Damit rechnet (noch) niemand!
Daniel Wihelmi in Profit Radar
vom 10. August 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
In diesen schwierigen Tagen möchte ich die aktuelle Situation von einer anderen Seite beleuchten. Die Weltuntergangs-Seite kennen wir inzwischen ja nun alle zur Genüge. Aber es gibt auch ein anderes Interpretationsmodell. Das S&P-Downgrade könnte nämlich auch nur ein gewaltiger Warnschuss an die Politiker in Washington und auch in Brüssel sein, um endlich ihre Allerwertesten hoch zu bekommen.
Die historische Abstufung durch S&P und die Kurseinbrüche an den Börsen sind die große Chance, dass die amerikanischen Politiker endlich bereit sind, die unerlässlichen, aber unangenehmen Maßnahmen durchzuboxen, um den Karren namens USA aus dem Dreck zu ziehen.
Und hier wird es dann spannend: Diese Maßnahmen bedeuten natürlich Steuererhöhungen und Einsparungen. Die Konsequenz: Das Wirtschaftswachstum der USA wird auf absehbare Zeit niedriger ausfallen. Daran werden auch weitere Aktionen der FED nichts ändern, noch mehr Liquidität in die Märkte zu pumpen. Das hat uns QE2 ja gezeigt.
Ein schwächeres Wachstum in den USA wird natürlich auch zu einem schwächeren Umsatzwachstum bei den Unternehmen führen. Aber: Das Wachstum in den Emerging Markets wird unaufhaltsam weitergehen. Ja, es wird niedriger ausfallen, als bisher erwartet wurde. Aber es wird immer noch deutlich höher sein als in den Industrieländern.
Die Umsätze von international agierenden Unternehmen oder Emerging Markets-Unternehmen werden also nicht ins Bodenlose fallen. Wirklich problematisch wird es für amerikanische Mittelstands-Unternehmen werden, die ihre Umsätze zu weiten Teilen aus dem amerikanischen Konsumsektor bezieht. Und für Firmen, die von Staatsaufträgen der US-Regierung abhängig sind.
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hajo Selzer (10.08. 2011 20:20 Uhr):
Sehr geehrter Herr Wilhelmi, die Industriestaaten sitzen in der Klemme. Egal was unternommen wird, es reicht nicht um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Allein Deutschland kann nicht einmal seine Zinsen bezahlen, ohne neue Schulden aufzunehmen. Das ist der Fluch des Zinseszinses. Zudem werden die Kosten des Staatshaushaltes (auch in anderen Ländern) exponetiell steigen, denkt man nur an die Mrd.-Beamtenpensionen. Eine realistische Lösung der Misere habe ich im Internet unter Bandbreitenmodell.de gefunden. In diesem Modell gibt es nur noch eine einzige Steuer, die Umsatzsteuer. Das heißt, dass alle Einkommen und Gewinne steuerfrei sind. Ein Beispiel: In Deutschland werden laut statist. Bundesamt jährlich ca. 5 Billionen Euro Umsätze getätigt.. Würde man nur 20% USt darauf erheben, würde der Staat von heute auf morgen fast das doppelte an Steuern einnehmen; ohne den Bürger und Unternehmer zusätzlich zu belasten. Lohnnebenkosten entfallen, da diese anders finanziert werden. http://www.bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen.html Mit diesem einfachen Steuermodell kann sich der Staat binnen weniger Jahre entschulden. Jetzt bleibt nur noch das Problem, wie die Menschen (die breite Masse) statt Niedriglohn, 1-Eurojobs, etc., mehr Geld verdienen, denn höhere Einkommen gleich mehr Kaufkraft. Das wird mit dem Arbeitsplatzprämiengesetz http://www.bandbreitenmodell.de/arbeitsplatzpraemiengesetz.html geregelt. Herr Wilhelmi, als ich das zuerst mal las, hatte ich es als Spinnerei abgetan, aber als neugieriger, offener und selbstdenkender Mensch habe ich mich mit dem Bandbreitenmodell dann doch intensiver beschäftigt und muss sagen, ich bin begeistert. Endlich mal ein Modell, das einfach ist. Vielleicht zu einfach für die sogenannten "Experten". Aber die haben eh keine Lösung für die drängenden Probleme; sie doktern an den Sympthomen herum anstatt die Ursachen zu bekämpfen. Mit freundlichen Grüßen Hajo Selzer P.S.: Über ein kurzes Feedback würde ich mich freuen.
Antworten