Das grösste Kupferprojekt der Welt
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Kupfer als Geldanlage
vom 31. Oktober 2006 20:45 Uhr
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Nicht das Sie denken ich würde übertreiben aber mittlerweile höre ich von Bekannten aus der Baubranche, wie schwer es zurzeit ist notwendige Rohstoffe zu bekommen. Lange Lieferzeiten von bis zu mehreren Monaten für Kupferrohre sind da mittlerweile eher die Regel als eine Ausnahme. Von neuem Angebot ganz zu schweigen. Dieses ist sehr begrenzt und konzentriert sich vor allem in politisch instabilen Regionen.
Ich gehöre nicht zu den Untergangspredigern, die ein Ende der Kupfervorkommen prognostizieren, denn prinzipiell gibt es genug Kupfer in der Erde. Aber es dauert und dauert und dauert nun einmal bis das Kupfer auf den Markt kommt. Die Analysten, die extrem stark fallende Kupferpreise vorhersehen, tun dies auf Basis von mathematischen Modellen. Es fehlt aber in der Industrie an Menschen, die Projekte in Gang bringen, die vor Ort reisen und sich die Hände schmutzig machen. Kurzum es fehlt an Leuten die zupacken können und wollen. Bevor diese nicht da sind sehe ich auch kein Ende des Bullenmarktes beim Kupfer.
Wo findet man heute noch Kupfer
Erst vor wenigen Wochen gab einer der führenden Minengiganten bekannt, dass man ein Kupferprojekt in der Mongolei erschliessen möchte. Das Projekt besitzt riesige Ausmasse. Potenziell lagern dort Kupfer- und Goldvorkommen im Wert von 300 Milliarden US-Dollar. „Der australische Minenförderer Rio Tinto gab bekannt, dass man bis zu 40 % der Aktien des in Asien tätigen Explorers Ivanhoe Mines übernehmen wird. Ivanhoe besitzt die Rechte an dem Oyu Tolgoi Projekt in der Wüste Gobi. Die dortigen Kupfer- und Goldvorkommen sind die grössten unerschlossenen Vorkommen der Welt. Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss der Übernahmeverhandlungen und den Beginn der Förderung von zunächst 500.000 Tonnen Kupfer und über 300.000 Unzen Gold pro Jahr ab 2009, ist eine Lösung der aktuell noch unklaren Rechtslage in Bezug auf die Besteuerung in der Mongolei. Für Ivanhoe stellt diese Entwicklung den grössten Schritt seiner Unternehmensgeschichte dar.
Quelle: Ivanhoe Mines
Ich denke dieses Projekt verdient Anerkennung, aber bislang ist in dieser Wüste keine Infrastruktur vorhanden und der Aufbau einer entsprechenden Förderung kostet zunächst mindestens 1,5 Mrd. US-Dollar nur um erstmal mit der Förderung zu beginnen und dies erst in 2 Jahren. Bis die volle Förderung erreicht wird dauert es aber noch voraussichtlich bis 2012, aber nur wenn nichts weiter schief geht.
Grösstes Vorkommen der Welt deckt nur 2-3 % der Nachfrage
Und um es zu relativieren, der jährliche Bedarf an Kupfer weltweit liegt bei über 18 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Förderung von Oyu Tolgoi wird zunächst (ab 2009) rund 3 % der Weltförderung abdecken. Reicht also gerade einmal aus um die tiefsten Wachstumserwartungen zu decken. Um den Kupfermarkt auszugleichen müsste also jedes Jahr eine Riesenmine in Betrieb gehen. Da die Nachfrage nach Kupfer pro Jahr zwischen 3 und 5 % wächst (je nachdem ob Sie eine starke oder schwache Weltwirtschaft erwarten) müssen wir die Schätzungen erhöhen. In 2009 dürfte die weltweite Kupfernachfrage rund 20 Mio. Tonnen betragen und 2012 sind es dann sogar rund 23 Mio. Tonnen.
Weltweites Nachfragewachstum weiterhin stark
Zudem habe ich erst heute wieder gelesen, dass die japanischen Unternehmen nach 15 Jahren Unterinvestitionen wieder 8,5 % mehr investieren, als im letzten Jahr. Die europäische Nachfrage erholt sich ebenfalls leicht und die chinesische Baunachfrage ist nach wie vor ungebrochen. Der Aufbau der chinesischen und vor allem der indischen Infrastruktur für Strom hat gerade erst richtig begonnen usw. Es ist derzeit also sehr schwer Argumente für signifikant fallende Kupferpreise zu finden.
Spekulanten könnten den Markt wieder betreten
Hinzu kommt, dass die grossen Spekulanten gemäss der jüngsten Veröffentlichungen des COT-Reports nur 18 % der Long Positionen im Kupfer halten. Obwohl der Kupferpreis gestiegen ist, hat davon mit Ausnahme der grossen Bergbaugesellschaften kaum jemand profitiert.
Fazit
Auch ich denke, dass wir aufgrund des Anstieges im Kupfer in diesem Jahr mit einer längeren Pause rechnen können. Vielleicht verschwinden dann auch die Zeitungsartikel in denen von einer Blase die Rede ist. Aber Fakt ist, dass die Terminpreise für Kupfer weiterhin attraktiv für Kupferinvestments sind. Aktuell kostet Kupfer 7.360 US-Dollar, in 27 Monaten kostet Kupfer 6.105 US-Dollar. Immerhin entspricht dies einer Jahresrendite von rund 7 %, wenn sich der Preis nicht verändert (Stichwort Backwardation).
Dennoch bevorzuge ich auf den aktuellen Kupferpreisniveaus ganz klar die Aktien der Bergbaugesellschaften. Hohe Dividendenrenditen von über 5 % und niedrige Bewertungsverhältnisse mit KGVs von deutlich unter 10 sind zwar nicht die alles entscheidenden Argumente, aber sie sprechen hier weiterhin für diese Aktien.
Ihr
Andreas Lambrou
P.S.: Bevor ich es vergesse, morgen erscheint aufgrund des Feiertages kein Rohstoff-Daily. So gerne ich auch weiter schreiben würde, aber auch ich benötige ab und zu einmal eine Denkpause. Gedenken Sie der Heiligen, denn morgen ist der Tag der Allerheiligen!
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