Das Orakel von Omaha stiftet seine Aktien – ein Verkaufssignal?
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 20. Juli 2006 16:00 Uhr
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Die zwei größten Mäzenen der Welt, Bill Gates und Warren Buffett, fangen an, ihre Investments zu versilbern.
Vor kurzem verkündete der 51jährige Bill Gates, dass er sich vom Chefposten bei Microsoft zurückziehen wird. Dann meldete auch noch der zweitreichste Mann der Welt, der 75jährige Warren Buffett, dass er einen Großteil seiner Berkshire-Hathaway-Aktien, im Wert von 37 Milliarden US-$, in die Gates-Stiftung einbringen wird.
Sollten Sie das gleiche tun und die Aktien dieser Firmen verkaufen?
Der Kurs von Microsoft leidet unter Insider-Verkäufen
Der Kurs von Microsoft ist unter Druck, weil Gates seit einigen Jahren Aktien verkauft um das Geld in seine Stiftung zu stecken. Diese hat inzwischen ein Stiftungsvermögen von 30 Milliarden US-$. Sehen Sie sich die Insider-Verkäufe bei Microsoft auf der Finanzseite von Yahoo an! Dort steht, dass Gates alleine im letzten Jahr einige Millionen Aktien für mehr als vier Milliarden US-$ verkauft hat.
Mit einer Gewinnspanne von über 31 Prozent, einem Umsatzwachstum im Quartal von mehr als 13 Prozent und gleichzeitig einem Gewinnanstieg von 16 Prozent ist Microsoft weiterhin sehr profitable. Die Eigenkapitalrendite liegt bei unglaublichen 30 Prozent. Kluge Investoren würden die Aktie unter normalen Umständen kaufen.
Aber wie kann jemand bei diesen massiven Verkäufen von Bill Gates und anderen Managern des Unternehmens steigende Kurse erwarten? Es ist kein Wunder, dass die Aktie in den letzten zwei Jahren vor sich hindümpelte und schlechter lief, als der breite Markt.
Was steht bei Berkshire Hathaway bevor?
Für Investoren war Buffetts Firma in letzter Zeit besser. Die Gewinnspanne liegt bei 10,9 Prozent, der Umsatzanstieg bei 29 Prozent, das Gewinnwachstum bei 69 Prozent. Berkshire ist eine Gelddruckmaschine. Zur Zeit verfügt Buffetts Investmentfirma über liquide Mittel in Höhe von 42 Milliarden US-$. Trotz der guten Entwicklung lief auch Berkshire in den letzten zwei Jahren schlechter, als der Markt.
Und jetzt, wo Buffett anfängt seine Aktien zu verkaufen um die Stiftung von Gates zu unterstützen, habe ich ernste Zweifel daran, dass Anleger bei der Aktie große Steigerungen sehen werden. Tatsächlich gab es bereits in den letzten zwei Jahren jede Menge Insider-Verkäufe bei Berkshire Hathaway.
Sehen Sie sich einmal den Chart von Microsoft und Berkshire Hathaway an:
Performance Microsoft und Berkshire versus S&P 500
Die Gewinne steigen, die Aktie fällt!
Die Microsoft-Aktie lief trotz des guten operativen Geschäfts schlecht. Die Aktie fiel von 28 auf 23 US-$. Ein Teil der schlechten Performance geht auf das Konto der verschobenen Einführung eines neuen Softwarepaketes. Der andere Teil ist den massiven Insider-Verkäufen anzulasten. Denken Sie an eine der wichtigsten Regeln an der Börse: Der Markt orientiert sich immer an der Zukunft. Die Bewertung richtet sich nach den erwarteten Zahlen der Zukunft, nicht nach der Vergangenheit. Zur Zeit sind die Anleger mit der Performance von Microsoft nicht glücklich.
Wird es mit Berkshire Hathaway genau so laufen?
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