. Nach der vergangenen Börsenwoche hatten wir uns das auch verdient. Ich hatte gestern Karten für die Vorpremiere des neuen Kinofilms "Der Baader-Meinhof-Komplex", der ab Donnerstag in den Kinos läuft. Ich habe mich während meines Studiums in einigen Seminaren mit der 68er Bewegung und der RAF beschäftigt und kenne die Materie ziemlich gut. Deshalb war ich auch sehr an dem Film interessiert. Aber ich muss sagen: Der Film ist in Ordnung, aber kein bedeutendes Kinoereignis.
Ein ähnliches Gefühl habe ich, wenn ich mir die Rettungsaktion der US-Regierung anschaue. Zuerst mal ist es positiv, dass schnell gehandelt wurde. Typisch amerikanisch eben. Ich weiß nicht, wie oft ich hier geschrieben habe, dass die meisten Deutschen die Amerikaner und ihre pragamtische Art nicht verstehen und deshalb auch den US-Markt nicht verstehen.
Vielleicht sind die Aktionen (wie auch in diesem Fall) der Amerikaner nicht bis zum letzten Ende durchdacht und schießen hier und da über das Ziel hinaus. Aber anders als in Deutschland passiert in den USA immer etwas, wenn es nötig ist. Da wird gehandelt und nicht erst mal 3 Monate diskutiert. Deshalb war es für mich völlig klar, dass die USA nicht untergehen werden, wie es die Ultra-Bären behaupten.
Aber was bedeuten die Hilfsprogramme der US-Regierung nun wirklich? Nun, zuerst mal zeigen Sie eine Entwicklung ganz klar: So wie der 11. September 2001 die politische Landschaft und das Reisen verändert hat, so wird diese Kreditmarkt-Krise die Finanzwelt nachhaltig verändern. Die Zeit des minimal kontrollierten Kapitalismus an den Börsen ist vorbei.
Wir werden in Zukunft stärkere staatliche Kontrollen und eine restriktivere Kreditvergabe-Politik erleben. Damit ist auch klar: Die Zeit der stark Kredit-finanzierten Hedge Fonds ist vorbei.