Das KGV – und wie Sie es richtig einsetzen
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 27. September 2011, 16:00 Uhr
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Das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder kurz KGV ist die wohl bekannteste fundamentale Kennzahl. Das KGV zeigt auf, mit dem Wievielfachen des Jahresgewinns eine Aktie bewertet wird. Die KGV-Berechnung ist ganz einfach: KGV = Aktueller Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie (EPS).
Ich zeige Ihnen das an einem Beispiel: Die Aktie von BMW kostet derzeit etwa 50 Euro.2010 machte BMW einen Gewinn von 4,91 Euro je Aktie. Für das laufende Jahr schätzen die Analysten durchschnittlich einen Gewinn von 7,45 Euro je Aktie und für 2012 einen Gewinn von 7,59 Euro je Aktie.
Frage: Welches Jahr wird als Basis genommen?
Gesichert ist lediglich der Gewinn des Vorjahres. Schon für das laufende Jahr sind Schätzungen notwendig, die natürlich umso genauer sein können, je weiter das Jahr fortgeschritten ist. Da an der Börse aber die Zukunft gehandelt wird, nimmt man als KGV üblicherweise den Gewinn des kommenden Jahres und kennzeichnet dies dann mit einem „e" für erwartet.
Gewinnschätzungen erhalten Sie im Internet, beispielsweise bei www.onvista.de. Bei der entsprechenden Aktie einfach auf „Fundamentale Analysen" und dann auf „Schätzungen" klicken.
In unserem BMW-Beispiel nehmen wir also idealerweise den geschätzten Durchschnittswert für 2012 von 7,59 Euro und die Rechnung lautet: 50 durch 7,59
BMW-KGV 2012e: 6,59
Ganz wichtig: Hinterfragen Sie jede KGV-Schätzung kritisch. Es stellt sich immer die Frage, wie plausibel eine Gewinnprognose ist und wann sie zuletzt angepasst wurde.
Grundsätzlich gilt: Je niedriger das KGV, desto preiswerter erscheint eine Aktie auf dem ersten Blick!
Ein niedriges KGV kann, muss aber nicht zwingend ein Kaufargument sein. Eine Aktie kann trotz eines einstelligen KGVs wenig Kurspotenzial aufweisen. Etwa weil das Unternehmen eine geringe Umsatz- und Gewinndynamik aufweist oder weil es in einer Branche tätig ist, die generell niedriger bewertet wird. Wachstumsaktien haben meist ein höheres KGV wenn das Wachstum im Unternehmen aggressiver eingeschätzt wird.
Je besser ein Unternehmen positioniert ist, ein desto höheres KGV gesteht die Börse einer Aktie zu. Marktführer wie Coca-Cola sind traditionell teurer. Von Wachstumsgiganten wie Apple gar nicht zu sprechen. Werte über 30 sollten Sie aber eher nicht akzeptieren.
Es ist schön, wenn Sie eine Aktie mit einem niedrigen KGV entdecken. In einem nächsten Schritt sollten Sie dann aber mit anderen Aktien derselben Branche vergleichen und weitere Kennzahlen wie das PEG heranziehen. Diese und andere stelle ich Ihnen dann im „Investoren-Wissen" am morgigen Dienstag vor. Und wenn Sie bei aktuellen Kauf- und Verkaufssignalen über ihr Handy mit einer SMS-informiert werden wollen, dann sollten Sie den Target Trader verfolgen und jetzt hier einmal kostenlos testen.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
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