Das tote Tier unter den Bodendielen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 28. Juli 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Meine alten Gedanken kehren immer wieder zu mir zurück...sie sind wie das tote Tier unter den Bodendielen, das solange stinkt, bis man es anständig entsorgt hat. Ich werde diese Gedanken wohl so lange nicht loswerden, bis die Verbraucherausgaben in den USA auf vernünftiges Niveau gesunken sind und die Sparquote steigt. Und all diese Dinge werden ohne eine echte Rezession wohl nicht passieren. Ich werde froh sein, wenn sie noch etwas anhält - dieser Gestank macht mich einfach fertig.
Ich weiß nicht, was ich mit meinen neuen Gedanken anfangen soll. Ich probiere sie so wie man ein Paar neue Schuhe anprobiert. Ob sie sich als praktisch oder als elegant herausstellen werden weiß ich noch nicht.
Dicht auf den Fersen der neuen Gedanken ist die Vorstellung, dass das Denken selbst nicht viel besser ist als der Betrug. Wir glauben, was wir glauben müssen, wenn es an der Zeit ist, die Dinge zu glauben. Wenn sich die Umstände ändern, dann glauben wir etwas völlig anderes - obwohl wir dachten, dass die Gedanken ewig gelten würden.
Ein Mann heiratet eine Frau. Sie ist meine Traumfrau", mag er denken, ich werde immer zu ihr gehören." Jahre später findet er eine neue Traumfrau. Leute, die selbst kein Geld haben, glauben an eine einkommensabhängige Besteuerung. Jeder soviel wie er kann", sagen sie.
Leute mit mehr Geld halten eine Pauschalbesteuerung für sinnvoller. Das ist einfach gerechter", sagen sie. Die Leute, die richtig viel Geld haben, kümmern sich gar nicht mehr um die Steuern, Geld ist für sie zu einer solchen Nebensache geworden, sie sind gleichgültig ihm gegenüber. Abgesehen davon ist Geld wirklich eine Belastung, ein reicher Mann muss sich schrecklich teure Hobbys zulegen, die dem armen Mann erspart bleiben. Diese Handikaps helfen ihm, sein Geld wieder los zu werden, und sie schränken seine Fähigkeiten im Wettbewerb um noch mehr Geld ein.
Warren Buffett hat z.B. die Regierung dazu ermuntert, sein Geld zu nehmen, wenn er einmal stirbt. Er spricht sich für die Erbschaftssteuer aus, weil Geld für ihn ein Spiel ist. Wenn die Leute nicht mit unterschiedlichen Einsätzen einstiegen, dann machte das ganze Spiel nur halb so viel Spaß. Wenn er nicht der beste Spieler der Geschichte wäre, dann würde er das Spiel vielleicht nicht ganz so lustig finden.
Wenn er nicht so viel Geld hätte, dann würde er sich vielleicht auch mehr Gedanken darüber machen, wo es einmal landet. Wäre er nicht der, der er ist und hätte er nicht so viel Glück gehabt, wie er hatte, dann würde er heute vielleicht an ganz andere Dinge glauben. So wie die Dinge aber stehen, genießt er den Sport des Geldmachens...und er wendet sich an die Regierung, dass sie ein Handikap für ihn bereithält...und ihm sein Geld abnimmt, wenn er stirbt.
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Harting (28.07. 2010 09:07 Uhr):
Endlich - es wurde Zeit, dass in einem Artikel die Einkommenssteuer behandelt wird. Auch wenn ich zu den Armen gehöre, finde ich, dass sie abgeschafft gehört. Als ich das 1998 in einem Brief ans deutsche Finanzministerium (Waigel) schrieb und Vorschläge für einen Ersatz machte, hat man mir noch geantwortet, allerdings ohne die Sache wirklich verstanden (gewollt) zu haben. Heute werden Briefe an die Regierung erst gar nicht beantwortet. Aber in den Foren wird eig´frig diskutiert und es bildet sich ein Bodensatz, der schließlich auch Ideen bis in die Ministerien hinein trägt. Deshalb fordere ich hier, wie der alte Cato beharrlich, dass die Einkommensssteuer restlos ersetzt gehöre durch eine auf Umsatz, Risiken, Interessen Landschaftsverbrauch und Standortbenutzung bezogene Umlage (in diesem Modell würden sowohl die "Produzenten" von gewinnbedingten Entlassungen und Standortverlagerungen wie auch Spekulationen ohne wirtschaftliche Grundlage besteuert, sodass sich dann die Frage für die Betreffenden ergibt, ob sich diese Geschäfte noch lohnen).
Antworten
weitere Ausgaben von
Kapitalschutz Akte
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Sicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Sicheres Geld