Das Ende eines Reit-Abenteuers
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 5. August 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Und hier noch das Ende meiner Reit-Episode" mit Ipso...
Christopher Reeves kam mir in den Sinn, der ein wesentlich besserer Reiter war...und die Tochter von Rhett Butler, auch sie eine viel bessere Reiterin. Ich fragte mich, wer jetzt abends die Fensterläden zumachen würde...wer den Newsletter schreiben würde...und wer mir zu einer angemessenen Grabrede verhelfen würde. Ich fragte mich, welcher Idiot ein Handicap akzeptieren würde, dass sich als tödlich herausstellt. Und ich fragte mich, wie ich von dem Pferd runterkommen würde.
Es ist eine Schande in der Welt des Reitens, vom Pferd zu fallen. Aber es ist auch nicht besonders würdevoll, sich den Hals zu brechen. Ich entschloss mich also, ein Manöver auszuprobieren, dass ich aus Filmen kannte - ein Absprung aus dem Galopp. Ich schwang mein rechtes Bein über den Sattel und fiel auf der linken Seite runter, während das Pferd schwankte. Am Boden war weicher Sand. Ich erwartete niedergetrampelt zu werden. Ich prüfte meine Knochen. Alles schien soweit in Ordnung.
Ipso hatte sofort nachdem ich gefallen war angehalten. Er stand dort mit einem neugierigen Ausdruck im Gesicht - irgendwo zwischen Zufriedenheit und Reue. Man soll eigentlich sofort wieder aufs Pferd steigen, wenn so etwas passiert. Aber ich war schon froh, dass ich überhaupt aufstehen konnte.
Ich humpelte zurück zu den Ställen. Vor ein paar Tagen konnte ich kaum sitzen, jetzt kann ich kaum laufen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von detlev schmerler (05.08. 2010 10:01 Uhr):
danke, mal wieder ein echter Bonner, ich finde seine episoden immer sehr sympatisch, vielleicht weil ich gedanklich ticke wie er. leider kamen solche artikel in den letzten monaten (seit umzug in die USA?) nicht mehr.
Antworten - Kommentar von Eckert Paraguay (05.08. 2010 14:12 Uhr):
Vielen Dank, Herr Bonner, für die schöne Reitgeschichte. Es ist immer wieder erfreulich, dass Sie die wichtigen Kapitalmarktereignisse mit kleinen Gschichten anreichern. Bitte weiter so. Mir fiel beim Lesen sofort eine Begebenheit aus früheren Jahren ein. Ich war damals Leiter der Truppenverwaltung eines Flugabwehrregimentes und unser Offizierkorps war vom Reiterverein Kaltenweide eingeladen worden. Die Gastgeber bemühten sich in eindrucksvoller Weise um uns und wollten uns auch unbedingt etwas Gutes tun. So durften wir alle nacheinander auf Pferde aufsitzen und wurden damit einmal im Kreis durch die Halle geführt. Es war für mich alles andere als ein erhabenes Gefühl. Die Tiere waren mir deutlich zu hoch. Sofort wurde mir klar, dass dieser todesmutige Ritt, sofern ich ihn überhaupt überleben sollte, für mich zugleich auch schon der letzte Ritt in mrinrm Leben sein würde. Ständig mußte ich mit dem Hinunterrutschen vom Sattel kämpfen, den Tod beständig vor Augen. Letztlich bin ich aber nach dieser schier endlos scheinenden Runde doch noch am Ausgangspunkt unbeschadet angekommen und habe mich beim anschließenden Umtrunk in der schönen Bodenklause des Vereins in sehr angenehmer Gesellschaft deutlich wohler gefühlt. Ich konnte sogar auch noch gut sitzen. Dieser "Ausritt" war dann auch in der Tat der letzte und einzige Versuch, auf einem Pferd mein Glück zu versuchen. Ich habe also nicht so lange gebraucht, wie Herr Bonner, um mich davon zu überzeugen, dass diese Sportart nur wirklich nichts für mich ist.
Antworten - Kommentar von Gerriet K (05.08. 2010 14:52 Uhr):
Glück gehabt! Jedenfalls ist das ein Beweis dafür, das wenigstens noch einige Menschen lernfähig sind. Ich wünsche gute Besserung. Gerriet K.
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