Das übliche Chaos!

in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom


Am Montag noch tote Hose und heute schon wieder Friede, Freude, Eierkuchen?! Wohl eher das fast schon übliche Chaos, Verunsicherung und Ratlosigkeit! Doch lassen wir dem Markt seine Freude über chinesische Einkaufsmanager und US-amerikanischen ISM-Index.

Nachdem der August sich recht unschön verabschiedet hat, fängt der September ja wieder etwas fröhlicher an.


US-Daten

Hatten am Montag noch die Sorgen bezüglich der Konjunktur überwogen, so boten gestern ein paar positivere US-Daten offenbar schon wieder Grund zu zwischenzeitlicher Freude.

Wie das Conference Board ermittelte ist das US-Verbrauchervertrauen im August von 51 Punkten im Vormonat auf 53,5 Punkte gestiegen. Das klingt zwar ganz nett, vergessen sollte man allerdings nicht, dass der Juli-Wert, trotz der geringen Aufwärtsrevision, nach wie vor den tiefsten Stand seit 5 Monaten bezeichnet. Wo der Arbeitsmarkt große Probleme aufweist, kann der Verbraucher nun mal auch nicht von übermäßiger Konsumfreude gekennzeichnet sein.

Für Juni wurde zudem ein Anstieg der Häuserpreise um 4,2% gegenüber dem Vorjahr ermittelt. Nun ja, auch ganz nett, allerdings wurde der Immobilienmarkt ja auch mit Steueranreizen subventioniert.

So viel zu den positiven US-Daten! Etwas weniger positiv fiel dagegen der Chicago Einkaufsmanager-Index aus, der für August einen Rückgang von 62,3 Punkten im Vormonat auf 56,7 Punkte zeigt.

Ich würde also sagen, die US-Daten sind erstmal bestenfalls als gemischt zu betrachten.

Heute dagegen: positive Daten aus Australien und China

Dagegen sorgen Australien und China heute tatsächlich für ein bisschen bessere Stimmung, was auch dem Euro ein wenig zugute kommt, der nun an der Marke um 1,28 herum knabbert. China weist für August einen Anstieg des Einkaufsmanagerindex von 51,2 auf 51,7 Punkte aus. Das ist schön, denn erwartet worden war ein Rückgang auf unter 50 Punkte. Sie wissen: ein Rückgang auf unter 50 Punkte signalisiert einen Wirtschaftsabschwung. Für mich zwar jetzt nicht ganz so überraschend, aber immerhin eine Sorge weniger für die Marktteilnehmer.

Dann kamen heute auch noch die Australier. Australiens BIP ist im 2.Quartal um 1,2% gewachsen. Erwartet worden war nur ein Wachstum von 0,9%. Das Wachstum im 1.Quartal wurde von 0,5% auf 0,7% nach oben revidiert. Auch schön!

Deutlich überraschender...

...und dementsprechend fast schon euphorisch gefeiert dagegen: die US-Produktion. Der viel beachtete ISM-Einkaufsmanager-Index weist im August einen Anstieg von 55,5 Punkten im Vormonat auf 56,3 Punkte aus. Erwartet worden war ein Rückgang auf 52,8 Punkte - auch hier gilt: unter 50 bedeutet Abschwung. Der Subindex für die Produktion wurde mit 59,9 Punkten, nach 57 Punkten im Vormonat angegeben. Allerdings ist der Index für die Auftragseingänge gesunken.

Na ja, dann also herzlichen Glückwunsch. Schade nur, dass das Verarbeitende Gewerbe nicht für mehr als 11% der US-Wirtschaft steht.

Aber lassen wir den Sarkasmus mal beiseite, ich hab ja wirklich nichts gegen positive Daten. Doch angesichts des nach wie vor maroden US-Arbeitsmarktes (Der ADP-Bericht, der interessanterweise kaum Beachtung fand, zeigt einen Stellenrückgang von 10.000 Jobs im August auf. Der erste Rückgang nach 6 Stellenzuwächsen in Folge...Ja so selektiv kann der Markt bisweilen vorgehen.) möchte ich mich nicht gerade zu Luftsprüngen hinreißen lassen, wie es der unter Stimmungsschwankungen leidende Markt so gerne tut. Denn das Wissen um besagte Stimmungsschwankungen sagt mir auch, dass die nächste kleine negative Nachricht wieder für Druck auf Kurse und Preise sorgen wird.

Na ja seis drum...schauen wir mal, was der "schaurige" September, mit seinem fröhlichen Auftakt wirklich bringt.

von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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