Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
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wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Aktienmärkte jetzt ganz kurzfristig erholen werden? Diese Frage hatte ich Ihnen liebe Leser, am Mittwoch positiv beantwortet. Seitdem hat der S&P500 Index 2,1 Prozent zulegen können
Wie aber steht es mit der mittelfristigen Chance, dass sich das Erholungsmanöver auch fortsetzen wird? Dazu zeige ich Ihnen einen weiteren Chart aus der Chartgallery von StockCharts.com
Lassen Sie mich erst auf eine Börsensituation eingehen an die Sie sich bestimmt noch gut erinnern können. Gemeint ist der Dezember letzten Jahres. Im oberen Chartbereich sehen Sie einen Gleitenden 5-Tagesdurchschnitt der Aktien im S&P500 die sich oberhalb ihrer 50 Tagelinie befinden. Der Chart endet am 30. Dezember und soll verdeutlichen dass er rechtzeitig die Kaufsignale für den freundlichen Jahresauftakt 2012 geliefert hat. Wie Sie im Chart sehen notierten am 30.12. immerhin 62 Prozent der S&P500-Aktien oberhalb ihres Gleitenden Durchschnitts MA50. Im Chart darunter sehen Sie den S&P500 als 150 Tagelinie um eine 50% Marke herum oszillieren. Hier werden Ihnen langfristige Kauf- und Verkaufssignale mit hoher Trefferquote angezeigt. Und darunter haben Sie den S&P500 als Tageschart, damit Sie genau wissen wie sich der Markt Tag genau entwickelt hat.
Die Handelsidee ist folgende. Immer dann wenn sich aus einer Baisse heraus die Anzahl der Aktien die ihren 50-Tageduchschnittlinie zum Kaufsignal durchbrechen auf über 50 Prozent im Index erhöht liegt ein Kaufsignal vor. In Haussezeiten erreicht die Anzahl der Aktien die oberhalb ihres Gleitenden Durchschnitts notieren Spitzenwerte von über 80 Prozent, wie im Januar 2011 (85%) um dann im März 2011 sehr viel früher als andere Indikatoren ein Zeichen dafür zu geben, das der Markt in die Korrektur abdriftet. Es waren also immer weniger Aktien am Aufschwung beteiligt was den Index empfindlich für Kurseinbrüche werden ließ, das ist die Logik.
Die rote gepunktete vertikale Linie, die im August ein starkes Verkaufssignal setzt, kommt für meinen Geschmack etwas spät, aber das liegt im Beispiel daran, dass die Signallinie die in der Chartmitte die rote Linie nach unten durchbricht mit 150 Tagen recht träge auf Marktveränderungen reagiert. Anstatt 150 Tage kann auch mit beispielsweise 75 Tage gearbeitet werden, dann erhöhen Sie die Signalfrequenz aber auch die Fehlerquote. Ein Kaufsignal (unten 7) entsteht dann wenn die grüne 150 Tagelinie nach oben durchbrochen wird. Was aus meiner Sicht aber noch viel wichtiger ist: die Tatsache dass zu diesem Zeitpunkt 62 Prozent aller Aktien im S&P500 an diesem Aufschwung beteiligt sind gibt dem Investor Auskunft über die Tragfähigkeit des Aufschwungs am Aktienmarkt.
Muster eines Handelssystems
