Das Kakao Weihnachtswunder
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. Dezember 2006 20:45 Uhr
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Liebe Leser
Gegenwärtig beobachten wir eine Vorweihnachtswunder. Kakao unsere allseits – besonders um Weihnachten herum – geliebte und beliebte Bohne befindet sich im absoluten Aufwärtstrend.
Die Kakao Futures steigen und steigen. Und dies allein deshalb weil in der Elfenbeinküste, dem grössten Kakaoproduzenten der Welt, die Kakaobauern streiken.
Die Elfenbeinküste produziert pro Jahr durchsschnittlich 1,36 Millionen Tonnen Kakao pro Jahr und damit 40 % der weltweiten Kakaoproduktion. Ghana die weltweite Nummer 2 produziert dagegen nur etwa 497 000 Tonnen jährlich.
Zwar wurde die Ernte bereits eingefahren, doch aufgrund des Streiks verzögert sich der Transport der Kakaobohnen zu den Häfen.
Der Grund des Streiks ist umso verständlicher: Die Kakaobauern streiken weil sie noch immer fast um die Hälfte weniger am Verkauf der Bohnen verdienen als ihre Konkurrenten in Ghana, dem weltweit zweitgrössten Kakaoproduzenten. Der Rest versickert in den Staatskassen und wird laut einem UN Bericht aus dem letzten Jahr dazu verwendet die korrupte Regierung im Amt zu halten und das Militärbudget zu erhöhen. Es gibt wohl kaum einen Bauern, der ärmer ist als ein Kakaobauer an der Elfenbeinküste.
Gegenwärtig notiert Kakao im Märzkontrakt bei 913 £ pro Tonne.
Die starke Tendenz bildet sich vor allem auch in den weiter entfernten Futures ab, denn gegenwärtig sind die Lagerbestände von Kakao noch recht hoch. Die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise sollten sich allerdings in der Zukunft signifikant zeigen. Nicht zuletzt weil zu derzeitigen Bedingungen niemand neue Kakaoplantagen anlegt und es eben Jahre dauert bis diese die volle Erne einbringen. Die Zeiten der Spitzenproduktion an der Elfenbeinküste nähern sich damit dem Ende.
Bedenkt man nun noch, dass sich Kakao trotz allem gegenwärtig in einem Allzeit – Tief befindet und dass in China fast noch niemand Schokolade ist, was sich im Laufe der nächsten Jahre signifikant ändern dürfte, sind dies Zeichen genug um auf Kakao zumindest immer ein wachsames Auge zu haben. Ich würde auf Sicht von 3 bis 5 Jahren uneingeschränkt empfehlen in Kakao zu investieren. Leider kann ich keine genauere Prognose ableiten, denn schlussendlich ist das derzeitige Angebot einfach noch zu gross dafür. Aber wie wir bei anderen Soft-Commodities wie Mais gesehen haben, erfolgt ein Ausbruch sehr schnell, sehr stark und vor allem kommt er überraschend.
So long liebe Leser………vergessen Sie ihre heisse Schokolade nicht vor dem Zubettgehen . ;-) Ihr Andreas Lambrou