Das Sektorrotationsmodell für 2012
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 10. Januar 2012, 16:00 Uhr
ENL5454
Am folgenden Chart von John Murphy's Intermarket Study lassen sich die Studien von Stovall mit nur 4 Assetklassen vereinfacht demonstrieren und auf die aktuelle Situation herunter brechen.
Dazu vergleichen wir jetzt lediglich vier Märkte. Den Rentenmarkt der 30 Y US-Staatsanleihen (violett), den US-Dollar (grün), dann den S&P500 (rot) und den CRB Index (blau).
Im August 2011 ist die violette Kurve der US-Staatsanleihen von 3 auf 20 Prozent angestiegen. Das ist die Kurve im Chart mit der größten Kurssteigerung der letzten 4 Monate. Gleichzeitig brach der Aktienmarkt um 15 % ein (S&P500, rot). Der CRB-Rohstoffindex (blau) büßte sogar 18 Prozent ein. Zwischenfazit: Das investive Kapital flüchtete und die Rohstoffpreise brachen ein, das ist ein Zeichen tiefer Rezession Ende Juli/Anfang August 2011. Jetzt lässt sich beobachten, dass sich der Rentenmarkt nicht weiter nach oben entwickelt und das die Rohstoffpreise ihren Boden gefunden haben. Jtzt ist die Wahrscheinlichkeit recht groß das der Aufschwung vor der Tür steht. Und tatsächlich, wenn Sie sich einmal ansehen wie sich der US-Aktienmarkt (rot) von minus 15 Prozent am 11. Oktober auf jetzt minus 2,5 Prozent nach oben gearbeitet hat, dann ist klar erkennbar das die starken Hände bereits akkumulieren und sich mit Bluechips aus dem S&P500 vollsaugen. Dieses Bild sollten Sie im Auge behalten wenn es in den nächsten Tagen schlechte Nachrichten aus dem konjunkturellen Umfeld geben wird.
Die 100.000 Euro Frage lautet: Wann sich der Rentenmarkt und Dollar nach unten bewegen?
Die letzte Bastion wo sich ängstliches Kapital in großen Mengen verstecken kann sind die Rentenmärkte. Entweder im US-Dollar oder auch in Deutschen Bundanleihen, aber auch in der Norwegischen Krone, sofern der Markt nur groß genug ist, denn es handelt sich um gewaltige Anlagesummen die hier geparkt werden müssen. Die Verzinsung ist niedrig und nach Inflation negativ, deshalb kann das Kapital auch nicht ewig dort bleiben. Aber wenn die Angst vor Gefahren und Rezession zurück weichen werden Sie das an der Rentenkurve im Chart ablesen können bevor es in der Zeitung steht.
Ich habe gestern geschrieben dass ich den Versuch unternehmen werde eine konjunkturelle Standortbestimmung vorzunehmen, also fasse ich zusammen:
Erstens, die Rohstoffpreise bilden einen Boden aus und der Rentenmarkt bewegt sich auf Topniveau. Wir haben das Konjunkturtief meiner Meinung nach bereits hinter uns und es wird höchste Zeit in zyklische Aktien umzuschichten. In dieser Phase bin ich Sammler nicht Trader. Denn ca. 6 Monate bevor wir in der Zeitung lesen werden, dass die Konjunktur sich erholt hat fangen die Aktienmärkte an zu steigen und das ist jetzt. Die Übergangsphase aber wird begleitet von einer negativen Wirtschaftspresse und Mischung aus guten und schlechten Konjunkturnachrichten. An Tagen mit schlechten Nachrichten kaufe ich antizyklisch und selektiv die Perlen die bislang niemand haben wollte wie zB. Finanzwerte.
Der frühere Deutsche Bank Chef Hermann Josef Abs hat auf die Frage wie man reich wird einmal gesagt: Gute Aktien kaufen wenn sie niemand will, und dann behalten.
Ihr
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Warum wird das Börsenjahr 2012 besser? (2. Teil)
