DAILY FOREX NEWS
Traders Daily
vom 22. Mai 2006 12:00 Uhr
ENL5454
von Andreas Schnappberger
Zinsspekulationen belasten Euro
Die letzten Zinsspekulationen zugunsten des Euro drehen sich jetzt um.Der Kurs des Euro ist am Freitag belastet durch im Grunde überraschende Zinserhöhungserwartungen in den USA gefallen. Mit Rücksetzern bis 1,2725 Dollar wurde dann auch schnell und kompromisslos gehandelt. Ausgehend von Kursniveaus bei 1.2780 zumindest eine erste korrektive Phase, die auch nötig war. Zu schnell wurden in den letzten Tagen die Kursmarken um 1.30 EUR/USD angepeilt. Ist sich der Markt schon wieder einig? Es heißt von verschiedenen Marktteilnehmer und bei berichten der großen Nachrichtenagenturen, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinserhöhung in den USA ist merklich angestiegen gestiegen sei. Alles in allem genau das umgekehrte Argument zum Anfang der letzten Handelswoche. Wie so oft, dreht man sich in der Analystengilde hier wieder einmal wie das Fähnchen im Wind. Im Grunde ist das kein schlechter Job, wenn man für Aussagen, die man innerhalb kürzester Zeit wieder revidieren kann auch noch Geld bekommt. Für den reinen Trader ist das eher nervig und muss sozusagen als Selbstschutz ignoriert werden. Am besten fährt man sein Tradingrisiko herunter und nimmt sich eine kleine Auszeit mit neuen Positionen. Es gilt ohnehin, der Ansatz, dass 99% der Gewinne aus dem Eigenhandel in nur knapp 10% der Zeit entstehen. Kein Grund daher permanent im Markt mit dabei sein zu wollen.
Zinsanhebungen in Euroland?
In der Eurozone ist zwar nun genauso wie in den USA mit einer weiteren Zinserhöhung zu rechnen. Lediglich die Größenordnung soll sich nun verschieben. Anstatt mit Erhöhungen von 0,50% Punkten zu spekulieren, rudert der Markt etwas zurück und geht nur noch von 0,25% aus. Damit kann wieder munter drauf los spekuliert werden wie Hoch das Ganze sein wird. Verwundern würde es allerdings nicht, dass bei den nächsten Daten vielleicht der Markt von einer Nullrunde ausgeht. Damit hätten wir für die nächsten Wochen wieder alles geboten. Anyway, man sieht alleine schon an dieser massiven Vielfalt der Meinungen wie konträr manchmal gleiche Ausgangslagen eingeschätzt werden. Das ist ja genau der Grund warum eine Börse funktioniert.
EUR/JPY mit Kurssteigerungen.
Ein Blick kurz nach Japan. Waren die Kurse letzte Woche bei versuchen die wichtige Marke von EUR/JPY von 142.00 nach oben zu knacken in leichte Schwierigkeiten gekommen, so wird nun anscheinend bald der kritische Punkt von 143.00 angepeilt. Mit Kursen zum Wochenende von 142.65 war man hier schon einen guten Schritt weiter gekommen. Zusätzlich wird diese Woche auch noch die Entwicklung des Goldpreises interessant. Nach den letzten deutlichen Korrekturen bis auf ca. 685 USD je Feinunze ausgehend von Niveaus um ca. 711 USD sind auch in diesem Zuge viele Dollarpositionen umgeschichtet worden. Kommt es nun von dieser Seite erneut zu weiteren Dollarkäufen, da einige sicherlich auf die zweite Chance von Kursen über 700 USD warten?