Das große Bild beim DAX
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 2. Februar 2012, 08:30 Uhr
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Heute zeige ich Ihnen einmal den DAX im größeren Zeitrahmen. Und ich biete Ihnen eine Analyse, wie Sie diese in ähnlicher Tiefe sonst nur in meinem Börsendienst DAX Profits nachlesen können (hier im freien Bereich muss ich mich auf das Notwendigste beschränken). Auf Verlaufsprognosen muss ich dennoch heute verzichten.
Sie sehen im Chart ein gewaltiges Doppeltopp, dass sich zwischen Oktober 2010 und August 2011 gebildet hatte (das Fukushimatief im März 2011 war Teil dieser großen Umkehrformation). Im Sommer 2011 wurde es ausgelöst und arbeitete sein Mindestkursziel bei 5300 Punkten mehr als ab. Danach setzte eine volatile Bodenbildung ein, die im Oktober 2011 an der ehemaligen Triggerlinie der Formation scheiterte, was zunächst für erneute Verluste sorgte.
Danach setzte eine zweite Erholungsbewegung ein, die bis heute anhält und leicht über diese Triggerlinie führte. Geht diese noch deutlich weiter als bis zum gestern erreichten Niveau, dann kann die ehemalige Toppformation aus dem Jahr 2011 als negiert angesehen werden. Das nächste DAX-Ziel wäre dann bei 7000 Punkten, danach bei 7600 und 8200 Punkten zu finden (jeweils mit längeren Zwischenkorrekturen).
Nasdaq 100 und S&P 500 stehen momentan vor wichtigen Widerständen, die bei Ausbruch weiteres Aufwärtspotenzial von etwa 10 Prozent freisetzen können und dem DAX somit Rückenwind liefern würden. Gelingt dieser Ausbruch aber nicht (oder wird es nur ein Fehlausbruch), dann dürfte eine scharfe Korrektur die Folge sein - an den Börsen weltweit, auch beim DAX.
Jetzt die Knackpunkte. Die gesamte Erholung seit den Sommertiefs 2011 verläuft keilförmig unterhalb einer wichtigen gebrochenen Aufwärtstrendlinie. Gelingt auch im zweiten Anlauf keine Rückeroberung dieser Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmarkt beim DAX, dann dürften schnelle und starke Kursverluste folgen. Die laufende Erholung wäre dann lediglich eine nochmalige Bestätigung des Durchbruchs vom Sommer 2011 gewesen. Der Charttechniker nennt das finale Antesten einer gebrochenen Unterstützung von unten vor der nächsten Verkaufswelle „kiss of death" (warum wohl).
Eine Ursache der verheerenden Börsenperformance im vergangenen Jahr war die bereits zu Jahresbeginn euphorische Anlegerstimmung („Inflation kommt, Flucht in Sachwerte, Aufschwung endet nie"). Sie führte dazu, dass die meisten Indizes im ersten Halbjahr lediglich riesige Topps ausbildeten, um danach zu crashen. Die meisten Stimmungsindikatoren sind in diesem Jahr gleich zu Beginn noch euphorischer als im letzten, was eindeutig gegen einen dauerhaften Bullenmarkt spricht („neuer Aufschwung kommt, Zentralbanken haben alles im Griff, Aktien sind billig, Flucht in Sachwerte"). Kein Bullenmarkt beginnt mit Euphorie. Die meisten enden damit.
Die Indikatoren auf Tagesbasis sind sehr deutlich überkauft und neigen bereits zur Bildung von Verkaufssignalen und negativen Divergenzen. Das allein ist noch kein Grund, von einem nahen Kursverfall auszugehen. Aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Toppbildung mit einer anschließenden, sehr schmerzhaften Korrektur (siehe Fukushima-Crash 2011), gerade, wenn man die Stimmungsindikatoren mit in die Analyse einbezieht. Voraussetzung dafür: Bruch einer kurzfristigen Aufwärtstrendlinie und eine obere Umkehrformation. Beides ist bisher (noch) nicht in Sicht.
DAX im Tageschart
Nächste Widerstände: ca. 6350-6600, 6800, 7000, 7600, 8200 Punkte
Nächste Unterstützungen: 6350, 6200, 5700, 5350, 5000, 4400, 3800 Punkte
Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Karnitz (02.02. 2012 13:05 Uhr):
Hallo Herr Voigt, das mit dem gewaltigen Doppeltop Ende Febr.2011 bei 7400 und im Mai bei 7500 mit dem Fukushima Tief im März bei 6500 kann nicht so ohne weiteres als Auslöser des Crash Anfg. Aug. hingenommen werden,zumal dieses Doppeltop auch zu dieser Zeit niemand erkannt hat.Es bildete sich hingegen ab Febr.2011 eine Unterstützung bei 7000 heraus,die auf ein 3fach Top im Mai 2008 basiert.Die 7000 wurden im Laufe 2011 mehrfach getestet und es bildete sich mit den Hochs Anfg. Mai und Ende Juni bei ca.7500 eine 4 Eck Formation heraus.Auslöser für den Crash Anfg. Aug. war der Bruch einer Clusterbildung an Widerständen aus GD200 und der massiven 7000er Unterstützung.Erschwerend kam hinzu,dass zu dieser Zeit immer das Sommertief beginnt.Als der Dax dann ohne Stop das Fukushima Tief 6500 durchrauschte,das zugleich auch Abwärtsziel der 4 Eck Formation war,konnte man die 5500 erahnen.7500-6500 also weitere 1000 abwärts.Die weiteren 500 bis 5000 waren dann eine Abschwächung des massiven Kurseinbruchs.Sie hatten doch den Dax schon bei 4500 gesehen,oder? Mit freundlichen Grüssen Werner Karnitz
Antworten - Kommentar von Werner Karnitz (03.02. 2012 14:28 Uhr):
Hallo Herr Voigt, da auf Ihren Daily Dax vom 2.2.12 nichts kommentiert wird,oder nimmt man Sie nicht für ernst?will ich auf den weiteren Absatz mit "kiss of death" eingehen: Die jetzige Erholung verläuft in einem aufwärts gerichteten Keil nicht unterhalb einer gebrochenen Aufwärtstrendlinie,sondern oberhalb der wichtigen GD200.Die ist schon 2x angetestet ,d.h. hier ist schon ein Boden eingezogen worden.Für einen sogenannten "kiss of death",d.h.dass die ganze Erholung seit Sept. 2011 nur eine bärische Flagge ist mit Fortsetzung des Abwärtstrends fehlt mir jeglisches Verständnis.
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