Darauf sollten Sie im Moment achten!
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 16. Oktober 2006 18:00 Uhr
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Das ist der Dow Jones. Sie erkennen den breiten Aufwärtstrend, der sich seit Ende 2003 ausgebildet hat. In diesem hat der Dow Jones nun die obere Begrenzung des Trendkanals erreicht. Natürlich spricht nun auf den ersten Blick viel dafür, dass der Dow Jones an dieser Linie abprallt und wieder zur unteren Linie läuft. Nimmt man die zeitliche Dauer einer Abwärtsbewegung hinzu, dann läge das Kursziel im Dow Jones zwischen 11.000 und 11.200 Punkten.
Ein ähnliches Bild ist im S&P500 zu finden:
Sie sehen, auch hier ist die obere Linie in der Nähe, allerdings noch nicht ganz erreicht. Die eigentliche Linie, die weitaus mehr Relevanz hatte, wurde überwunden. Die höhere Relevanz resultiert aus der Tatsache, dass die Kurse an dieser Linie häufiger abgedreht sind. Gezeichnet wurde diese obere der beiden Begrenzungslinie als Parallele zur unteren Trendkanallinie. Ansatzpunkt waren hier die Hochs vom Jahreswechsel 2004. Das ist natürlich so nicht „ganz korrekt“.
Bricht nun alles zusammen?
Für mich ist die entscheidendere Tatsache, dass der Dow Jones sein Allzeithoch genommen hat. Denn das ist das eigentlich starke bullishe Signal. Der S&P hatte sein Mehrjahreshoch schon deutlich früher nach oben aufgelöst, auch das ist bullish zu werten.
Wenn Sie sich noch einmal den Dow Jones anschauen, dann erkennen Sie, dass das letzte Tief nicht mehr an das untere Ende des Trends heranreichte (Pfeil). Das ist sehr häufig ein Hinweis für eine Beschleunigung eines Trends und ein Hinweis auf einen Ausbruch nach oben.
Charttechnisch sprechen also letzten Endes mehr Hinweise dafür, dass der Dow Jones (und damit auch der S&P500) diesen Trend nach oben verlassen kann.
Konsolidierung erwartet!
Wichtig sind diese Linien aber noch aus einem anderen Grund, denn es ist durchaus denkbar, dass an dieser Linie eine Konsolidierung startet! Aus diesem Grunde müssen wir auch diese beiden Trendkanäle beobachten. Sollten sich die Anzeichen mehren, dass diese oberen Linien eine nachhaltigere Relevanz zeigen, muss man entsprechend reagieren - zumindest wenn sich dann eine Topformation bilden würde. Davon ist zurzeit nichts zu erkennen.
Fundamentale Hintergründe
Natürlich muss man sich an solchen Stellen auch Gedanken über die fundamentalen Hintergründe machen. Wie Sie wissen, bin ich generell der Ansicht, dass durch die stark gesunkenen Ölpreise die Inflationssorgen eingedämmt sind. Es kommt nun darauf an, wie stark das US-Wirtschaftswachstum zurückgeht. Grundsätzlich ist der stark gesunkene Ölpreis natürlich eine „Quasi-Zinssenkung“, da er sich stimulierend auf die US-Wirtschaft auswirkt. Sollte das nicht reichen, müsste die Fed die Zinsen tatsächlich senken. Das könnte sie dann auch, da die Inflationssorgen bei weiter niedrigen Rohstoffpreisen deutlich sinken werden.
Fed-Protokoll drückt die Stimmung
Nun hat seit dem letzten Fed-Protokoll die etwas euphorische Stimmung hinsichtlich Zinssenkungen deutlich nachgelassen. Es gibt immer mehr Analysten, die sogar trotz der gesunkenen Rohstoffpreise wieder von einer weiteren eventuell letzten Zinserhöhung sprechen. Das erkennen Sie deutlich am Euro/Dollar. Der Dollar steigt seit der Veröffentlichung des Sitzunsgprotokolls wieder an. Eine Zinserhöhung würde den Dollar weiter stützen.
Hintergrund dieser Einschätzung ist die in dem Protokoll offensichtlich gewordene „nachhaltige“ Sorge der Fed um die Inflation. Aus diesem Grund steigt auch Gold wieder leicht (Gold als Inflationsschutz), obwohl der Dollar stärker wird.
Das ist die zurzeit etwas heikle Situation. Doch reichen diese Befürchtungen aus, die allgemein bullishe Ausrichtung der Charts zu verändern? Oder ist es nur ein Strohfeuer, das lediglich eine Konsolidierung einleitet? An dieser Bewertung hängt das Wohl und Wehe der Märkte zurzeit.
Einige bullishe Punkte
Erst einmal war sehr auffällig, dass die Kurse am Freitag trotz des Wochenendes und trotz der zu diesem Zeitpunkt schon bekannten Fakten zulegen konnten. Desweiteren erwarte ich, dass die Inflationszahlen bald deutlich nachgeben werden. Auch das sollte die Kurse stützen. Ein letzter Punkt sind die Kongresswahlen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier im Vorfeld zu stärker fallenden Kursen in den US-Indizes, respektive zu einem stärker steigenden Ölpreis kommen wird.
Ich bin also „noch“ der Ansicht, dass wir nicht das Potenzial dieser Trendkanäle nach unten ausschöpfen werden, sondern vielmehr nach oben ausbrechen. Aber, und darauf möchte ich mit den heutigen Ausführungen hinweisen, auf diese Charts müssen Sie in den nächsten Tagen, vielleicht sogar Wochen unbedingt achten!
Zufriedenheit durch Engagement!
Zum Schluss möchte ich Sie auf eine Aktion des Verlages im Dienste der Menschlichkeit hinweisen, die ich nur aus voller Kraft unterstützen kann. Wenn Sie in diesem Jahr gute Gewinne gemacht haben oder es Ihnen finanziell gut geht, denken Sie auch einmal an die Menschen, die unverschuldet mit großem Leiden konfrontiert werden. Insbesondere das Schicksal der Kinder sollte uns hier besonders am Herzen liegen. Es gibt übrigens interessante Studien darüber, dass Menschen, die mit ihrem Vermögen Gutes tun und andere Menschen unterstützen, bei weitem glücklicher und zufriedener sind, als die Menschen, die ihr Geld geizig horten, als gäbe es eine Möglichkeit, das Geld über den eigenen Tod hinaus zu retten.
Lesen Sie dazu unbedingt den nächsten Artikel!
Ich möchte hiermit meinen persönlichen Dank all denjenigen unter Ihnen aussprechen, die sich engagieren!

