Das Elliott-Wellen-Prinzip - Häufig auftretende Wellenmuster
Robert Schröder in Wave Daily
vom 26. Mai 2009, 13:00 Uhr
ENL5454
Guten Tag liebe Leser,
im Februar hatte ich damit begonnen Ihnen das Elliott-Wellen-Prinzip näher zu bringen.
Damit möchte ich heute fortfahren.
Bisher gab es dazu zwei Artikel:
Bitte lesen Sie sich diese ggf. noch einmal kurz durch. Ich werde thematisch direkt an den letzten Artikel anknüpfen.
Nach Abschluss dieser Korrekturwelle folgt ein weiterer Aufwärtsimpuls. Im folgenden Schema ist das Welle (3).
Diese Hauptantriebswelle, begleitet durch stark anziehendes Handelsvolumen, ist wiederum Teil eines größeren Impulses auf höherer Ebene, dem Wellenzyklus [1].
Spätestens hier erhält man einen Eindruck davon, was eingangs mit der zyklischen und fraktalen Ausbreitung von Wellenmustern gemeint ist.
Doch bevor ein fünfteiliger Impuls abgeschlossen wird, bedarf es einer zweiten Korrekturwelle, ähnlich der Welle (2), die Welle (4).
Diese Teilwelle tritt oft Gestalt eines sich zusammenziehenden Dreiecks auf.
Dazu ein praktisches Beispiel anhand des Öl-Charts von Anfang Juni 2008:
Aus der Welle (4) heraus werden die Kurse gewissermaßen nochmals nach oben gedrückt - in Richtung der den Zyklus abschließenden Welle (5). Die interne Struktur dieses Dreiecks ist auch relativ leicht zu identifizieren. Die fünf Teilwellen A bis E weisen jeweils eine dreiteilige Struktur auf. Ähnlich der des beschriebenen ZigZags. Aus den jeweiligen Hoch- und Tiefpunkten lässt sich dann ein Dreieck konstruieren. Der Nutzen dieser Welle liegt darin, zu erkennen, dass die Bewegung in Trendrichtung noch nicht beendet ist. So können hier Positionen im jeweiligen Markt gegebenenfalls weiter aufgestockt werden oder es lohnt sich sogar noch der Neueinstieg.
Die sich anschließende fünfte Welle wird einen weiteren Aufwärtsimpuls darstellen und den Zyklus [1] komplettieren.
Die Tücke liegt jedoch wie so oft im Detail!
Es gibt auch einige Tücken bei dieser Art von Abschluss-Wellen. Zwei recht häufig vorkommende Szenarien sollen hier vorgestellt werden.
Das beendende Dreieck"
Dieses hat nichts mit dem sich zusammenziehenden Dreieck im Rahmen der Welle (4) zu tun, auch wenn der Name es vermuten lässt. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Art des Impulses.
Das wohl auffälligste Merkmal ist hierbei die 1/4-Wellenüberschneidung, die bei einem klassischen Impuls nicht erlaubt ist und eine Regelverletzung darstellt. Außerdem sind die internen Wellen, die wir als fünfgliedrig kennengelernt haben, bei diesem Ausnahme-Impuls dreiteilig. Taucht dieses Muster am Ende einer Zykluswelle auf, so bedeutet das, dass der Trend schwach ist und dem Markt ein heftiger Wechsel in die Gegenrichtung bevorsteht.
Dazu ein praktisches Beispiel anhand des Charts der Deutschen Bank von Anfang Mai 2008:
"Der Versager"
Bei einem "Versager" reicht das Hoch von Welle (5) nicht, wie sonst üblich, über das Hoch der dritten Welle hinaus. Sie versagt" also kurz davor. Das deutet ebenfalls, wie bei der zuvor genannten Fünfer-Ausnahme, auf einen abebbenden Trend gepaart mit baldiger Beschleunigung entgegen der bisher vorherrschenden Bewegung hin.
Dazu ein praktisches Beispiel anhand des Charts der Dow Jones von Mitte Juni 2008:
Hier ist sogar eine sehr seltene Kombination aus einem beendendem Dreieck und Versager zu erkennen!
Bei nächsten Artikel werde ich auf ein paar allgemein Dinge in Bezug auf die Elliott-Wellen eingehen.





