Das neue Südafrika scheint zu funktionieren
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte
vom 18. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Weltweit scheinen US-Staatsanleihen und US-Aktien ein sicherer Hafen zu sein. Diese Einschätzung ist so populär, dass es die Kurse von US-Anleihen und US-Aktien in diesem Jahr steigen lassen könnte. Die Leute meiden Europa und die Emerging Markets, wenn es um ihre Geldanlagen geht, und setzen stattdessen auf die Sicherheit von US-Vermögensanlagen. Aber das Versprechen hinter diesen Investments ist falsch.
Weder US-Staatsanleihen noch US-Aktien werden wertvoller. Sie verlieren an Wert. Die Amerikaner werden ärmer.
Seit 1974 gab es real gesehen keine Lohnerhöhungen in den USA. Nur durch mehr Arbeitsstunden pro Haushalt...und neue Schulden...konnten die Amerikaner ihren Lebensstandard erhöhen. Aber jetzt liegt die Arbeitslosenquote bei über 8% und die privaten Haushalte zahlen Schulden zurück (zumindest teilweise), und deshalb werden sie weniger Geld ausgeben können. Früher oder später werden die Investoren das erkennen müssen.
"Der einzige Weg für die europäischen (und die amerikanische) Volkswirtschaften zur wirtschaftlichen Erholung ist das Zugeben, dass sie nicht arm sind und nicht über ihre Verhältnisse leben", schreibt Mahathir Mohamad, ehemaliger Premierminister von Malaysia, in der Financial Times. Deshalb müssen sie sich wieder mit dem realen Wirtschaften beschäftigen, d.h. dem Produzieren von Gütern und Dienstleistungen.
Löhne, Bonuszahlungen und andere Dinge dieser Art müssen gesenkt werden, um wettbewerbsfähig zu sein....es kann keine Rückkehr zu dem status quo ante geben."
Nein, liebe Leser, es gibt keinen Weg zurück. Und jeden Schritt, den man vorwärts macht, riskiert man, auf eine Mine oder eine Falle zu treten. Aber eins ist fast sicher. Wenn wir schließlich am Ziel ankommen, dann werden die Kurse von US-Staatsanleihen und US-Aktien niedriger stehen.
Und noch weitere Gedanken von mir...
Ich bin in Südafrika. Geschäfte. Wie ist die geschäftliche Lage hier? Nicht schlecht. Johannesburg scheint zu boomen. Das "neue Südafrika" scheint zu funktionieren...derzeit.
Aber wenn meine Theorie zu Regierungen korrekt ist, dann ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis die Politiker es ruinieren. Erinnern Sie sich, Regierungen sind keine erleuchtete Organisation, welche dazu designt sind, das öffentliche Wohl zu erhöhen.
Regierungen sind barbarische, unzivilisierte Mächte...Militär und Polizei sind nur ins Leben gerufen worden, um den Insider zu dienen, die sie kontrollieren. Ja, es gibt Beschränkungen für die Art und Weise, wie die Insider ihre Macht nutzen. Es gibt "checks and balances" in der Verfassung, zum Beispiel. Und es gibt kulturelle Normen und traditionelle Verbote.
Aber schließlich nutzen sich die Normen und Traditionen ab, wie Schmerzmitel. Und dann beginnt der Schmerz einer puren Regierung erneut.
Zum ersten Teil von: Initiativen zur Reduzierung der deutschen StaatsschuldenZum zweiten Teil von: Eine simulierte Reise nach Südafrikaähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Stachorra (18.01. 2012 08:48 Uhr):
Im erkennen einer gedanklichen Zweideu- tigkeit. "KLASSE" Ihre Reisebeschrei- bungen vom 18.01.12 SÜdafrika. Ihr /Sta.
Antworten - Kommentar von Lutz Pansegrau (18.01. 2012 09:16 Uhr):
Thema Südafrika: Wie Recht Sie haben, Herr Bonner. "... schließlich nutzen sich die Normen und Traditionen ab, wie Schmerzmittel. Und dann beginnt der Schmerz einer puren Regierung erneut". Lutz Pansegrau
Antworten- Antwort von Martin AufDieFingerGucker in Ffm (08.02. 2012 22:52 Uhr):
Das Zitat von Mahathir Mohamad ist im Original: The only way for the European economies to recover is to admit that they are now poor and live within their means. In der von Ihnen wiedergegebenen Form ist das für mich nicht wieder zu erkennen: "Der einzige Weg ... ist das Zugeben, dass sie nicht arm sind und nicht über ihre Verhältnisse leben". in der FT Deutschland ist eine einleuchtendere Übersetzung: www.ftd.de/finanzen/maerkte/:schuldenkrise-der-westen-sollte-von-asien-lernen/60155163.html?page=2) "Der einzige Weg ...ist, zuzugeben, jetzt arm zu sein und nicht mehr über ihre Verhältnisse zu leben."
- Antwort von Martin AufDieFingerGucker in Ffm (08.02. 2012 22:52 Uhr):