Das Stillhaltergeschäft – nicht nur was für Profis
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 1. August 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
In der letzten Woche haben wir über die Bedeutung der Volatilität als Signalgeber für die allgemeine Börsensituation gesprochen. Eine steigende Volatilität, so haben wir festgestellt, ist ein Zeichen dafür, dass Optionsprämien steigen. Eine steigende Volatilität von angenommen 25 Prozent bedeutet aber nicht nur, dass sich Verkaufsoptionen verteuern, sondern auch, dass Kaufoptionen (Calls) teurer werden. Denn die implizierte Volatilität bewertet die Markterwartung für beide Marktrichtungen, nämlich dass sich der Kurs des Wertpapieres oder Index innerhalb von 30 Tagen um 25 Prozent - um im Beispiel zu bleiben - nach unten, aber auch nach oben bewegen sollte. Wer seine Aktien als Stillhalter veroptioniert und Calls verkauft, möchte nicht Gefahr laufen, seine Aktien zu billig verkaufen zu müssen und wird die Zeitprämie für die vereinbarte Laufzeit mit steigender Volatilität nach oben anpassen.
Um das Stillhaltergeschäft (Covered Writing) besser verstehen zu können, kommen wir noch einmal auf die Grundlagen zurück. Mit steigender Volatilität ist die Aktie in den letzten Tagen von 46 Euro bis auf 41 Euro gefallen, aber auch zuletzt wieder auf 44 Euro gestiegen (siehe Chart 1).
SAP im Tageschart (Stand am 1. 08.2011: 44,00 EUR)
Quelle: www.xmarkets.de