Das Land des unbegrenzten Schuldenmachens
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 14. Juli 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Wie viel Ruin gibt es in Amerika? Das will ich herausfinden. "Es gibt in jedem Land jede Menge Ruin", sagte John Maynard Keynes.
Jeden Tag wird mehr und mehr von Amerika verkauft, mit Hypotheken belastet, verschwendet und aufgegessen. Das Handelsbilanzdefizit hat sich zuletzt weiter vergrößert. Die Konsumenten verschulden sich weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie vor 2008. Das Leistungsbilanzdefizit alleine beträgt 1 Million Dollar pro Minute - und kein Ende in Sicht.
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Land des unbegrenzten Schuldenmachens geworden. Deshalb sinkt diese Nation in den Ruin, und zwar jedes Jahr mit weiteren Prozentpunkten des gesamten Bruttoinlandsproduktes (BIP).
Diese stagnierende Wirtschaft braucht einen stetigen Strom von neuen Stimulierungen, um sie im Fluss zu halten", schreibt Jim Puplava. Verglichen mit vorherigen Wirtschaftserholungen war das diesmalige Wirtschaftswachstum nur halb so hoch, wie es durchschnittlich im letzten halben Jahrhundert war."
"Was die Situation extrem besorgniserregend macht, ist, dass es zig Zinssenkungen, mehrere Steuersenkungen, massive Haushaltsdefizite und ein Rekordwachstum der Geldmenge benötigte, um die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bekommen. Wirtschaftlich gesprochen ist das die größte fiskalische und monetäre Stimulierung, die die Welt je gesehen hat. Was kann die Fed als Ergebnis ihrer Bemühungen vorweisen, außer zahlreichen Spekulationsblasen und der Rückkehr der Spekulation an den Finanzmärkten?"
Jedes andere Land hätte schon längst darunter leiden müssen, dass jeder aus der Währung dieses Landes fliehen möchte. Die Investoren hätten die Anleihen eines solchen Landes schon längst verkauft. In den Zeiten des Goldstandards hätten die USA damit auch nicht davonkommen können. Denn die ausländischen Besitzer von Dollarnoten hätten sich bei der Fed in eine Reihe gestellt, um ihre Dollar gegen Gold einzutauschen. Denn das war das Versprechen der Fed, Dollar gegen Gold einzutauschen - das sogenannte Goldfenster".
Jahrzehntelang haben die USA dieses Versprechen gehalten - sie haben für 41 Dollar eine Feinunze Gold ausgezahlt. Aber jetzt ist das Goldfenster geschlossen. Jetzt kann man Dollar gegen Gold nur noch auf dem freien Markt eintauschen - und da muss man jetzt mehr als 1580 Dollar für jede Feinunze Gold ausgeben.
Wow! Amerika sinkt nicht in den Ruin....es springt per Kopfsprung in den Ruin. Bewusst. Halsbrecherisch.
Es gibt natürlich nichts, was wir daran ändern könnten. Die Natur muss ihren Weg haben. Nacht muss auf Tag folgen. Eine offene Bierdose muss schal werden. Ein Idiot und sein Geld müssen voneinander getrennt werden.
Was für eine wundervolle Welt das ist. Finde den Trend, dessen Annahmen falsch sind, und wette dann dagegen", sagt George Soros. Selten haben so viele Leute geglaubt, dass das nicht gilt. Ihre Annahme ist, dass sie für immer mit dem Schuldenmachen und Konsumieren weitermachen können...ohne jemals die Rechnung bezahlen zu müssen. Sie glauben, dass es für Amerikas Schulden keine Grenzen gibt.
Ich denke, dass sie damit falsch liegen. Ihre Annahme ist falsch. Nicht, dass ich wüsste, was passieren wird. Aber ich weiß, was nicht passieren wird. Es gibt jede Menge Ruin in einer Nation. Aber keinen unbegrenzten Betrag davon.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gerhard Grasmann (14.07. 2011 07:55 Uhr):
.............Das ist eine sehr interessante und treffende Beschreibung der gegenwärtigen Situation. Ich wünschte, es wäre alles nicht wahr, aber leider ist das, was Sie schreiben traurige Realitität. Ich freue mich auf Ihre nächste Meinung zur Lage. Mit freundlichen Grüßen Gerhard
Antworten- Antwort von Peter Harting (14.07. 2011 14:50 Uhr):
Nebenbei: Es ist Ihnen gelungen, auf eine verständige Redaktion Eindruck gemacht zu haben. Das garstig überflüssige "Leserinnen und Leser" in den klugen NN-Beiträgen ist seit Ihrem Kommentar verschwunden. Chapeau! Die Sprachunsitten des "Femininismus" marschiert im Gleichschritt mit dem Geldunsinn, der hier beschrieben wird. Die Autobahn von political und von financial correctness führt geradenwegs in den Abgrund, vor dem schon Kassandra + Laokoon die Trojaner gewarnt haben.
- Antwort von Peter Harting (14.07. 2011 14:50 Uhr):
- Kommentar von Franz Steinbauer (14.07. 2011 08:00 Uhr):
Natürlich wissen die US-Eliten, dass das laufende Schuldenspielchen nicht ewig weitergetrieben werden kann. Der vermutliche Plan für den Systemshutdown könnte dabei folgendermassen aussehen: - Die europäischen PIIGS werden von den durch Wallstreet gesteuerten Ratingagenturen solange hintuntergeratet, bis sie auch von den gesünderen EURO-Zonenländern nicht mehr weitergestützt werden können. - Der darauf folgenden Zerfall des EURO führt zwangsläufig zum USD-Kollaps. - Die USA erklären daraufhin den offenen Staatsbankrott und die US-Politiker geben den Europäern die Schuld an dem Debakel - Blame Game Over!
Antworten- Antwort von Michael Lunow (14.07. 2011 13:48 Uhr):
Oder so: USA und EU kollabieren gemeinsam (von oben gesteuert versteht sich). Die darauf folgenden Turbulenzen nutzt man zum gegenseitigen Schuldenerlaß und Einführung ihrer heißersehnten Weltwährung! Details wird man schon irgendwie regeln, denn eine ausgewachsene Depression, oder gar Weltkrieg wegen Schuldenschnitt will niemand, weil das keinen Sinn macht, ausgelöscht zu werden. china steht dann zwar ohne Bill. $ dar, aber die wird man irgendwie ruhigstellen können, schließlich wollen die weiter handel treiben...Verschwörung ENDE
- Antwort von Michael Lunow (14.07. 2011 13:48 Uhr):
- Kommentar von Tommy Rasmussen (14.07. 2011 10:19 Uhr):
"Finde den Trend, dessen Annahmen falsch sind, und wette dann dagegen"....George Soros. Wann werden die Leute begreifen, dass weder Griechenland noch Irland, Portugal usw. "gerettet" werden sollen - sondern NUR das SYSTEM = Geld aus Luft. Gestern in TV sagte in Verbindung mit den Ratingagenturen ein sehr schlauer Politiker: "Ich habe das Gefühl, es geht gar nicht mehr um die PIIGS - Länder, sondern nur darum die Europäische Politik zu steuern". Er hat recht. Geld regiert die Welt, und jetzt müssen erst Mal alle Währungen in der Welt kaputt gemacht werden, damit eine neue STABILE Weltwährung mit (natürlich nur DIGITALER) Golddeckung eingeführt werden kann, wie hier schon lange vorbereitet.
Antworten- Antwort von Tommy Rasmussen (14.07. 2011 15:06 Uhr):
"jetzt müssen erst Mal alle Währungen in der Welt kaputt gemacht werden, damit eine neue STABILE Weltwährung mit (natürlich nur DIGITALER) Golddeckung eingeführt werden kann, wie hier schon lange vorbereitet":
- Antwort von Tommy Rasmussen (14.07. 2011 15:06 Uhr):