Das Januar-Barometer mit einer Trefferquote von 92,3 Prozent-
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 1. Februar 2012, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin , lieber Leser
Amerikaner, so heißt es, lieben Börsenstatistiken. Der Analyst und Autor Yale Hirsch nimmt Handelsstatistiken sehr genau und versorgt regelmäßig die US-Medien mit überraschenden Erkenntnissen. Ich denke mir, wenn sie gut sind, dürften sie auch für deutsche Investoren von Interesse sein. Darum möchte ich heute kurz auf einige seiner Statistiken eingehen.
Wie der Januar, so auch das Jahresende - aber was kommt dazwischen? Tja, das ist die Crux mit Statistiken, denn der Januar hat bullish geschlossen und damit eine Steilvorlage für den Dezember geliefert. Der S&P 500 beendete den ersten Monat des Jahres 2012 mit einem Plus von 4,25 Prozent (1258,86 bis 1312,41), der DAX schloss mit Plus 9,47 Prozent (5.900,18 bis 6.458,91). Aber die Vorhersage, dass dann auch der Dezember im Plus schließen wird, wäre auch erfüllt, wenn wir in den nächsten Monaten 10 Prozent verlieren und erst zum Jahresende wieder aufholen würden. Sei es, wie es sei, mit einer Trefferquote von 60 Prozent, so schreibt der US-Dienst Stock Traders Almanach, wird der heutige 1. Handelstag im Februar mit steigenden Kursen abschließen. In den letzten 8 von 9 Jahren sind Dow Jones und S&P 500 im Plus aus dem Markt gegangen. Der durchschnittliche Gewinn belief sich auf 0,55 Prozent. Der Nasdaq legte sogar im Schnitt 0,84 Prozent zu. Besonders interessant zu beobachten ist, dass die beständigsten Gewinne an den ersten Handelstagen eines Monats zu erwarten sind. Wären Sie beispielsweise in den letzten 173 Monaten (14 Jahre und 5 Monate) stets nur am 1. Handelstag eines Monats investiert gewesen, so hätten Sie im Dow Jones einen Gewinn von 5.010 Punkten eingefahren.
Aber wer will schon mit einer Handelsstrategie an den Markt gehen, bei der er nur an 12 Tagen im Jahr investiert ist? Ich fasse einmal zusammen: Wir hatten eine solide Santa Claus Rallye, die ersten 5 Handelstage im Januar waren ebenfalls gut und der Januar insgesamt war mehr als zufriedenstellend. Damit sind 3 von 3 statistisch relevanten Kriterien erfüllt, um eine ähnliche Ausgangslage wie das gute Börsenjahr 1997 zu bieten. So zeigte der Januar 1997 einen Monatsgewinn von 6,1 Prozent im S&P 500 und einen Jahresgewinn von 31 Prozent. Übrigens gab es solch einen guten Start, bei dem alle drei Kriterien zusammenpassten, seit 1950 nur 27 Mal und in 92,3 Prozent folgte ein gutes Börsenjahr.
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