Das “heiße Geld” von Ben Bernanke
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 25. Februar 2011, 07:30 Uhr
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Das Barrons Magazin schreibt: Höhere Rohstoffpreise lassen die Gewinnmargen sinken". Einige Analysten rechtfertigten die hohen Aktienkurse damit, dass die Gewinne auf Rekordhoch stehen. Natürlich - wenn sie auf Rekordhoch stehen, dann müssen sie ja praktisch fallen.
Was wird sie fallen lassen? Das heiße Geld" von Ben Bernanke. Er liefert es. Die Rohstoffpreise steigen. Die Rohstoffe sind ein großer Kostenpunkt für die meisten Produzenten - besonders Öl, welches nun deutlich dreistellig notiert. Höhere Kosten und geringe Möglichkeiten für Preiserhöhungen (wir sind in einer Großen Korrektur"!) bedeuten geringere Gewinne.
Das ist der große Schwachpunkt beim Programm von Bernanke. Er druckt Geld (600 Mrd. Dollar in der ersten Jahreshälfte). Aber das Geld kommt gar nicht bei den Konsumenten an. Die Löhne steigen nicht. Die Rohstoffpreise hingegen schon. Das erhöht die Preise für die Konsumenten und die Kosten für die Unternehmen.
Netto-Ergebnis: Weniger Konsumausgaben. Das Gegenteil von dem, was Bernanke möchte, mit anderen Worten. Aber so ist das - die Regierungen erhalten das immer - nicht das, was sie wollen.
Ich möchte Ihnen ein neues Prinzip vorstellen, über das ich nachgedacht habe. Ich nenne es bescheiden das Bonner Prinzip":
Ohne freie Entwicklung von Preisen und Gewinnen weiß man nie, wann man Erfolg hat.
Das ist der Grund, warum die meisten sozialen Aktivitäten - besonders Entwicklungshilfe - eine Zeitverschwendung sind. Und das ist der Grund, warum staatliche Programme, welche die Lebensqualität erhöhen sollen - inklusive Ben Bernankes Geldpolitik - diese letztlich senken. Oder, wenn sie Erfolg haben, dann eher durch Zufall.
Nehmen wir mal an, dass sie in einem Land leben, indem die Hälfte der Bevölkerung Hunger leidet. Sie haben eine Lösung für dieses Problem. Erschießt die Armen!" schlagen Sie vor. Das würde das Problem lösen. Aber wäre das Land damit besser dran?
Oder nehmen wir einmal an, dass sie eine weichherzige Seele sind. Sie untersuchen das Problem und stellen fest, dass es zu viele Menschen gibt. Sie zählen zwei und zwei zusammen und finden diese Lösung:
Von jetzt an ist das Kopulieren illegal", verkünden Sie. Außer zwischen Homosexuellen".
Hmmmm....auch das könnte das Problem lösen. Aber würde das in der Summe das Glück der Menschen erhöhen? Wer weiß?
Solange man Gottes Willen nicht kennt, können Sie nur das besser" als Form des was man will" benutzen. Und was Weltverbesserer immer mögen...ist...sind...sie selbst!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Steinbauer (25.02. 2011 07:50 Uhr):
Es braucht kein Bonner-Prinzip um das Grundproblem zu erklären. Andere Autoren (Marc Faber et al.) haben wiederholt darauf hingewiesen, dass eine realistische Bewertung von Assets unter den gegenwärtigen Bedingungen (0-Zinspolitik, QE-Maßnahmen) praktisch unmöglich ist. Das eigentliche Problem von Herrn Bernanke ist wohl, dass ihm aus seiner akademischen Sicht der Dinge offensichtlich entgangen ist, dass "pushing on a string" mit Sicherheit nie funktionieren wird. Die QE-Maßnahmen sind bereits gescheitert und werden trotzdem weitergeführt. Schließlich muß das überbordende US-Staatsdefizit irgendwie finanziert werden. So werden wir weiterhin mit den "unintended consequneces" dieser Politik leben müssen. Besondere Vorsicht ist allerdings geboten, da sich nun zunehmend Inflation bemerkbar macht. Die Aktienhausse könnte daher sehr schnell kollabieren. Die Rohstoff- und EM-Preise werden aber vermutlich weiter steigen.
Antworten- Antwort von Rudi Fehren (25.02. 2011 12:08 Uhr):
@ Franz Steinbauer da stimme ich Ihnen zu, die Preise werden drastisch ansteigen Das ist doch auch systemrelevant Stichwort Materialwirtschaft diese ist als lineares System ausgelegt nur man kann eine lineares System auf einen begrenzten Planeten nicht endlos betreiben. mfg
- Antwort von Hartmut Fischer (26.02. 2011 13:18 Uhr):
Was heißt hier "finanziert"? Die Gelddruckerei in den bankrotten Systemen Euro und Dollar ist doch nur das, was im "zivilen" Leben Bilanzfälschung und Konkursverschleppung genannt und strafbewehrt ist. Aber politischer Betrug ist notorisch und wird von der Bevölkerung auch mangels Durchblicks hingenommen! Hartmut Fischer
- Antwort von Franz Steinbauer (28.02. 2011 07:42 Uhr):
Ja, Rudi Fehren, das ist die eigentlich interessante große Frage: Wie geht es nach dem großen "Systemshutdown" weiter?
- Antwort von Rudi Fehren (25.02. 2011 12:08 Uhr):
- Kommentar von Hartmut Fischer (25.02. 2011 09:16 Uhr):
Verhütung ist die humanste Lösung, aber das wird von manchen religösen Institutionen abgelehnt, z. B. von der "heiligen" katholischen Kirche. Die Alternative ist übermäßige Vermehrung mit der Folge eines verschärften Kampfes um die Ressourcen und Hunger, Krieg und Seuchen (u.a. durch Umweltzerstörung). Die "heilige" Kirche verbietet Verhütung und hat dafür seit Konstantin auf allen Seiten "Militärseelsorge" betrieben und die Waffen gesegnet. So viel zur Befolgung des Gebots: "Du sollst nicht töten" Und auf sexuellem Gebiet hatten sie und ihre Gläubigen auch immer eine Dopelmoral, zuletzt überdeutlich geworden durch die weltweiten (sexuellen) Missbrauchsaffären ihres Personals und den Skandal des jahrhundertelangen Täterschutzes und der Unterdrückung der Opfer durch die Kirchenhierarchie im Gegensatz zu der von der Kirche beanspruchten "Hirtenrolle". Aber Hirten wollen ihre Schafe nicht nur weiden, sondern auch scheren und fressen! Aber es ist ja so schön, "im Glauben zu leben!" So viel zur Struktur unserer Psyche und zur Rolle von Kirche und Religion. Ähnliches erleben wir ja gerade mit der "Werteorientierung der Konservativen" und dem Lügenbaron. Hartmut Fischer
Antworten - Kommentar von Rudi Fehren (25.02. 2011 11:57 Uhr):
Hallo Herr Bonner, das unterschreibe ich im vollen Umfang Ihre Kommentare werden immer besser und treffen wie sagt man im Volksmund den Nagel auf den Kopf. Als die Naturkatastrophe in Haiti war engagierte ich mich mit Geld also ich spendete im Nachhinein musste ich leider feststellen das dieses Geld nicht ankam es hatte nur jemand anders :( Daraus habe ich gelernt, nun kann ich aus verschiedenen Gründen mich nicht einfach in den Flieger setzen und dort hinfliegen um dort vor Ort zu helfen, leider! Schon Ihren Letzen Kommentar mit der Erwähnung des Ökonomen Hyman Minsky fand ich hervorragend weil Minsky in meinem Bekanntenkreis kaum bekannt ist! Das ändert aber nichts daran das Minsky in seiner Analyse voll umfänglich Rech hatte, auch wenn diese im Gegensatz zu dem steht was wir immer eingeimpft bekommen. Bei Minsky fällt mir spontan der Satz ein " Und Sie dreht sich Doch" mfg Rudi Fehren
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