Das Comeback des Alan Greenspan

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Hey...dieser Bengel, Alan Greenspan, ist zurück in den Zeitungen. Und dieses Mal hat er etwas Vernünftiges zu sagen:

"Der sich entwickelnde Kampf über die Zukunft des Wohlfahrtsstaates - ein Paradigma ohne ernsthafte politische Herausforderung in acht Jahrzehnten - vertieft das Untergehen der Zentralmacht. Der Wohlfahrtstaat ist gegen eine Betonwand gefahren, aus wirtschaftlicher Realität und fiskalischer Buchführung...."

Lassen Sie uns das große Bild betrachten. Alan Greenspan kam in den 1970ern nach Washington...um da zu den Wirtschaftsberatern von Gerald Ford zu stoßen. Aber er traf ein mit sehr ungewöhnlichem Gepäck. Als er seinen Amtseid leistete, war niemand anderes als Ayn Rand höchstpersönlich bei ihm, welche sagte, dass Greenspan ihr "Mann in Washington" sei.

Greenspan war ein Mitglied ihres "Kollektivs" in New York, einer Gruppe von anarcho-libertären Intellektuellen, die zusammenkamen und darüber diskutierten, wie sie eine besser Weltordnung schaffen könnten. Sie stimmten in den Grundlagen überein - die Regierung sollte sehr eingeschränkt werden. Und das Papiergeld der Regierungen sollte durch Gold ersetzt werden.

Greenspan schrieb eine berühmte Verteidigung für Gold, in welcher er betonte, dass Papiergeld nur ein Weg sei, um Geld von den Leuten zu stehlen. Man sollte denken, dass ihn das disqualifizierte, als es um die Übernahme des Fed-Vorsitzes ging. Schließlich war die amerikanische Zentralbank damit beschäftigt, eine Papierwährung zu fördern und zu schützen. Und nach 1971 war das keine einfache Mission...der Dollar hatte überhaupt keinen inneren Wert mehr.

Aber Greenspan schaffte es irgendwie doch, an die Spitze der Fed zu gelangen. Er stand an der Spitze der Fed, als die Finanzen der USA außer Kontrolle gerieten. In seiner Amtszeit verdoppelte sich der Anteil der Finanzindustrie am gesamten BIP. Jedes Mal, wenn die Wirtschaft drohte, wieder zu Verstand zu kommen, gab Greenspan weitere Kredite.

Im Notfall der Rezession des Jahres 2001 senkte Greenspan die Leitzinsen unter das Niveau der Inflation (Konsumentenpreise) - und ließ sie da Jahre lang. Das war nicht unbedingt das, was man von einem verantwortungsbewussten Zentralbanker erwarten würde. Stattdessen hätte man erwartet, dass er das Geld der Nation schützt...und deren finanzielle Integrität, sogar wenn dies die eigene Karriere kosten würde.

Aber Greenspan hatte da lange seine früheren Freunde aufgegeben, auch seine Integrität und seine früheren Glaubenssätze. (Ayn Rand starb an seinem Geburtstag.)




Die niedrigen Leitzinsen für den Notfall blieben länger niedrig als der Notfall dauerte. Aber 4 Jahre später hatten sie einen neuen Notfall geschaffen - die Spekulationsblasen am Immobilien- und Finanzmarkt, welche 2007 platzten. Bis dahin war Alan Greenspan in den Ruhestand getreten.


Zum ersten Teil von: Turbulenter Start ins Jahr 2012
von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Monetenmann

Wen interessiert die Höhe der Zinsen, in einem System, indem alle Schulden problemlos durch neue Schulden bezahlt werden?

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