Joel Bowman in Kapitalschutz Akte
vom
Als Napoleon am Anfang der französischen Invasion Russlands 1812 die Memel überquerte, standen etwa 422.000 Männer unter seinem Kommando. Als er die gleichen Gewässer ein Jahr später aus östlicher Richtung überschritt, träge von den Niederlagen in Moskau, Borodino und Smolensk, waren seine Reihen auf kaum 10.000 Männer geschrumpft. Ein paar geschwächte Unbelehrbare waren alles, was noch an die Grande Armée erinnerte.
Natürlich sind militärische Strategien langsam zu erlernen, aber schnell vergessen. Napoleon war nicht der einzige Trottel, der die weiten Ebenen des Ostens begehrte. Einhundertdreißig Jahre später begann Adolf Hitler mit der Operation Barbarossa die größte militärische Operation in der Geschichte der Menschheit, sowohl was Truppenstärke angeht, als auch die Verluste.
Seine monströsen Panzerdivisionen rollten nach Osten und stampften über Napoleons Spuren nach Minsk, Orscha und Smolensk. Sie donnerten nördlich, über die Düna nach Leningrad, und südlich, durch die Ukraine und nach Stalingrad. Wieder einmal war es eine bemerkenswerte Show, zu gleichen Teilen aus brutaler Gewalt und resoluter Dummheit. Das Wetter und die Russen begruben auch die Deutschen, genau wie sie die Männer des kleinen Generals begraben hatten. Alles in allem fielen 4,3 Millionen Deutsche während dieses Feldzuges - eine Todesliste, zehnmal so groß wie Napoleons ganze Armee. Während des gesamten Zweiten Weltkrieges, verlor die deutsche Armee 5,5 Millionen Soldaten.
Natürlich wäre es unanständig über die Opfer" von Napoleons Armee zu sprechen. Die meisten Leute sehen sie als das, was sie waren: eine organisierte Bande von Verbrechern, die in fremde Länder eindringen. Und dennoch opferten Hunderttausende Franzosen ihr Leben. Sie waren patriotisch bis zum Ende. Genauso anstandslos wäre es, den Mut und die Hingabe der Nazi-Soldaten zuzujubeln. Sie sind bekannt als Aggressoren, brutale Besatzer und gnadenlose Killer. Und genauso muss es sein. Aber waren sie nicht sehr gut ausgebildet und in ihrer Sache engagiert? Haben sie nicht zu Millionen ihr Leben für ihr Land geopfert"?
In beiden Fällen waren die Männer der besiegten Armeen nichts weniger als Modelle von Soldaten. Sie marschierten. Sie gehorchten Befehlen. Sie töteten auf Kommando. Und als das Blut trocknete und der Staub sich legte, bekamen die Medaillen dafür, dass sie Menschen getötet haben, die sie nie gekannt haben, deren Namen und Geschichten sie nie erfahren haben. Mit anderen Worten, waren sie genau wie die Gegenseite... nur ohne das Glück, den Krieg gewonnen" zu haben.
Der Boden unter einem toten Deutschen mag so kalt und hart sein, wie der unter einem toten Russen oder einem toten Franzosen. Aber die Geschichte erinnert nicht gleichermaßen an alle Soldaten. Ebenso wenig trennt sie Soldaten, deren Job es ist zu töten, von Zivilisten, deren Wunsch es ist, nicht getötet zu werden.
Nach Schätzungen sind während des Zweiten Weltkrieges zwischen einer und drei Millionen Zivilisten getötet worden. Wer hat diese Leute ermordet? Es wird fast als unhöflich empfunden zu fragen, damit nicht die Schuld auf den Schultern von Helden liegt. Im Pazifik hat Japan zwischen einer halben und einer Millionen Zivilisten verloren. Wer hat diese Menschen getötet, diese Männer und Frauen und Kinder?
Haben sie dafür auch Medaillen bekommen?
Sind sie von ihrem Land geehrt worden?
Zu Hause mit Paraden und Konfetti empfangen worden?
- Kommentar von eisenhut
guter artikel, wie ueblich, kein wort zu den leuten, die den krieg geplant haben, finanziert haben, etc. solange diese ungenannt bleiben, wird es so weitergehen.. leider. p.eisenhut
Antworten- Kommentar von Bernath
Ja, genau so ist es ...leider. Viele Menschen lernen nie dazu....so ist es auch an den Finanzmärkten...da gibt es erschreckende Parallelen....
Antworten- Antwort von eisenhut paul:
Im iran haben sie 4 banker zum tod verurteilt. wer dem volk einen grossen schaden zufuegt mit interesse an einem gewinn.. ein hoffnungsvoller anfang?
- Kommentar von Frank
.." Sie sind bekannt als Aggressor, brutale Besatzer und gnadenlose Killer "- das schreibt jemand, der mit geschichtlichen Wahrheiten nichts am Hut hat. A.H. ist mit seinem Einfall in Russland Stalins Überfall nur um wenige Wochen zuvor gekommen, und die Besatzer sind streng nach Reglement vorgegangen. Stalin hatte zu disem Zeitpunkt bereits einige Millionen Sowjetbürger auf dem Gewissen. Es gab in der Wehrmacht nicht umsonst hohe Strafen auf Plünderung / Vergewaltigung, bis hin zu Erschießung DEUTSCHER SOLDATEN, und " gnadenlos " war der Krieg an seinem Ende auf JEDER Seite. Wenn dieser " Joel Bowman " ein Amerikaner ist, dann hat gerade seine Grande Nation keinen Grund, sich über Kriege, Kriegsführung und gnadenlose Killer zu äußern, oder zu mokieren, denn die USA betreiben weltweit Terrorismus unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung, die Geheimdienste realisieren weltweit verdeckte Operationen mit tausenden Toten im Jahr. Hiroshima / Nagasaki, Son My, aktuell Irak, Afghanistan, GI´s posen mit toten Zivilisten, machen vom Heli aus Jagd auf Unbeteiligte, ergötzen sich am fremden Elend, bezahlen und beauftragen Killerbanden wie jetzt in Syrien mit dem gewaltsamen Umsturz einer Regierung. Nein danke, Kommentare von dieser Art Kommentatoren brauche ich nicht.
Antworten- Antwort von alexander riecke:
besser hätte man es nicht kommentieren können.Ich war als soldat im winter 1943 an der ostfront.der krieg kam durch die kälte praktisch zujmm erliegen.wir wurden in bauernhäuser einquartiert,in denen nur noch frauen lebten.es gab nicht eine einzige vergewaltigung.--sommer 1944 in italien.rund umm uns herum weintrauben,feigen etc..Wer die früchte anrührte kam vor ein kriegsgericht ! Anmerkung.ich bin jahrgang 1925
- Antwort von Rainer Seifert:
Zustimmung bis auf einen Punkt: Stalin war zu der Zeit überhaupt nicht für einen Krieg gerüstet.Darum auch die enormen Anfangserfolge der Wehrmacht. Und hätte der andere Verbrecher, Adolf Hitler, nicht seinen Überfall wegen Mussolinis gescheitertem Überfall auf Jugoslawien um die entscheidenden Wochen verschieben müssen, bzw. hätte er statt dem Marsch nach Süden direkt Moskau angreifen lassen, hätte er sogar diesen Ostfeldzug gewonnen. Denn wäre Moskau gefallen, wäre wäre die SU am Ende gewesen. Alle Verbindungen gingen von fast allen Seiten nur Richtung Hauptstadt. (Die Spinne im Netz urteilte damals der Generalstab. Noch ein Wort zu Übergriffen. Die sind wohl in jeder Armee in jedem Krieg vorgekommen, aber die Anzahl ist wohl nicht ganz unbedeutend. Eine Erzählung meines Vorgesetzten, der als junger Fähnrich teilnehmen musste: Er war in einem Dorf einquartiert, es war lausekalt. er hat sich einfach von den Menschen etwas Holz genommen und in den Ofen gesteckt. Die Frau hat ein Riesengeschrei gemacht und sich beim Kompaniechef beschwert. Der hat ihn deshalb zur Sau gemacht, bei schwerster Strafandrohung im Wiederholungsfall. hatte ja sein halbes Offizierskorps eliminiert. Der schlaue Fuchs Stalin hätte gewartet, bis die Gegner sich gegenseitig aufgerieben hätten und wäre dann natürlich einmarschiert. Siehe sein Angriff auf Japan. Hoffentlich ist das nicht zu sehr durcheinander gekommen. das kleine Fenster ist eine Zumutung, jedenfalls an meinem Laptop.
- Kommentar von Manne
Jaja, Vergleiche sind gut wie auch das Zurückschauen gut ist. Was sagt uns aber dieser Artikel für die Gegenwart und Zukunft? Ein Ansporn vom Verfasser würde den Artikel mehr Wert geben.
Antworten- Kommentar von Livia
Napoleon war nicht der Erste, der in Rußland eins auf die Nase bekommen hat - das wer Carl XII von Schweden. Ganz davon abgesehen, funktioniert die Sache immer nach dem selben Muster, was aber - leider - von Historikern stets übersehen wird: Ein Land kann nur eine bestimmte Anzahl von Menschen mit seiner jeweiligen Regierungsform ernähren - der Rest wird "in die Welt" geschickt, sich neuen Lebensraum zu erobern. Ist der kulturelle Unterschied zur Urbevölkerung sehr groß, geschieht das durch Verdrängen und/oder Einschleppen von Epidemieen wie bei Neandertalern und Indianern. Andernfalls kommt es zum Konflikt mit der Urbevölkerung. Ist die frisch und verteidigungsbereit, werden die Invasoren restlos vernichtet wie Kimbern und Teutonen oder eben stark dezimiert zurückgetrieben wie in o.g. Beispielen. Ist die Urbevölkerung hingegen alt und dekadent, klappt die Eroberung oft genug per Zivilokkupation - wie die der Griechen in Kolchis, der Germanen im späten Rom und momentan gerade die der verschiedensten Völker in die Lebensräume der "westlichen Wertegemeinschaft" (Weil die in Wirklichkeit keine mehr hat!) In früheren Zeiten hat die Natur die Übervölkerung schon mal per Seuche geregelt - so waren nach der Pestepedemie keine Kreuzzüge mehr nötig - da wurde sogar schon der überzählige Nachwuchs sehr früh im Kinderkreuzzug weggeschickt - und eine große Blütezeit begann! Doch wer Krankheiten fast ausrottet und sich aller Freßfeinde erwehren kann, muß strengste Geburtenkontrolle betreiben, damit der Planet als Lebensträger überleben kann und Kriege vermieden werden. Dazu darf man keinerlei Mission erlauben; nicht die Disziplin des Soldaten ist zu kritisieren, sondern der Wille, anderen seine Überzeugung bzw. seinen Glauben aufzuzwingen! Bei Vergleichen von Bevölkerungsverlusten macht auch nie die absolute Zahl der Toten einen Sinn, sondern nur der prozentuale Anteil an der Gesamtbevölkerung - und da ist der 30-jährige Krieg mit über 60% einsamer Spitzenreiter. Wer für eine friedlichere Welt ist, sollte also für eine WELTWEITE strengste Geburtenkontrolle nach chinesischem Muster eintreten - das ist obendrein der beste Umweltschutz, den man sich vorstellen kann.
Antworten- Antwort von Rainer Seifert:
Vorsicht Livia, die chinesische Geburtenkontrolle als schönes Beispiel hinzustellen ist, milde gesagt, sehr riskant. Dann wären Sie vielleicht illegal abgetrieben worden. Wissen Sie nicht, dass bei einem Kind zumeist Jungen erwünscht waren, wegen der späteren Unterstützung der Eltern? Wahrlich ein schönes Beispiel eines klugenj Menschen für eine bessere Welt.
- Antwort von ein Österreicher:
DAss ein land nur eine bestimmte Masse an Menschen ernähren kann ist gelinde gesagt ein Witz, wird durch die Realität ganz verschiedener Bevölkerungsdichten widerlegt. Die Erde könnte noch zehn mal mehr Menschen tragen, wenn wir uns bemühen würden sie tragfähig zu machen statt unsere Ressourcen in Aggressionen zu vergeuden. Und jeder weiß dass am Ende der Entfesselung dieser Agressionen die garantierte gegenseitige Auslöschung steht. Also wäre schon längst der Friede zu trainieren und nicht der Krieg!
- Kommentar von Hadubrand
Wenn Herr Joel Bowman, wie bereits angenommen, Amerikaner ist, dann ist dieser Artikel kaum nachvollziehbar - aber auch sonst nicht. (Oder aber: um so mehr!) Man weiss nicht, wo anfangen und wo aufhören... Eine einzige Mischung von Politischer Korrektheit (PC), dem Inhalt der berühmt-berüchtigten (weil 2x der Fälschung überführten) Anti - Wehrmachtsausstellungen, und, und, und... Um es abzukürzen: Weiß Herr Joel Bowman, dass es unter (natürlich nicht deutschen) Historikern längst Allgemeingut ist, dass Wallstreet Hitler massiv an die Macht geholfen hat? Vielleicht sollte Mr. Joel Bowman mal googeln??? Freundlichst, Hadubrand
Antworten- Kommentar von ein Österreicher
Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird belohnt. Natürlich spricht der Artikel über die Gegenwart und nichts als die Gegenwart! Traurig dass bei ein paar alten Damen und Herren und vielleicht auch bei jüngeren gleich wieder der nationalistische Beiß - Reflex losgeht. Was hier gesagt ist ist universell gemeint, betrifft aber vor allem die Gegenwart des Empire. Wie zu Kanzler Metternichs Zeiten muss man sich heute eben verklausuliert äußern!
Antworten- Antwort von Rainer Seifert:
Also, da wäre ich mir nicht so sicher, ob das so gemeint ist. Bill Bonner sitzt ja wegen seiner klaren und trefflichen Zombie-Äußerungen auch noch nicht in Alcatraz. Vergleichbares hätte unter Metternich oder dem gar Gröfaz böse geendet. Und was die Ernährung betrifft: Natürlich könnte die Erde mehr Menschen ernähren als heute. Dazu wäre es nötig, einen Teil der Billionen, die für meist sinnlose Militärausgaben verpulvert werden, in Forschungsprojekte der Landwirtschaft zu stecken. Aber aus Wüstenboden lässt sich heutzutage halt kein fruchtbarer Ackerboden in nennenswerter Größe gewinnen. Und was die Aussage hinsichtlich der zehnmal mehr Menschen betrifft, scheint diese mehr als ambitioniert zu sein. Wir hätten heute gewaltige Probleme wenn Milliarden arme Menschen sich ebenfalls Fleisch, Gemüse und Obst in ausreichender Menge leisten könnten.
- Antwort von Ein Österreicher:
geschenkt. Ich glaub jedenfalls dass es so gemeint war. Was die Tragfähigkeit der Erde betrifft, könnte sich so manches ändern wenn wir mit derselben Intensität mit der wir Kriege vorbereiten die Kombination der verschiedensten technologischen Optionen prüfen würden, zum Beispiel Elektrifizierung (Desertec) und Wüstenbegrünung. Humusaufbau ist schwierig, aber nicht unmöglich. In Sekem/Ägypten hat man vorgeführt wieviel mit Kompost erreicht werden kann. Geohumus International macht Humus aus Kunststoff; unsere kombinierte Kreativität kann viel erreichen....Ja und Fleischkonsum wird wohl langsam reduziert werden müssen