Das Orakel von Omaha hat gesprochen

Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom


von Andreas Lambrou

Alle Achtung das Timing der diesjährigen Hauptversammlung von Warren Buffetts Berkshire Hathaway hätte besser nicht sein können. Zeitgleich mit den Warnungen des „Orakels von Omaha“, wie Buffett genannt wird, setzte eine kräftige Korrektur bei den Metallpreisen ein, die bislang noch anhält.


Eine Blase oder keine Blase?

In Bezug auf die Rohstoffe lese ich in der Presse immer wieder davon, dass es sich dabei um eine “Blasé” handelt. Erst vor 4 Wochen äußerte sich der legendäre Aktieninvestor Warren Buffett anlässlich seiner jährlichen Hauptversammlung über den Rohstoffbullenmarkt mit der Aussage, dass dieser wie jeder Trend am Anfang von den Fundamentaldaten getrieben wird aber, dass an einem bestimmten Punkt die Spekulation Überhand nimmt. Insbesondere bei den Metallen und beim Öl merkte Buffett die extremen Preisanstiege an und, dass die Party irgendwann vorüber sein würde. Zeitlich konnte er jedoch keine Definition für ein mögliches Ende des Aufwärtstrends nennen.

Sicher Buffett ist ein hervorragender Aktieninvestor aber gerade bei den großen Trends lag er auch oft daneben. So sprach er bereits 1995 von einer Technologieaktienblase und er hatte damit zurückblickend betrachtet auch Recht, nur kam die Warnung 5 Jahre zu früh. Auch 2005 machte er einen Fehler, indem er relativ spät auf einen weiter fallenden US-Dollar setzte, der sich danach sehr schnell wieder erholte. Auch bei den Rohstoffen wird Buffett rückblickend betrachtet Recht bekommen und die Preise werden irgendwann wieder fallen. Nur dürften die Preise vorher noch wesentlich höhere Niveaus erreichen, denn das Angebot bei den meisten Rohstoffen steigt nur sehr langsam an.

Ich denke, dass der Bullenmarkt noch 10 bis 15 Jahre vor sich hat. Schließlich dauert es rund 10 Jahre um ein neues Ölfeld zu erschließen und mindestens 6-7 Jahre um eine Mine zu eröffnen. Die meisten Metalle befinden sich aber erst seit 2003 auf einem Niveau, welches zu einer erhöhten Explorationstätigkeit bei den Minenkonzernen geführt hat. Zunächst mussten die Minenkonzerne ihre Schulden abbauen und noch 2001 gingen zahlreiche Firmen in diesem Sektor Pleite. Vor 2010 ist also nicht mit einer signifikanten neuen Angebotsausweitung zu rechnen. Währenddessen steigt aber die Nachfrage stetig mit einer Jahresrate von rund 4 % an.

Sicher gibt es auch warnende Stimmen, wie jene des Morgan Stanley Ökonomen Stephen Roach der darauf hinweist, dass China seine Rohstoffabhängigkeit langsam zurückfahren möchte. Natürlich wird das auch passieren, nur handelt es sich dabei immer um relative Größen, denn der Pro-Kopf Verbrauch Chinas an den meisten Rohstoffen liegt immer noch weit unter dem internationalen Durchschnitt und der Transportsektor, welcher 80 % des Öls verbraucht ist in China immer noch unterdurchschnittlich entwickelt. China verbraucht heute 10 % der weltweiten Produktion von Rohöl, 20 % des Aluminiums, 35 % des Eisenerzes und der Kohle sowie fast 50 % des Zements.

Ich denke, dass Roach hier noch viel zu früh dran ist um ein Ende des chinesischen Wachstums zu prognostizieren.


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