Das Kaufkraftportfolio
Karim Rahemtulla (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 11. März 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
Das Kaufkraftportfolio: Ein "5-in-1"-Investment als ultimative Diversifikation
Liebe Leser,
vor genau einem Jahr wies ich schon immer wieder deutlich auf die Situation des US-Dollars hin.
Der Greenback war in wirklich großen Schwierigkeiten. Dass er zu leiden hat, war sonnenklar...
- Ein enormes US-Staatsdefizit - und es gab keinen zuverlässigen Plan, dieses in Ordnung zu bringen
- Eine wild entschlossene Regierung, jedes Finanzinstitut „freizukaufen“
- Höhere Steuern
- Inflation
Diese Faktoren existieren heute immer noch. Das ist kein angenehmes Thema, ich weiß. Immerhin ist es so, dass die Mehrheit meiner Anlagen - und vielleicht Ihrer ja auch - in US-Dollars "gepreist" ist.
Damals gab es 2 Möglichkeiten:
- Darüber zu weinen
- Etwas dagegen zu unternehmen
Ich wählte die zweite Variante. Im Folgenden zeige ich Ihnen, was ich dagegen gemacht habe - ein Investment, das auch noch heute seinen Anreiz hat.
Das Kaufkraft-Portfolio: 5 Strategien gegen eine Dollarabwertung
Ich traf mich mit meinen Freunden und Kollegen bei EverBank. Wir setzen uns zusammen und stellten ein exklusives "5-in1"-Investment namens Purchasing Power Portfolio (PPP) [=Kaufkraftportfolio, Anm. d. Red.] zusammen.
Das Portfolio ist fünfzackig und darauf ausgelegt, den Kaufkraftverlust des US-Dollars auszugleichen. Die Strategie beinhaltet Vermögensklassen, in welchen die meisten Anleger nicht investiert sind. Selbstverständlich wird diversifiziert: in starke ausländische Währungen und Metalle.
Im Detail beinhaltet es den kanadischen und australischen Dollar, die norwegische Krone und zusätzlich klassische Absicherungen gegen einen schwachen Dollar - Gold und Silber.
Lassen Sie sich nicht davon blenden, dass der Dollar gegenüber anderen schwachen Währungen wie dem Euro oder dem britischen Pfund gestiegen ist. Gegen stärkere Währungen - z.B. den kanadischen und australischen Dollar und die norwegische Krone ist der Dollar kaum gestiegen. Gold und Silber sind auch viel stärker als der Greenback.
Das Ergebnis: Das Kaufkraft-Portfolio ist seit seines Bestehens um über 30% gestiegen.
Die treibenden Kräfte hinter den Bewegungen der 5 Assets
Es ist einfach zu verstehen, warum diese 5 Assets gut performen...
- Kanada, Australien und Norwegen sind rohstoffreiche Länder
- Diese Länder haben ebenfalls eine bessere Fiskalpolitik. Australien hat erst vor kurzem dem Leitzins auf 4 % angehoben.
- Die Nachfrage nach Gold und Silber ist hoch - diese kommt hauptsächlich von den Schwellenländern
Der Markt gibt den Investoren ein klares Zeichen. Und trotzdem ignorieren viele dieses. Verstehen Sie mich nicht falsch... Ich hoffe natürlich, dass der US-Dollar und die Wirtschaft zu alter Stärke zurückfinden werden... aber ich würde nicht darauf wetten.
Im Moment stehen die Aussichten eher schlecht. Es folgen deshalb ein paar Maßnahmen, welche Sie ergreifen können...
Diversifikation im Stile des 21. Jahrhunderts
Zunächst einmal sage ich nicht, dass Sie einen Großteil Ihres Vermögens in etwas wie das Kaufkraftportfolio stecken sollten. Es geht darum, die aktuelle relative Stärke des US-Dollars zu nutzen und eine Teildiversifizierung vorzunehmen.
Es gibt heutzutage viele einfache Wege, dies zu tun:
- Kaufen Sie Währungs-ETFs, welche steigen, wenn der Dollar schwächelt
- Kaufen Sie ausländische Aktien in Wachstumsmärkten. Sie können dies tun, indem Sie z.B. in ADRs auf ausländische Aktien, welche in den USA gehandelt werden, investieren.
- Investieren Sie in Metalle, welche steigen wenn der Dollar fällt - Gold und Silber zum Beispiel.
Dieser Artikel hier soll keine Paranoia oder Anti-Dollar-Stimmung verbreiten. Jedoch kann ein Portfolio des 21. Jahrhunderts, welches keine Investments wie die obigen beinhaltet, nicht wirklich diversifiziert sein - egal, ob Sie letztlich primär in EUR oder USD agieren.
Letztendlich müssen Sie Eigeninitiative ergreifen, um sich und Ihr hart verdientes Geld vor allen potentiellen Gefahren zu schützen. Schließlich haben die letzten zwei Jahre ja eins sicher gezeigt: In dieser Sache können Sie sich letztlich nur auf sich selbst verlassen.
Bis zum nächsten Mal,
Karim Rahemtulla
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