Das Ende von Las Vegas – Teil 3 von 5
Kevin Capp in Traders Daily
vom 11. Oktober 2007 12:00 Uhr
ENL5454
Der Kommentator zum Ölgipfel, Heinberg, verweist auf die jüngsten Zahlen, die von der Internationalen Energiekommission veröffentlicht wurden und zeigen, dass die weltweite Produktion flüssiger Brennstoffe zwischen August 2006 und August 2007 um 854.000 Barrel am Tag zurückgegangen ist. Zudem pumpen wir täglich 1,53 Millionen Barrel weniger als zum Zeitpunkt der absoluten Spitze von 86,13 Millionen Barrel, die im Juli 2006 gefördert wurden.
Übersetzung: Die Sonne ist über unseren Möglichkeiten, der weltweiten Nachfrage nachzukommen, vielleicht bereits untergegangen.
Das ist nicht gut.
So knapp zu kalkulieren bedeutet, dass ein beliebiger systemischer Schock – ein Hurrikan, der eine Ölplattform im Golf zerstört, ein Terroranschlag gegen die Öl-Pipelines in Nigeria, eine unerwartete kalte Phase im Nordosten der Vereinigten Staaten – dazu führen könnte, dass die Preise in den Himmel schießen und so die Kosten überall, von der Zapfsäule bis zum Supermarkt, in die Höhe treiben . Und was noch schlimmer ist, je weniger Öl wir haben, desto weniger ist braucht es, um den Preis nach oben zu treiben.
Das ist ein unvermeidlicher Teil des Gipfels, sagt Byron King, einstiger Geologe bei Gulf Oil und heute ein Analyst für Energie und natürliche Rohstoffe. „Wir haben rund ums Öl eine gewaltige industrielle Zivilisation aufgebaut“, sagt er, „die Frage heißt jetzt: Können wir sie schnell genug umstrukturieren?“ „Mehr elektrische Energie, egal ob aus erneuerbaren Energien oder aus Kohle, bietet keine Maßnahme gegen die Krise des weltweiten Ölgipfels. Es wartet keine grüne Energiewirtschaft gleich hinter der nächsten Ecke.“ – Jan Lundberg
Das sind harte Worte, ganz besonders dann, wenn man unser kollektives Vertrauen in die sogenannten alternativen Energien bedenkt und den Zauber dieses Marktes. Das lässt sich jedoch nicht in eine Null-Option für elektrischen Strom übersetzen, ganz besonders in Nevada, wo es ein Übermaß an Quellen gibt, die reif sind für die Ausnutzung, viele davon sind im Springs Preserve ausgestellt.
Fährt man auf den 180 Morgen sauber-verbrennenden Infotainments herum, dann bekommt man ganz strahlende Augen vor lauter Optimismus über unsere Fähigkeit uns angesichts eines erbarmungslosen Rückgangs von Öl anzupassen.
Über den Parkplätzen gibt es ganze Reihen von Solarpanelen, die den ganzen Tag über Energien einsammeln. Angebracht an den Gebäuden sind ganze acht „Kühltürme“, die im Grunde genommen als Sumpfkühler funktionieren, die heiße Luft durch eine feuchte Membran ansaugen und sie dann in kühlen Stößen wieder ablassen, sogar im Sommer.
Derweil sorgen hohe Fenster, die mit Markisen abgedunkelt sind dafür, dass “man nicht die direkte Hitze abbekommt, die entsteht, wenn die Sonne scheint”, sagt der Sprecher Jesse Davis. Und dieser Katalog der grünen Wohltaten umfasst noch nicht einmal die Dämmung, die aus erneuerbaren Materialien besteht, die sogar umweltfreundlich klingen, wie z.B. „Straw-Bale“ und „Rammed Earth“.
Auch wenn Davis sagt, dass man „nicht sämtliche Energie natürlich gewinnen kann“, werden dennoch ungefähr 70% davon vor Ort generiert. Er fügt hinzu: „Wir leben in einem der feindlichsten Umfelder die es gibt. Und deswegen haben wir einen höheren Energieverbrauch. Es geht hier bei allem darum, sicher zu stellen, dass Las Vegas eine tragfähige Zukunft bekommt.“