Das AUS für die 60-Watt-Glühlampe - und eine famose Alternative...
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. September 2011, 12:00 Uhr
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Haben Sie vielleicht mitbekommen: Die herkömmlichen 60-Watt-Glühlampen werden EU-weit seit dem 1. September nicht mehr produziert. Um direkt mal einem Irrtum vorzubeugen: Auf dem Markt (in den Lagern) befindliche 60-Watt-Glühlampen dürfen weiterhin verkauft werden. Deshalb gibt es diese auch noch, z.B. in Baumärkten, obwohl es vor dem 1. September laut Deutschlandfunk durchaus zu "Hamsterkäufen" gekommen sein soll.
Bevor jetzt einige in der Gemeinde gegen die EU wettern: Bitte bedenken Sie, dass diese Glühbirnen 95% des eingesetzten Strom nutzlos verpuffen lassen. Nur ca. 5% werden in Licht umgewandelt. Eigentlich erstaunlich, dass sich diese ineffiziente Technologie so lange halten konnte. Der Weisheit letzter Schluss ist die 60-Watt-Glühlampe also sicher nicht.
Und was ist mit den Energiesparlampen?
Merkwürdiger "Zufall", dass deren Preise gerade deutlich angestiegen sind? Jetzt, wo die Alternative der herkömmlichen 60-Watt-Glühlampen wegfällt?
Hier haben wir es weniger mit einem Ausspielen der Marktmacht von Energiesparlampen-Herstellern zu tun, als vielmehr mit einem Anstieg der Rohstoffpreise. Es geht wieder einmal um die "Seltenen Erden"-Metalle. Denn die sind auch für die Produktion von Energiesparlampen notwendig. Yttrium, Terbium und Lanthan werden dafür benötigt. Und nach wie vor kommen an die 97% des weltweiten Angebots an "Seltenen Erden" aus China, und die Chinesen halten den Finger drauf. Verständlich. Sie spielen ihre Marktmacht aus und freuen sich über höhere Preise.
Die müssen im Fall der Energiesparlampen einfach gezahlt werden, denn sonst können diese zum aktuellen technischen Stand nicht produziert werden.
Es gibt eine Alternative. Weder herkömmliche 60-Watt-Glühlampe noch Energiesparlampe.
Die "LED".
Das ist meiner Ansicht nach die wirkliche Alternative und die angemessene Zukunftstechnologie beim Thema Beleuchtung.
Eine Leuchtdiode, von den Angelsachsen "light emitting diode" genannt und damit abgekürzt "LED", kennt wohl jeder - im eigenen Haushalt nutzen sie aber erst wenige. Wir kennen Sie als Halbleiter-Bauelement, welche Licht ausstrahlen kann - und zwar anders als herkömmliche Glühlampen ohne Wärmestrahlung. Die LED bietet gegenüber der Glühlampe so viele Vorteile, dass es meiner Einschätzung nach nur eine Frage der Zeit sein wird, bis erstere die Glühlampe und Energiesparlampe verdrängt haben wird.
Die LED...
- benötigt weniger Energie (bei gleicher oder höherer Lichtmenge) als herkömmliche Glühlampen
- hat erheblich kürzere Schaltzeiten (Licht ist schlagartig an und aus)
- verursacht geringe bis keine Wärmeausstrahlung
- ist erheblich besser dimmbar, es gibt dabei keine Farbänderung
- hat eine höhere Lebensdauer
Eindeutige Vorteile, welche meine Ansicht nach in den nächsten drei Jahren zu einem gewaltigen Siegeszug der LEDs führen werden.
Interessant auch für uns als Investoren. Denn die LEDs brauchen für die Produktion ganz andere Rohstoffe als die Energiesparlampen. Nein, hier geht es nicht um "Seltene Erden" - sondern um strategische Metalle, welche wir auch physisch erwerben können. Die Nachfrage nach denen dürfte regelrecht explodieren, wenn es wie von mir prognostiziert zum Siegeszug der LEDs kommen wird.
Themen wie diese elektrisieren mich derzeit! Finde ich auch viel spannender als DAX & Co. Geldanlage in physischen Metallen, bei denen die Nachfrage explodiert.
Die neue Bibel zu diesem Thema gibt es ab voraussichtlich Ende Oktober. Manuskript ist abgegeben, und immerhin die Cover-Seite ist schon gesetzt:
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von K Neugebohren (12.09. 2011 13:07 Uhr):
Das eine LED nahezu unkaputtbar ist stimmt, aber dazu gehört auch die "Vorschaltlektronik", die 230 V auf ca. 5 V reduziert, natürlich ohne "Trafo". Diese "vorschaltelektronik hat aber eine kurze Lebensdauer, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung feststellen musste. Im Vergleich dazu sind Leuchtstoffröhren (Energiespearlampen) billig.
Antworten - Kommentar von Jürgen Hendricks (12.09. 2011 13:18 Uhr):
Lieber Michael Vaupel, der Artikel 60 W-Glühbirne - Alternative LED ist gut. Perfekt wäre er gewesen, wenn Sie die sogenannten strategischen Metalle für LED beim Namen genannt hätten. Freundliche Grüße J. Hendricks
Antworten - Kommentar von Wolfgang Ruf (12.09. 2011 14:34 Uhr):
Hallo Herr Vaupel, klar sind die seltene Erden Rohstoffe teurer geworden, nur wieviele Milligramm werden pro Lampe benötigt? Welchen Anteil haben diese an den Gesamtkosten der Herstellung? Könnten Sie das mal eruieren? Mit freundlichem Gruß Wolfgang Ruf
Antworten - Kommentar von Amstler Karl (12.09. 2011 15:00 Uhr):
Ein sehr guter Beitrag! Aber das Gedächtnis der Verbraucher ist "kurzlebig" und die Brieftaschen sind dünn! Der Verbraucher will jetzt Licht haben - die Anschaffung soll "billig" sein -- da erfolgt keine Rentabilitätsrechnung über 10 oder 20 Tausend Stunden - (wenn die Angaben überhaupt haltbar sind! ) ! Ob die Berechnung der Energierentabilität inklusive der aufgewendeten Erzeugungs- und Entsorgungsenergie (Toxische Stoffe – Quecksilber,..) einen Vergleich mit einer herkömmlichen Glühlampe noch immer eine Ersparnis zu Gunsten der "Energiesparlampe" aufweist möchte ich sehr in Zweifel ziehen, kann ich aber mangels Daten nicht nachvollziehen. Produktionskosten (Energie) der Rohstoffe und Transportwege natürlich mit eingerechnet. Ich sage nicht das alles alte „Gut“ ist aber alles „Neue“ auch nicht. – Auch die Glühlampe war einmal eine technische Errungenschaft.
Antworten - Kommentar von L (13.09. 2011 00:00 Uhr):
>Bitte bedenken Sie, dass diese Glühbirnen 95% des eingesetzten Strom nutzlos verpuffen lassen ziemlicher Unsinn Hier in Mitteleuropa ist es meistens kalt, wenn es dunkel ist, so daß die Wärme meist erwünscht ist. Darüber hinaus ist sie in der Herstellung ungemein billig, so daß der Einsparungseffekt sich erst nach langer Zeit einstellt - und nach sehr sehr langer zeit, wenn dafür noch neue Lampen kaufen muß. Darüber hinaus halten die Energiesparlampen recht häufig gar nicht sehr lange. Geht bei mehren nur eine kaputt, sind sie im Verlust und von Energiebilanz/Umweltbelastung gar nicht zu reden. So ähnlich (neue Lampen!) sieht es auch bei den LEDs aus. Im wesentlichen ist das wie mit den tröpfelnden Duschköpfen eine ziemlich blöde Idee von Bürokraten aus Brüssel, Tip: Die Glühbirnen (auch 100 Watt) gibt es für den gewerblichen Verbrauch "Nicht für den Haushalt" nach wie vor. . Man muß nicht über jedes Stöckchen springen.
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