Das sollten Sie wissen - die Medienschau im "Insider Daily"

in Insider Daily zum Thema Aktien
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von Cindy Bach

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

sowohl Ölpreis als auch Euro setzen mit voller Fahrt ihre Rekordjagd fort und erreichen neue Höchstwerte, die Berichtsaison zum ersten Geschäftsquartal 2008 in den USA läuft zwar für die Konzerne besser als zu Beginn der Woche erwartet, doch der und die aktuellen Konjunkturzahlen aus Deutschland versprechen uns wenig erbauliche Aussichten. Es ist also alles beim Alten. Und trotzdem kommen wir nicht drum herum, uns mit den aktuellen Fakten auseinanderzusetzen.


F.A.Z.: Inflation treibt Euro

Viele Marktexperten sehen eine Rückkehr des Dollar unmittelbar bevor stehen. Aber gegenwärtig ist und bleibt der Euro die Währung der Stunde. Am Mittwoch erreichte er gegen den Dollar mit Kursen von bis zu 1,4968 Dollar neue Rekordwerte.

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Die Ursache dafür lässt sich laut eines Berichts der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ leicht erklären. Die Teuerungsrate im Euroraum für März wurde um 0,1 Prozentpunkte nach oben revidiert auf 3,6 Prozent auf Jahresbasis. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Währungsunion.

Dies wiederum bedeutet, dass wir auch künftig in unseren Landen keine Zinssenkungen erwarten dürfen, da hierfür schlicht und ergreifend kein Spielraum da ist. In Europa wird einfach alles immer teurer. Die Energiepreise seien beispielsweise allein im vergangenen Monat um mehr als 2 Prozent angestiegen, bei den Lebensmitteln lag die Teuerung im März immerhin bei 0,5 Prozent.

Ein weiterer Fakt der durch diese Tatsache hinzu kommt, ist die immer größer klaffende Zinsschere zwischen den USA und Europa. Während die amerikanische Notenbank ein ums andere mal den Leitzins senkt, muss die EZB den Leitzins in Europa auf dem aktuellen Niveau belassen. „So führt die bestehende Zinsdifferenz zwischen Europa und den Vereinigten Staaten zusammen mit den unterschiedlichen Zinserwartungen dazu, dass der Euro gegen den Dollar immer weiter aufwertet, obwohl die Europäische Einheitswährung gemessen an objektiven Bewertungsmodellen wie der Kaufkraftparität inzwischen deutlich überbewertet ist“, fasst die F.A.Z. die aktuellen Entwicklungen abschließend zusammen.

Der Euro wird also wohl noch eine Weile inflationsgetrieben nach oben laufen, doch die Luft wird für Europas Einheitswährung immer dünner. Eine deutliche Gegenbewegung wird vor allem auch aus technischen Gründen in nächster Zeit kommen müssen.

Süddeutsche Zeitung: Deutsche Wirtschaft schwächelt

„Der starke Euro, die hohen Ölpreise und die Krise an den internationalen Finanzmärkten werden die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute spürbar schwächen“, wird das Ergebnis des Frühjahrgutachtens für die deutsche Wirtschaft in der „Süddeutsche Zeitung“ zusammengefasst. In die Knie gehen werde sie allen Befürchtungen zum Trotz aber nicht. Zwar sei als Folge der kräftigen globalen Schocks eine spürbare Verlangsamung der konjunkturellen Expansion zu erwarten, aber ein Abgleiten in eine Rezession halten die Institute in Deutschland jedoch für wenig wahrscheinlich.

Boerse.ARD.de: Ein Lichtblick ist Johnson & Johnson

Eine überraschende Trendwende nach einer echten Serie von schlechten Zahlen in der US-Berichterstattungs-Saison brachte laut eines Berichts von Boerse.ARD.de Johnson & Johnson. Denn nicht nur das „schicke“ Pluszeichen in der Vierteljahresbilanz ist eine Wohltat nach all den Verlustmeldungen, sondern vor allem die Tatsache erfreut, dass ein US-amerikanischer Konsumgüter- und Pharmakonzern nicht zuletzt vom schwachen US-Dollar profitiert hat.

Denn was deutschen Exporteuren derzeit durch die Bank weg die Bilanzen verhagelt, lässt die Zahlen von Johnson & Johnson erstrahlen. Der Umsatz sei im ersten Quartal um 7,7 Prozent auf den Rekordwert von 16,2 Mrd. Dollar voran gekommen, hieß es in dem Bericht. Da der schwache Dollar die Produkte des Unternehmens auf dem Weltmarkt billiger mache, zogen auch die Exporte kräftig an.

Netto verdiente Johnson & Johnson, mit seinen Marken wie „o.b.“ und „Penaten“, 3,6 Mrd. Dollar nach 2,57 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie kletterte von 1,16 auf 1,26 Dollar und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten, die lediglich mit 1,20 Dollar gerechnet hatten. Auch für 2008 gebe sich das Unternehmen etwas optimistischer als bisher. Johnson & Johnson erwarte nun einen Gewinn je Aktie zwischen 4,40 und 4,45 Dollar. Bisher lag die Prognosespanne um einen Dollar-Cent niedriger bei 4,39 bis 4,44 Dollar.

Welt.Online: „Merrill muss weitere Milliarden abschreiben“

Anders, aber nicht unerwartet traf es Merrill Lynch. Einem Artikel auf dem Onlineportal der Zeitung „Welt“ zufolge, muss die US-Investmentbank wegen der Finanzmarktkrise weitere 6 bis 8 Mrd. Dollar abschreiben. Diese Belastungen würden zum dritten Quartalsverlust in Folge führen. Damit würden sich die Abschreibungen seit Oktober auf mehr als 30 Mrd. Dollar summieren. Merrill Lynch plane nun einen Sparplan, der unter anderem einen Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent in einigen Bereichen vorsehe. Die Investmentbank legt heute ihre Bilanz für das erste Quartal vor.

Übrigens: Ganz beiläufig nur in der Presse erwähnt wurden die tiefroten Zahlen bei der viertgrößten Bank der Vereinigten Staaten, Wachovia. Das Bankhaus startete gebeutelt von Milliardenabschreibungen den Reigen der Bilanzsaison bei den US-Finanzunternehmen mit der Bekanntgabe tief roter Zahlen im ersten Quartal. Lediglich das Sätzchen: „Die Bank erhält eine Finanzspritze wurde am Schluss des „Miniberichts“ in der „Südthüringer Zeitung“ angeführt. Das könnte man einerseits als Ignoranz beschimpfen, andererseits aber auch wohlwollend als Tatsache ansehen, dass die Kreditkrise für die Märkte bereits zu den Akten gelegt ist.

Financial Times Deutschland: „Finanzkrise lässt Intel kalt“

Zum Guten Schluss präsentiere ich meinen „News-Winner of the week“: Intel. Der weltgrößte Chiphersteller hat mit einem optimistischen Ausblick weltweite Sorgen der Technologiebranche vor einem Konjunktureinbruch gedämpft. Der Konzern zeigt sich von der Finanzkrise unbeeindruckt und konnte in den USA sogar zulegen. Das Kerngeschäft sei derzeit „sehr stark“, habe Intel-Finanzchef Stacy Smith gegenüber FTD geäußert. Die neue Technologie mit Strukturgrößen von 45 Nanometer werde seinem Haus zudem künftig helfen, dem Erzrivalen AMD Marktanteile abzujagen.

Die Bruttogewinnmarge soll von 53,8 im ersten Quartal auf rund 56 Prozent im zweiten steigen und im Gesamtjahr sogar bei 57 Prozent liegen. In der eben angelaufenen US-Bilanzsaison gilt Intel als wichtiger Gradmesser für die zu erwartenden Gewinne der Technologiebranche. Der weit kleinere Hauptkonkurrent AMD legt heute sine Zahlen vor. AMD ist allerdings im Wettlauf um immer leistungsfähigere Chips ins Hintertreffen geraten und streicht Arbeitsplätze.

Und so ist und bleibt es derzeit spannend in der US-Wirtschaft: Gut und Böse liegen unmittelbar nebeneinander und man weiß nicht, was, wann und wen trifft.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Donnerstag.

Ihre
Cindy Bach

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Cindy Bach
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