Das Angebot von physischem Gold auf dem Goldmarkt ist begrenzt
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 11. September 2008, 20:00 Uhr
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Die Zeit des großen Goldrauschs ist vorbei. Ob in Nordamerika, Australien oder Süd-Afrika. Gold kommt zwar als gediegenes Element in der Erdkruste vor, das heißt es muss nicht erst aufwendig aus Erzen gewonnen werden, doch inzwischen sind sichtbare Goldklumpen wie Nuggets oder Goldstaub eine Rarität geworden.
Heute ist es nicht mehr möglich Gold mit den einfachen Verfahren aus früherer Zeit zu sammeln. Denn das meiste Gold in den uns bekannten Vorkommen liegt in Form kleiner Partikelchen vor, die im umgebenden Gestein verteilt sind.
Der Abbau von Gold wird damit technisch immer aufwändiger und teurer.
Hinzu kommen weltweit steigende Kosten aufgrund hoher Energiekosten, sowie wachsende Lohn- und Transportkosten.
Obwohl die jährliche Förderung mit gegenwärtig etwa 2.444 Tonnen weltweit um ein wesentliches höher liegt als noch vor 200 Jahren, muss man sich fragen wie lange dies der Fall sein kann. Zumindest nur so lange wie ein entsprechend hoher Goldpreis auch den finanziell immer aufwändigeren Abbau rechnet, da die einfach abbaubaren Vorkommen aus früherer Zeit bereits ausgebeutet sind.
Die größten Fördernationen sind China, Süd-Afrika, die USA und Australien. Auch Indonesien, Russland, Peru und Kanada weisen hohe Vorkommen auf. Ebenfalls rücken früher in der Goldförderung eher unbedeutende Länder wie Kasachstan oder auch Malaysia verstärkt in den Fokus, mit durchaus nennenswerten noch abzubauenden Vorkommen.
Ein Würfel von 20 Meter Kantenlänge
Dies ist die gesamte Menge Gold die im Laufe der Menschheit abgebaut wurde. Oder anders ausgedrückt etwa 160.000 Tonnen Gold.
Von diesem lediglich 20x20 Meter Goldwürfel halten die Zentralbanken und andere Institutionen geschätzte 19%. Doch mit Sicherheit lässt sich dies nicht sagen, denn erstens verkaufen die Zentralbanken Gold am Markt und zweitens verleihen sie Gold um Leerverkäufe zu generieren.
Von diesen 19% halten die USA, gefolgt von Deutschland, dem IWF und Frankreich den höchsten Anteil.
Welche Teilnehmer des Goldmarktes physisches Gold nachfragen
Der größte prozentuale Anteil am weltweit vorhandenen Goldangebot entfällt wohl auf Schmuck.
Schätzungsweise 51% des weltweit vorhandenen physischen Golds wurde im Laufe der Zeit in Schmuck umgearbeitet.
Etwa 16% befinden sich in Form von Barren oder Münzen im Privatbesitz von Investoren.
12% sind in Kunstgegenständen verarbeitet.
Weltweit ist die Schmuckindustrie einer der größten Nachfrager nach physischem Gold. In den Staaten des Nahen Ostens und in Asien ist besonders reines Feingold sehr beliebt.
Geht man vom wachsenden Wohlstand besonders in den asiatischen Staaten, mit ihrem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum aus, so ist eine weiter steigende Nachfrage nach physischem Gold vorprogrammiert.
Ebenso wenn man die langsam wieder entdeckte Beliebtheit des Rohstoffs als Absicherungselement hinzu zieht. Noch vor 15-20 Jahren war es Gang und Gäbe ein Portfolio zu 5-10% mit einer Anlage in Gold abzusichern. In Zeiten steigender Inflationsraten und merklicher Rezessionsbedenken gewinnt Gold zunehmend seinen einstigen Stellenwert zurück.
Ein Blick lohnt sich auch auf die kommenden Möglichkeiten der asiatischen Zentralbanken. China beispielsweise hält gegenwärtig noch immer die höchsten Währungsreserven der Welt. Doch China möchte seine US-Dollar besser anlegen. Ein chinesischer Zentralbanker forderte bereits im vergangenen Jahr die Währungsreserven zu einem guten Teil für den Kauf von Goldreserven zu nutzen.
So long liebe Leser....so viel für heute einmal....am Montag geht es weiter mit den Gedanken über Gold...morgen gibt's an dieser Stelle dann wie gewohnt den Wochenrückblick...bis morgen...
Ihre Miriam Kraus
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