Das Kobolderz
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 22. Mai 2007 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wie in der vorletzten Woche angekündigt wollen wir uns heute dem Kobalt widmen.
Auch hierbei handelt es sich um ein hochinteressantes Metall mit steigender Nachfrage und geringem Angebot, ähnlich wie Molybdän.
Geschichte des Kobalts
Kobalt ist ein äußerst seltenes Element, welches in der Erdkruste nur mit einer Häufigkeit von 0,003 % vorkommt.
Trotzdem kennt man es schon weitaus länger als da Molybdän. Im Mittelalter hatte man das Erz bisweilen mit Silber- und Kupfererzen verwechselt.
Da es sich allerdings nicht auf die gleiche Weise verarbeiten ließ und überdies beim Erhitzen, aufgrund seines Arsengehaltes schlechte Gerüche abgab hielt man es kurzerhand für verhext. Man glaubte, dass Kobolde das Silber aufgefressen und an seiner Stelle das silberfarbene Erze ausgeschieden hätten. Daher der Name: Kobolderz oder wie man es heute nennt: Kobalt.
Vorkommen
Elementar kommt es nur äußerst selten und dann im Erdkern vor. Zumeist ist es mit Nickel, aber auch mit Kupfer, Silber oder Uran im Mineral vergesellschaftet.
Die meisten Kobalterze entstanden durch Verwitterung oder Anreicherung durch andere Prozesse.
Die wichtigsten Erze sind Kobaltglanz, Nickel – Kobalt Kies, Erythrin, Asbolan, Speiskobalt und Heterogenit. Dies sind sulfidische Erze. Dennoch ist wie gesagt der Kobaltgehalt innerhalb der Erze gering , etwa 0,1 – 0,3 %.
Die wichtigsten Lagerstätten befinden sich in der Demokratischen Republik Kongo, Sambia,
Australien, Kanada, Russland, USA, Kuba, Marokko, China und Kamerun.
Eigenschaften
Kobalt ist ein stahlgraues Schwermetall. Es ist ferromagnetisch.
In seinen chemischen Eigenschaften ist es dem Eisen und Nickel sehr ähnlich. An der Luft ist es durch Passivierung beständig. Es wird nur durch oxidierend wirkende Säuren gelöst.
Verwendung
Kobalt wird als Legierungsmetall zur Erhöhung der Verschleiß – und Warmfestigkeit von legierten und hoch legierten Stählen, sowie in Superlegierungen verwendet.
Ebenfalls als Bestandteil von magnetischen Legierungen.
Zudem wird es als Binderphase in Hartmetall – Sinterwerkstoffen und Diamantwerkzeugen verwendet.
Man kennt es in hitzebeständigen Farben und Pigmenten, für die Bemalung von Porzellan und Keramik, als blaue Farbe (Kobaltblau).
Ebenfalls wird es als Acetat in Lacken und Farben als Trocknersubstanz genutzt.
Es wird bei der Herstellung von Triebwerken in der Luftfahrtindustrie genutzt.
Man nutzt es als Katalysator in Entschwefelungs und Hydrierungsprozessen.
Als Lithium - Kobaltoxid wird es in Batterien verwendet.
Gegenwärtig macht es vor allem diese Verwendung sehr interessant, da es in den Batterien der so genannten Hybridautos eingesetzt wird.
Diese umweltgerechtere Automobilalternative lässt die Nachfrage nach dem Metall ebenfalls deutlich steigen.