Das hier wäre ein wirkliches Zeichen für den Standort Deutschland
Profit Radar
vom 28. Oktober 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
„Nein, alles bleibt, wie es ist. Jedenfalls beinahe (alle) Banken schmeissen Wertpapiere in Stückzahlen auf den Markt, da wird Ihnen schlecht. Und zwar alles ohne Ausnahme.
Meiner Meinung nach haben Hedgefonds sich schon lange entledigt. Und da sie gleich am Anfang beherzt Papiere rausgehauen haben, haben sie mehr rausgehauen als nötig, haben die Verluste verbucht, haben noch für Ihre Papiere sehr viel Geld bekommen. Und haben vor allen Dingen die Abwärtsspirale erst in Gang gesetzt.
Die Gruppe, die bekannt wurde durch Verschleierungs-Taktiken, hat verschleiert und wollte aussitzen. Jetzt, wo alle Banken gleichzeitig merken, dass in dieser Größenordnung „Wertberichtigung" gar nicht so einfach ist, und bestimmte Banken Papiere in unsagbarer Stückzahl vermarkten, kaufen die „bösen" Hedgefonds" und „Warren Buffets" bereits wieder ein. ... Ein eifriger Profit - Radar - Leser, dem trotz des Wahnsinns hier der Humor geblieben ist. Franz K."
Ein wirklich guter Kommentar. Da ist viel Wahrheit drin. Die Finanzbranche hat sicherlich die „Hedge Fonds" als Bauernopfer auserkoren, denen nun ein Großteil der Schuld in die Schuhe geschoben wird. Das ist durchaus berechtigt, denn die Hedge Fonds sind für einen großen Teil des Desasters verantwortlich. Aber, wie Herr K. richtig herausgearbeitet hat, keineswegs alleine. Die Banken haben in der Tat munter und dick mitgezockt.
Allerdings kann ich mich der Theorie, dass die Hedge Fonds diesen Crash quasi provoziert haben, und nun unten wieder einsteigen, aus meinen Branchenkenntnissen nicht bestätigten. Viele Hedge Fonds hat es brutal zerlegt. Meiner Meinung nach erleben wir mit diesen Ultra-Volatilitäten gerade sowieso die Todeszuckungen der gesamten Hedge Fonds-Branche.
Was Buffet angeht: Ja, Buffet ist sicherlich das Smarteste von allem „Smart Money", aber was Sie bei seinen Aktionen nicht vergessen dürfen: Buffet ist ein ausgefuchster Value-Investor. Aber er ist auch ein großer amerikanischer Patriot - und das meine ich im positivsten Sinne.
Er weiß ganz genau, welchen positiven Einfluss solche Aktionen von ihm auf die US-Aktienmärkte haben werden. Es ist kein Zufall, dass Buffet in den letzten Monaten so aktiv wie lange nicht mehr in der Öffentlichkeit auftritt. Der Mann tut seinen Teil, um Ruhe in den amerikanischen Aktienmarkt zu bringen und die US-Finanzmärkte zu stützen. Erst verbal und jetzt sogar mit seinem eigenen Geld.
Das sind für mich wahre Leitfiguren. Ich wünschte, wir hätten solche Leader in der deutschen Wirtschaft. Das wäre mal was. Wenn ein Herr Ackerman, ein Herr Zetschke oder aber auch bedeutende Finanzexperten wie z.B. Dr. Erhardt sich öffentlich hinstellen und sagen würden: „Deutsche Aktien sind jetzt billig. Ich glaube an die deutsche Wirtschaft und deshalb kaufe ich in den kommenden Wochen massiv mit meinem Privatvermögen.". Das wäre ein wirkliches Zeichen.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi