Da war ein Ausbruch fällig
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 27. Januar 2012, 08:30 Uhr
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Der DAX entschied sich gestern für die Ausbruchsvariante nach oben. Damit ist die große Widerstandszone zwischen 6350 und 6600 Punkten allerdings noch nicht Geschichte. Insbesondere der Rückenwind aus Amerika kann jeden Tag in Gegenwind umschlagen, weil dort wichtige Langfristwiderstände deckeln. Die überkaufte Indikatorenlage wird sich in einer größeren Korrektur entladen müssen. Alles nur eine Frage der Zeit.
Der DAX kämpft mit einer massiven Widerstandszone um die 6500 Punkte. Sie besteht aus der 200-Tage-Linie und der Nackenlinie einer gewaltigen Doppeltopp-Formation, die Auslöser für den Crash im August 2011 war. Und aus einem unsichtbaren Widerstand bei 6600 Punkten (61,8 % Fibonacchi Retracement des gesamten Bärenmarktes 2011). Die Luft für die Bärenmarktrally ist dünn geworden. Der RSI-Indikator notiert in einem so überkauften Bereich, dass eine Abwärtsreaktion fast zwingend erscheint (wie im Juli und Oktober 2011). Die Aufwärtsdynamik hat zudem stark nachgelassen. Ein zweiter bärischer Keil (blau im Chart, wie im Herbst 2011) scheint in Arbeit zu sein. Kommt die Kurserholung beim DAX jetzt ins Stocken, kann jederzeit ein finales Hoch daraus werden. Sentimenttechnisch fällt auf, dass vor allem die Privatanleger derzeit extremen Optimismus zeigen, während die institutionellen Anleger skeptisch bleiben (das zeigen gleich mehrere Stimmungsindikatoren). Mithin ein Zeichen für ein nahes Ende einer Zwischenerholung.
Bislang muss der Rücklauf des Indexes als eine Erholung im Abwärtstrend gewertet werden, da sich der DAX weiterhin im Bereich einer fallenden 200-Tage-Linie befindet (in Bullenmärkten notieren die Kurse oberhalb einer steigenden Linie). Diese Erholung ist an ihrem Ziel angekommen und kann jederzeit enden. Die große Richtungsentscheidung wird sich aber wohl noch eine Weile hinziehen. Ich gehe davon aus, dass es in 2012 aufgrund der instabilen Erholungsmuster, der angespannten Intermarketlage und der bombastischen Anlegerstimmung noch einmal kräftig abwärts gehen dürfte, auch wenn das nicht zwangsläufig gleich zu Jahresbeginn passieren muss.
DAX im Tageschart
Nächste Widerstände: ca. 6350-6600, 6800, 7000, 7500, 7620, 8150 Punkte
Nächste Unterstützungen: 6300, 6200, 5700, 5350, 5000, 4400, 3800 Punkte
Viel Erfolg und herzliche Grüße,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Karnitz (27.01. 2012 12:05 Uhr):
Guten Morgen Herr Voigt, ich verstehe nicht,wo der Dax bei 6500 mit der GD 200 und der Nackenlinie des gewaltigen Toppeltops kämmpt.Bei mir liegt GD 200 bei 6350. Aus der Nackenlinie bei 6500 kann ich mir überhaupt keinen Reim machen.Bei mir liegt die Nackenlinie des Doppeltops vom Mai und Juli 2011 bei ca. Dax 7000.Da hier nun auch Ende Juli 2011 die GD 200 lag,war ein Bruch der 7000 er Unterstützung mit einem weiteren Unterschreiten des Märztiefs bei 6500 die Initialzündung für den sicherlich übertriebenen Absturz auf 4960 im Aug./Sept. 2011.Es kann natürlich eine Korrektur des Dax nicht ausbleiben.Der Dax hat ja auch in dieser Woche schon 2 mal die 6350 getestet. Der Absturz des BDI-Index ist natürlich bedenklich,aber ich glaube,es darf ein Index nicht isoliert betrachtet werden.Betrachtet man andererseits die Historie des Dax dann stellt man fest,dass es noch nie einen Jannuar mit einem derartigen Kursanstieg gegeben hat,nach einem abwärts gerichteten Nov./Dez. des Vorjahres.Vielleicht könnten Sie hierzu noch einpaar Erklärungen geben. Mit freundlichen Grüssen Werner Karnitz
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