Das Geschäft mit Private Equity brummt - Teil 2
Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 28. Dezember 2006 17:00 Uhr
ENL5454
von Georg Pröbstl
Bei vielen Private Equity Firmen können Sie nämlich erst mit größeren Beträgen ab 10.000 Euro und mehr einsteigen. Dann ist da die Handelbarkeit. Der Verkauf der Anteile während der Laufzeit ist schwer. In vielen Fällen gibt es Kündigungsmöglichkeiten erst nach 10 Jahren. Und wie so oft in der Finanzbranche gibt es auch bei Private Equity jede Menge schwarzer Schafe. Das sind aber weniger Firmen, die zu riskant investieren und das Geld der Anleger versenken. Ich meine eher diejenigen Anbieter, die ihre Kunden über hohe Kosten schröpfen. Nach Schätzungen von Finanztest werden bei einigen Anbietern beispielsweise nur 75 Prozent der Gelder investiert. Der Rest entfällt auf Verwaltungsgebühren. Achten Sie also auf die Anfangsgebühren.
Bevor Sie in Private Equity investieren, sollten Sie sich als Alternative einmal börsennotierte Beteiligungsgesellschaften ansehen. Viele von ihnen investieren nämlich in die gleichen Segmente, wie die nicht börsennotierte Konkurrenz.
Über die Deutsche Beteiligungs AG DBAG (WKN 550810) beispielsweise können Sie kräftig mitmischen. So brachte die DBAG erst im Juli 2006 die Bauer AG (WKN 516810) erfolgreich an die Börse. Vor allem deswegen schaffte DBAG im abgelaufenen Geschäftsjahr einen vorläufigen Gewinn in Höhe von 82,7 Millionen Euro – KGV 4!
Wie es an der Börse eigentlich sein sollte, werden auch die Aktionäre der DBAG kräftig am Gewinn des Unternehmens beteiligt. So stellte der Vorstand der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft rechtzeitig vor Weihnachten seinen Aktionären als Geschenk eine hübsche Dividende in Aussicht: Die Basisdividende wird von 0,33 auf 0,50 Euro je Aktie erhöht. Als Sahnehäubchen obendrauf kommt eine Sonderausschüttung von 2,50 Euro je Aktie – insgesamt also 3,0 Euro Dividende je Aktie – macht 15,1 Prozent Dividendenrendite. Ich finde, die Dividendenpolitik der DBAG ist einfach vorbildlich! Denn bei vielen anderen Firmen knickert das Management trotz guter Gewinne bei der Dividenden herum, als wenn es ans eigene Geld gehen würde.
Auf jeden Fall kletterte die DBAG-Aktie nach Bekanntgabe der Dividendenzahlung fast aus dem Stand um 10 Prozent nach oben. Anleger wollen eben Dividenden sehen!
Die Leser meines Börsenbriefs „Der Dividendenbrief“ liegen mit der Aktie der DBAG seit Empfehlung im April schon mit 23 Prozent im Gewinn und lassen damit den SDAX als Vergleichsindex (plus 9,5 Prozent) weit hinter sich. Sie sollten sich wirklich einmal näher mit dividendenstarken Aktien beschäftigen. Das ist nämlich keine schweißtreibende Zockerei wie Day Trading und ähnliche Geheim-Strategien, sondern zahlt sich mittelfristig gewaltig aus!
Zwar zahlt sich auch ein Investment in nicht börsennotierte Private Equity Gesellschaften meist aus. Doch brauchen Sie hier oft wegen der Kündigungsfristen einen langen Atem. Und wenn Sie schon einmal auf ein schwarzes Schaf der Branche gestossen sind, würde mich das sehr interessieren.
Ihr
Georg Pröbstl