Darwinismus
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 24. Februar 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Besuch in Nigeria
Ich bin wieder in Nigeria. Zum ersten Mal seit drei Jahren. Es sind die Winterferien der Kinder. Doch diesmal habe ich nur ein Kind dabei - Edward ist 15 Jahre alt. Die anderen sind keine Kinder mehr. Sie sind im College... oder sie arbeiten.
Sogar meine Frau Elizabeth ist im College. Sie studiert an der Sorbonne und kann erst in der nächsten Woche dazukommen. Bis dahin sind es nur wir beide... und das Meer... die Sonne... die Tropen... und alles was dazu gehört.
Momentan sitze ich auf der Veranda des Rancho Santana Clubhauses. Die Sonne ist hell und heiß über dem Ozean... eine Meeresbrise kühlt die Luft... die Palmen wiegen sich im Wind... die Wellen schlagen an das Ufer und lassen die Surfer kopfüber gehen.
Werden Sie blass vor Neid, liebe Leser...
Was ist das?", Edward zeigte auf ein seltsames Tier das so aussah wie eine riesige Kakerlake.
Das ist ein Käfer", antwortete sein Vater, der Naturforscher.
Darwin schien in der vergangenen Woche keine natürlichen Feinde zu haben. Es war sein 200. Geburstag. Seine Theorie wurde in jeder Hinsicht anerkannt. Alle standen auf seiner Seite. Und die Folge war, dass alle seine Vorstellung reproduziert und vermehrt wurden, bis sie sich in praktisch jeder Zeitung wiederfanden.
Kommentatoren sahen Darwinismus überall. Z.B. auch bei der aktuellen finanziellen Krise, wo sie dachten, sie sähen nicht den Nutzen der unsichtbaren Hand" eines Adam Smith sondern die blutigen Klauen aus dem Bereich der natürlichen Auslese. Es ist das Überleben des Stärkeren", sagte ein Meinungsmacher.
Schwachstellen aufzeigen
Ideen brauchen, genauso wie Ratten, Beutetiere. Andernfalls geraten sie außer Kontrolle. Und nachdem weit und breit niemand zu finden war, der die Schwachstellen in Darwins Gedanken hervorgehoben hätte, will ich die Aufgabe nun selbst übernehmen.
Es gibt zwei Teile des Darwinismus, so wie er allgemein verstanden wird. Der eine Teil basiert auf einer Feststellung - bei der Darwin der Meister ist. Die andere ist eine Hochrechnung - nicht so sehr von Seiten Darwins, sondern von seinen Nachfolgern. Das Problem ist, dass der Teil, der vermutlich richtig ist, kindisch ist und offensichtlich. Und der Teil, der erwachsener ist, ist nicht mehr als einfache Raterei.
Er stellt fest, dass einige Tiere ihrem Umfeld besser angepasst sind als andere. Wenn ein Eisbär plötzlich von einem Wildschwein in Nicaragua geboren würde, dann würde es vermutlich nicht lange halten. Andererseits, wenn eine Mutation einen nackten Eisbären in der Nähe des Nordpols hervorbrächte, dann würde er auch keine guten Aussichten haben. Beide würden vermutlich untergehen und keine Erben hinterlassen... und sie würden damit jede verrückte Abweichung aus dem Gen-Pool entfernen. Einige Dinge überleben und vermehren sich. Andere tun das nicht. Die Essenz des Darwinismus ist nichts mehr als eine ganz einfache Feststellung, soweit ich das sagen kann.
Aber eine Anwendung dieser Feststellung weit und breit ist eine Bedrohung für das intellektuelle Ökosystem. Deswegen gehen die Leute davon aus, dass sie deutlich mehr wissen, als sie wirklich wissen. Auf die Frage, warum ein Eisbär weiß ist und nicht schwarz, haben sie eine Antwort parat: Weil die Evolution ihn weiß gemacht hat. Aber das ist keine Antwort... es verzögert nur die Notwendigkeit, nachzudenken bis zur nächsten Frage: Warum hat die Evolution den Eisbären so gemacht?
Wilde Vermutungen
Und dann geht es mit den Vermutungen los: Es liegt daran, dass er sich so in den Schneehintergrund gut einpassen kann und sich so den Seehunden besser nähern kann. Oh. Sie sagen uns z.B., dass er seine Nase, die schwarz ist, mit seiner Tatze abdeckt, damit er näher herangehen kann, ohne entdeckt zu werden.
Kluge Bären. Aber man sollte doch meinen, dass wenn die Evolution seinen gesamten Körper schwarz färben kann, sie auch die Nase weiß waschen kann. Und wie sieht es mit den Seehunden aus? Das sind doch Dummköpfe. Man sollte meinen, dass diejenige unter ihnen, die den Unterschied zwischen einem Bären der seine Klaue über seine Nase hält und einem Eisberg nicht erkennen können, mittlerweile längst ausgestorben sein sollten. Und abgesehen davon stellt sich die Frage, warum Seehunde nicht weiß sind.
Natürlich haben die Biologen und die Schlaumeier ihre Antworten, aber sie zählen nur zwei und zwei zusammen, und das auf die unbeholfenste Art und Weise. Sie wissen wirklich nicht, warum die Polarbären weiß sind. Sie wissen nur, dass die Natur die weißen Eisbären nicht hat aussterben lassen - noch nicht.
Viele derer, die so gründlich nachdenken, glauben, dass Darwin bewiesen habe, dass Gott die Menschen nicht erschaffen hat. Stattdessen ist der Mensch aus dem Prozess der Evolution hervorgegangen, sagen sie, und es habe bei jedem Schritt dorthin immer nur Zufälle gegeben. Der Mensch ist also ein Ergebnis des reinen Zufalls, so behaupten sie. Als würde Gott nicht in der Lage sein, es wie einen Unfall aussehen zu lassen, wenn er das wollte.