Das Elliott-Wellen-Prinzip - Grundmuster
Robert Schröder in Wave Daily
vom 16. Februar 2009, 13:00 Uhr
ENL5454
Guten Tag liebe Leser,
vor einer Woche hatte ich damit begonnen Sie in das Elliott-Wellen-Prinzip einzuführen.
Diesen Artikel möchte ich heute fortführen.
Weiterentwicklung der Elliott-Wellen
Nach dem Tod von Elliott führte insbesondere Robert Prechter Elliott's Arbeiten weiter und leistete dazu selbst eigene Verbesserungen. Er veröffentlichte seine zusätzlich erworbenen Erkenntnisse in dem 1978 publizierten Buch Elliott Wave Principle" - auf deutsch unter dem Titel Das Elliott-Wellen-Prinzip.
Schlüssel für Gewinne am Markt." erschienen. Prechter erlangte in den anschließenden 80er Jahren den Status eines Gurus. Unter anderem deswegen, weil er den Crash von 1987 ziemlich genau prognostizierte.
Dieser Status schmolz jedoch wieder beträchtlich, nachdem er in den 90er Jahren während der haussierenden Aktienmärkte immer wieder von einem erneut bevorstehenden Crash sprach.
2002 veröffentlichte er passenderweise ein weiteres Buch, dessen deutscher Titel lautet: Besiege den Crash".
Neben Prechter hat vor allem Glenn Neely dazu beigetragen, das Prinzip der Elliott Wellen weiter populär zu machen und weiter zu verbessern. Auch er hat seinen eigenen Regelkatalog in Bezug auf die Elliott Wellen entworfen und veröffentlicht.
Bislang hat sich die neue Interpretation jedoch noch nicht durchgesetzt.
Ich selber habe als Co-Autor ein Kapitel über die Elliott-Wellen in dem Buch "Die Investmentstrategien der Profis" geschrieben,
Außerdem konnte ich im April 2008 das Titelthema " für den Börsenmagazin Smart Investor (Heft 5 2008) liefern.
Grundmuster
Das typische Grundmuster in der von R.N. Elliott aufgestellten Theorie ist der sogenannte in Trendrichtung laufende fünfteilige Impuls. In Baisse-Phasen läuft dieser natürlich entsprechend in die entgegengesetzte Richtung. Diese Wellenstruktur ist auch von Elliott-Anfängern leicht auszumachen. Welle 3, auch als Hauptantriebswelle eines jeden Wellenzyklus bezeichnet, sollte sich in einem klassischen Impuls immer als längste Welle profilieren. Die erste und die fünfte Welle sind in der Regel gleich lang. Welle 2 und 4 sind jeweils Korrekturen in diesem Trend. Es darf zu keiner Überschneidung der ersten und vierten Wellen kommen.
Dazu zwei Anwendungen, unabhängig von Preis- und Zeitskala, am Beispiel von EUR/USD bzw. Intel:
Aktuelle Beispiele zu den Impulsen finden Sie in der nachfolgenden Analyse zu EUR/AUD.
Korrektur folgt auf Impuls
Welchen Nutzen bringt nun die Kenntnis der Wellenbewegung? Wenn diese Struktur, gleich auf welcher Zeitebene, vollständig erkannt wird, ist es möglich, sich gegen diesen Trend zu positionieren. Denn nach einem Impuls, egal ob in einem Bullen- oder Bärenmarkt, folgt immer eine entsprechende Gegenbewegung. Ein Sprichwort besagt: Was hoch steigt, muss auch wieder fallen." (das gilt natürlich auch umgekehrt). Es folgt also eine Konsolidierung entgegen dem Trend. Diese sieht typischerweise wie das folgende Schema aus.
Die Gegenbewegung, die Welle (2), hier als Zigzag" zur Welle (1) dargestellt, korrigiert den vorangegangenen Impuls immer in drei Teilen. Die Teilwellen werden mit A, B und C benannt. Die Wellen A und C sind von ihrer internen Struktur auch kleine fünfteilige Impulse und besitzen üblicherweise eine ähnliche preisliche Ausdehnung. Welle B ist hingegen eine dreiteilige Gegenbewegung entgegen dem in Welle (2) vorherrschenden Trend.
In einer der nächsten Wave Daily Ausgaben werde ich Ihnen weitere Korrekturen mit entsprechenden Beispielen vorstellen.

