Das ist Technische Analyse
Tom Firley in Investors Daily
vom 28. Juni 2010, 18:00 Uhr
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Technische Analyse - Für die einen ist es Hexenwerk und für andere ist es die Offenbarung. Ich persönlich traue mich ohne Technische Analyse gar nicht erst aus dem Haus... wohl wissend, dass Technische Analyse im Börsenbereich nichts anderes ist, als die mathematische Verwurschtelung von Kursdaten aus der Vergangenheit. Okay, ernsthaft sollten Sie auf jeden Fall beherzigen:
SIE steuern die Technische Analyse... und nicht umgekehrt.
Ein logischer und für Sie ganz einfach nachvollziehbarer Satz. Jedoch habe ich in den letzten Jahren immer wieder „Technische-Analyse-Fanatiker" kennen gelernt, die nahe eines Nervenzusammenbruchs waren, wenn sich der zugrunde liegende Wert (Index, Rohstoff, Aktie...) nicht so verhalten hat, wie vorher die Technische Analyse anzeigte... Wie Sie es besser machen können:
Zwei Möglichkeiten bei der Anwendung
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wenn Sie mit Anwendung der Technischen Analyse erfolgreich werden wollen:
1.) Sie haben eine Anzahl von Aktien zusammengestellt, die Sie beobachten wollen. Vielleicht haben Sie gelesen, dass diese Aktien „stark" in ihrem Segment sind. Vielleicht haben Sie selbst schon ein paar Aktien in Ihrem Depot, haben die Hauptversammlung besucht und sind überzeugt von diesem Unternehmen. Vielleicht haben Sie aber ganz einfach von Ihrem Nachbarn gehört, dass diese Aktie bald „abgehen wird wie eine Rakete".
Im Laufe der Zeit werden sich auf Ihrer „Watchlist" (börsianisch für eine Liste mit interessanten Aktien, die mal gekauft werden können, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind) ansammeln.
Einschub: Hm, jetzt verrate ich Ihnen besser nicht, wie viele Aktien sich auf meiner Watchlist befinden... es sind sehr viele. Daher mein Tipp: Vermerken Sie in Ihrer Liste mit ein paar kurzen Worten, weshalb diese Aktie eine Daseinsberechtigung in Ihrer Watchlist hat (zum Beispiel weil „der Firley" die Aktie in seinem Newsletter erwähnt hat). Einschub Ende.
Also, sagen wir mal in Ihrer Liste haben sich 50 interessante Werte angesammelt. Hört sich viel an, ist es aber nicht. Denn wie lange dauert es, bis Sie 50 Charts angeschaut haben, wenn Sie vorher eindeutige Kriterien für einen Kauf festgelegt haben?
Mit einem cleveren Chartprogramm, bei dem Sie sicherheitshalber jeden Chart einzeln aufrufen, vielleicht 10 Sekunden pro Chart. Also 500 Sekunden (= 8 Minuten).
Und mit etwas Geschick haben Sie eine Tabelle angelegt (mit excel, einer anderen Software oder eben mit einem guten Chartprogramm), die Ihnen automatisch signalisiert, wo gerade Handlungsbedarf besteht. Dann bräuchten Sie sogar noch wesentlich weniger Zeitaufwand als diese 8 Minuten.
Zugegeben: Sobald ein Kauf- oder Verkaus-Signal ausgelöst, sollten Sie sich natürlich noch einmal Gedanken machen, ob es wirklich Sinn macht, diesem Signal zu folgen. Aber ganz wichtig: Wenn Sie es nicht tun, dann notieren Sie, warum Sie dies nicht getan haben.
Wenn Sie zum Beispiel ein Kaufsignal für einen Chiphersteller erhalten haben - warum auch immer - aber gleichzeitig offensichtlich der gesamte Chipmarkt unter die Räder gerät, dann könnten Sie sich überlegen, mit welcher Intensität - mit wie viel Geld - Sie diesem Signal folgen möchten. Aber selbst das, die Signal-Stärke (mithin die Investitions-Summe), können Sie in Ihrem System einbauen.
2.) Sie filtern den gesamten Aktienmarkt nach Ihren Kriterien der Technischen Analyse und bewerten die Aktie nach fundamentalen Kriterien erst dann, sobald ein Signal generiert wurde. Hier kann ich es kurz machen:
Wenn Sie nicht gerade unbegrenzte Zeit zur Verfügung haben, dann ist diese Vorgehensweise eher schwierig bis unmöglich, denn (auch wenn viele Technische Analysten das nicht hören wollen):
Egal, wie streng Sie Ihre Technische Indikatoren bestimmen, täglich werden Sie Dutzende von Kauf- und Verkauf-Signalen erhalten. Erstens können Sie nicht all diesen Signalen folgen (irgendwann ist auch Ihre monetäre Grenze erreicht) und zweitens würden Sie früher oder später (eher früher) den Überblick verlieren.
Fazit: Eine erfolgreiche Methode bei der Aktienauswahl besteht darin, zuerst eine fundamentale Vorauswahl zu treffen und dann nach den Kriterien der Technischen Analyse (gekoppelt mit Chartanalyse) Einstiegszeitpunkte zu finden.
Morgen hierzu ein Beispiel.
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von josef schreiber (28.06. 2010 20:49 Uhr):
Guten Tag Herr Firley. Ich kann mir nicht vorstellen, in so kurzer Zeit 50 Charts zu bewerten; auf keinen Fall mit Excel, aber vielleicht doch mit einem sog. cleveren Chartprogramm. Welches Programm empfehlen Sie mir? Mit welchen Indikatoren arbeiten Sie? Besten Dank und freundliche Grüsse. Josef Schreiber.
Antworten- Antwort von Tom Firley (28.06. 2010 21:26 Uhr):
Hallo Herr Schreiber, vielen Dank für Ihren Kommentar. Nicht, dass ich mich irreführend ausgedrückt habe: 50 NEUE Charts können Sie natürlich nicht auf die Schnelle bewerten. Wenn Sie aber im Laufe der Zeit 50 interessante Aktien gefunden haben und für diese einen Einstiegspunkt über die Technische Analyse suchen, dann ist es sehr wohl möglich diese Aktien recht schnell zu bewerten. Ich selbst nutze die Software "Market Maker" und lege besonderes Augenmerk auf meine selbst entwickelten Indikatoren (logisch...), den 256-Tage-GD (ferner 50 Tage und 20 Tage), den Money Flow Index (ferner MACD, ADX, Stochastik, RSI). Daneben auch Candlesticks und vor allem...... Charttechnik Viel Erfolg an der Börse und nochmal herzlichen Dank für Ihr Interesse Tom Firley
- Antwort von Tom Firley (28.06. 2010 21:26 Uhr):
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