Dank der Fed-Minutes geht es nach oben
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 13. Oktober 2010, 08:30 Uhr
erst die Aussichten auf weiter billiges Geld konnten die US-Indizes nach oben ziehen. Die Verlustzone konnte verlassen und moderate Gewinne eingefahren werden. Die Veröffentlichung des Protokolls der letzten US-Notenbanksitzung (die sog. Fed-Minutes) zementierte die ohnehin (fast) sichere Einschätzung der Marktteilnehmer, die Fed werde demnächst weitere geldpolitische Maßnahmen zur Belebung der amerikanischen Wirtschaft durchführen. Auch am Devisenmarkt hatte diese Bekanntgabe Wirkung gezeigt. Die europäische Gemeinschaftswährung legte gegen den Dollar am Abend kräftig zu.
Nachbörslich lüftete dann Intel, der weltgrößte Chiphersteller, sein Zahlen-Geheimnis. Im letzten Quartal konnte Intel etwas besser als erwartet abschneiden, was die Aktie nachbörslich ansteigen ließ. Die im Sommer gesenkte Umsatzprognose wurde getroffen, beim Gewinn konnte im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiger Anstieg vermeldet werden (von 1,86 auf knapp 3 Milliarden Dollar). Der Gewinn je Aktie liegt bei 52 Cent, erwartet wurden 50 Cent.
Die asiatischen Märkte nehmen die positiven Signale auf. Auch der deutsche Aktienmarkt wird mit einer Aufwärtslücke in den neuen Handelstag starten können.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,08% |
| Dow Jones: | +0,09% |
| S&P 500: | +0,38% |
| Nasdaq: | +0,72% |
| EUR/USD: | +0,39% |
| Gold: | -0,24% |
| Silber: | +0,04% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,01% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): ist das der Impuls, auf den alle warten
Während der Euro derzeit kaum handelbar ist, hält sich der Dax häufiger an charttechnische Vorgaben. Gestern konnte ich jedenfalls meine Ansammlung von Hamstergewinnen weiter fortsetzen. Da richtig starke Bewegungen seit Tagen nicht vorkommen, ist auch nicht mehr möglich. Das Niemandsland, auf dem sich derzeit der Dax befindet, wird weder von Bullen, noch von Bären geliebt. Beide sind bislang aber nicht in der Lage, aus der Trading-Range auszubrechen. Ein starker Impuls muss her! Die späten Vorgaben von gestern könnten daran etwas ändern. Fed-Minutes und Intel-Zahlen bewirken vorbörslich jedenfalls eine Annäherung an die massive Widerstandszone bei 6.340 Punkten. Ein Test steht dieser Zone steht wohl kurz bevor!
Kommt es zum Kontakt mit der Barriere, gehe ich short, sobald die Bullen wieder - seit April gab es einige Versuche, diese Hürde zu nehmen (meist erfolglos) - gescheitert sind. Da die bullisch eingestellten Marktteilnehmer wohl erst mit dem Markieren eines neuen Jahrshochs jubilieren, steige ich nur ganz vorsichtig long ein, sofern die 6.340er-Hürde genommen werden kann. Mit einem neuen Jahreshoch weite ich dann etwaige Long-Positionen aus oder steige erneut ein. Das ansteigende Dreieck - im Wochenchart schön erkennbar - wird damit nach oben aufgelöst und sollte einen weiteren Anstieg nach sich ziehen.
Unterhalb der aktuellen Notierung spielt die 6.300er-Marke eine wichtige Rolle. Sie erhält Unterstützung von der 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie), die aktuelle bei 6.296 Zählern verläuft. Bekommen die Bullen hier wieder die Kurve und bewahren sich damit die Chance, heute oder morgen das Niemandsland hinter sich zu lassen, gehe ich long. Werden beide Unterstützungen nach unten durchbrochen, setze ich jedoch auf die Bären, deren Durchsetzungsvermögen mindestens mit einem Kursrückgang bis an die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) belohnt wird. Wird auch noch dieses Auffangbecken nicht genutzt, sind die nächsten Anlaufstationen 6.230 und 6.200 Punkte.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 40,5 Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Ein Angriff auf den Widerstand bei 6.340 Punkten steht kurz bevor.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
