Das öde US-Drama
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 26. Juli 2011, 20:30 Uhr
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Und schon wieder vergeht ein Tag im öden US-Polit-Drama, das so sehr von Arroganz und mangelnder Objektivität gekennzeichnet ist, dass man schon gar nicht mehr zuschauen mag. Aber na ja, nachdem die Eurozonen-Probleme nun in den Hintergrund gerückt sind, bleibt der Welt ja gar nichts anderes übrig, als sich auch endlich mal mit den US-Problemen zu beschäftigen.
Der 02.August...
Selten hat die Welt wohl mit Spannung so sehr einen 02.August erwartet, wie in diesem Jahr. Denn, dann, so sagt zumindest die in Bedrängnis geratene US-Regierung, geht das Licht aus. Na ja, eigentlich sagt die Regierung, dass dann der Zahlungsausfall droht. So ganz korrekt ist das eigentlich nicht, denn zunächst droht vermutlich erst einmal der Zwangsurlaub für Staatsangestellte und die Schließung von Behörden. Erst in einem 2. (nach Einstellung der Sozialleistungen und Rentenzahlungen) oder 3. Schritt dürften die Amis dann wohl ihren Zinszahlungen nicht mehr nachkommen. Außerdem haben die findigen Analysten von Barclays ausgerechnet, dass sich der Countdown wohl doch noch bis zum 10.August hinauszögern lässt.
Macht das alles die Sache besser? In meinen Augen nicht, aber die Leute kaufen trotzdem US-Anleihen.
Sie glauben mir nicht? Hier schauen Sie mal, wie die US-Staatsanleihen unter dem aktuellen US-Schuldendrama "leiden": Gar nicht!
10-year Treasury Note (10-jährige US-Staatsanleihen)
Quelle: stockcharts.com
Warum die Ami-Anleihen nicht wirklich unter Druck geraten
Man könnte sich jetzt fragen, ob die Marktteilnehmer (genauer gesagt, die Bond-Käufer) irgendwie unter Kamikaze-Gelüsten leiden. Keine unberechtigte Frage, die Antwort ist aber: eher nein! Die Marktteilnehmer haben schlichtweg noch immer Vertrauen in die Bonität der USA.
Warum, wo doch alle Welt Angst davor hat, dass die Amis nächste Woche pleite sind?
Nun zum einen gehen vermutlich die meisten noch immer davon aus, dass die Selbstdarsteller im Kongress sich kurz vor knapp noch über ein Sparpaket und die Anhebung der Schuldenobergrenze einigen werden. Zum anderen kauft natürlich auch die FED, denn Einkünfte aus auslaufenden Geschäften, darf sie ja wieder reinbuttern.
Doch der eigentliche Grund lautet: US-Dollar!!!
Denn wie könnte schon der Staat pleite gehen, welcher die Oberherrschaft über und die Druckrechte an der Weltleitwährung hat. Denn schließlich müssten die USA ja nur ein paar mehr US-Dollar erschaffen, wenn sie welche brauchen. Die fließen dann über den einen oder anderen Weg brav zurück in die US-Anleihen. Alles was die Herren über den US-Dollar dann nur noch zu tun brauchen, ist die Schuldenobergenze anzuheben. Und weil die, seitdem sie implementiert wurde, immer angehoben worden ist, gehen auch diesmal alle davon aus, dass sie früher oder später sowieso angehoben wird. Deshalb würde auch ein Zahlungsausfall nur als kurzzeitige Unterbrechung im ewigen Spiel angesehen.
Wissen Sie was? Dieses ewige Spiel widert mich an! Doch es wird erst dann sein Ende finden können, wenn der US-Dollar als Weltleitwährung endlich sein Ende gefunden hat.
Doch abgesehen davon, widern mich auch die US-Politiker maßlos an, denn die verkennen, trotz oder gerade aufgrund ihres Wissens um den absolutistischen Status der USA im Finanzsystem, so viele wesentliche Dinge, dass es fast schon wieder lustig wird. Überlegen wir gemeinsam im 2.Teil...
