Das hat so gut wie niemand auf dem Schirm: Ein DAX bei 7.000 Punkten
Profit Radar zum Thema Dax 30
vom 6. Februar 2009, 19:00 Uhr
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Die „Black Spot"-Theorie wurde ursprünglich von dem bekannten amerikanischen Vermögensverwalter Ken Fischer und dem Deutschen Thomas Grüner entwickelt. Der von mir sehr geschätzte Kollege Jochen Steffens und ich haben die Theorie dann weiter entwickelt. Die „Black Spot-Theorie" basiert auf der langjährigen Erfahrung, dass die Masse der Börsianer und der Analysten mit ihren Marktmeinungen und Prognosen im Großteil der Fälle falsch liegen.
Sie kennen die Börsenweisheit: „Wenn alle das Gleiche erwarten, dann macht die Börse genau das Gegenteil." Darauf basiert die Black Spot-Theorie. Wenn die Masse der Börsianer bestimmte Entwicklungen favorisieren, dann werden sie sich dementsprechend positionieren.
Und das bedeutet, dass das wahre Überraschungspotential der Börsen genau in dem Szenario liegt, dass eben niemand erwartet, weil es zu dem Zeitpunkt so unglaubwürdig klingt. Die Theorie funktioniert nicht immer, aber es ist schon verblüffend, wie häufig sie zutrifft. Die Börse machte eben oft genau das, was niemand erwartet.
Wo sind also die „Black Spots", die „schwarzen Punkte", die der Markt, die Analysten und die Experten derzeit überhaupt nicht auf dem Schirm haben? Das ist dieses Mal gar nicht so einfach. Selten war sich auch das Smart Money der „ZfU-Tagung" so uneinig über die kurz- bis mittelfristige Marktentwicklung. Aber einige „schwarze Punkte" können wir doch herauslesen.
Für die Börsen liegt der „Black Spot" in einer massiven Rallye. Die hat niemand auf dem Schirm. Ein Zwischenrallye wird für dieses Jahr von einigen Rednern erwartet. Aber eine massive Rallye, die den DAX auf 7.000 Punkte hebelt - das hat niemand auf der Rechnung.
Ist das möglich? Durchaus, wenn sie an die ganze Liquidität denken, die in den Markt gepumpt wurde. Ist es wahrscheinlich? In meinen Augen nicht, aber hätten Sie 2003/2004 darauf gewettet, dass der DAX in 3 Jahren auf 8.000 Punkte ansteigt? Der Charme der „Black Spot"-Theorie ist, dass sie erst mal geradezu unglaublich klingt.
Denn genau deshalb ist ja niemand darauf vorbereitet und so positioniert. Wenn alle fallenden Kursen erwarten, dann sind auch alle dementsprechend im Markt positioniert. Wenn Sie aber dann ein völlig anderes Szenario eintritt, dann müssen alle Marktteilnehmer ihre Positionen umschichten und den Kursen hinterher laufen- und das führt dann zu den dynamischen Kursbewegungen.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi