Das Downgrade könnte mittelfristig das Beste sein, was den Märkten pas
Profit Radar
vom 9. August 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Es bedürfte natürlich immer größer politischer Hilfe, aber da es sich um Kapitalmarkt-Krisen handelte, waren die Hauptakteure immer Finanzexperten. Jetzt sind die Hauptakteure Politiker - und noch eine Gruppe ziemlich unfähiger Politiker dazu. Die geballte „Kompetenz" der Politiker in Europa und den USA bei der Bekämpfung der Krisen haben wir ja in den letzten Wochen erlebt.
Sagen wir mal so: Jeder Fußballtrainer wäre nach den Leistungen schon längst gefeuert worden. Im Zentrum steht dabei natürlich die Tea-Party in den USA. Insofern kann man die Abstufung durch S&P auch als gezielten Schuss vor den Bug der Politiker in Washington sehen. Dazu passt, dass S&P die US-Regierung im Vorfeld über das Downgrade informiert hat.
Ich halte es für ausgeschlossen, dass S&P dieses Downgrade tatsächlich gegen massiven politischen Druck durchgezogen hat. Ich glaube, dass das Downgrade ein geplanter Warnschuss war - und damit kann diese Entwicklung mittelfristig sogar sehr positiv werden.
Seien wir ehrlich: Wir alle wissen, dass die USA so nicht weiter machen kann. Es müssen sich dort grundlegende Dinge ändern. Aber wie die Diskussion über die Anhebung der Schuldenobergrenze gezeigt hat, sind diese fraglos radikalen Veränderungen im versumpften Washington nicht umzusetzen. Die Politiker interessieren sich nur für ihre politischen Karrieren und ihre Bankkonten.
Da bedarf es eines radikalen Ereignisses, um den Politikern endlich klar zu machen, dass es hier um größere Aufgaben geht, als ihre Wiederwahl. Wir sprechen hier von so großen, übergeordneten Entwicklungen in einem langfristigen Zeitfenster, dass deshalb die kurzfristigen Verwerfungen durch das Downgrade in Kauf genommen wurden.
Wenn dieser Plan aufgehen sollte, dann könnte in Zukunft etwas passieren, womit derzeit niemand rechnet: Der Start einer neuen langfristigen Haussephase. Nicht sofort. Und auch nicht innerhalb der nächsten Monate. Aber dann gäbe es eine Konstellation, die tatsächlich eine neue langfristige Aufwärtsbewegung Mehr dazu morgen.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Eickmeyer (09.08. 2011 22:38 Uhr):
Betr.:Profit Radar v. 9.8.2011 Sehr geehrter Herr Wilhelmi, ihre Analyse zu der US Schuldenkrise und den daraus folgenden Verwerfungen an den Börsen trifft m.E. den Nagel auf den Kopf. Nach der Bankenkrise wurden Schuldige gefunden und es rollten Köpfe. Der Unterschied zu dieser Schuldenkrise bzw. politischen Krise ist, das keine Schuldigen da sind und somit keine Köpfe rollen. Politiker haben das Privileg, gemachte Fehler immer wieder machen zu können ohne daraus zu lernen. Schaun mer mal!
Antworten