Conergy schreibt schwarz
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 18. Februar 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
die Rheinländer denken bekanntlich, am Aschermittwoch sei alles vorbei! Aber dabei erholen sich die Kurse wieder und könnten demnächst von unten wichtige Widerstände testen. Im DAX z.B. die Region von 5.700 bis 5.850 Punkte, wo viele wichtige charttechnische Hürden lauern. Angeschoben wurde die Erholung, zumindest wenn man der Presse glauben schenken will, von der angeblichen Entspannung bei der altbekannten Problematik Verschuldung und Vertrauen in den Euro. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Thema schon abgehakt sein soll - ganz im Gegenteil. Nach der jahrelangen, nur kurz unterbrochenen Abwertung des Dollar gegen die meisten Währungen, kann ich mir weiteres Abwärtspotential für den Euro gut vorstellen, da die Spannungen im Euro-Raum eher zu- als abnehmen werden. Möglicherweise testet das Währungspaar Euro/Dollar schneller das zyklische Tief bei knapp 1,30, als wir es uns heute vorstellen können. Da aktuell die europäischen Aktienmärkte mit jedem Schwächeanfall der heimischen Währung straucheln, sehe ich keinen Grund, zu hohe Risiken mit ungesicherten Aktienengagements einzugehen. Meiner Meinung nach bleiben wir bis auf weiteres in einer Risikophase.
Renaissance für Conergy?
Während des heutigen turbolenten Vormittags, der vor allem durch die sehr schwachen Zahlen und den Kursrutsch von Daimler geprägt wurde, blieb eine Meldung nicht unbeachtet. Die skandal-geschüttelte Conergy AG, ein im TECDAX gelistetes Solarunternehmen, legte überraschend Zahlen vor, die sehr positiv aufgenommen wurden. Erstmals seit der Beinahe-Pleite Ende 2007 wurde wieder ein operativer Quartalsgewinn erzielt. Zwischen Oktober und Ende Dezember verdienten die Hamburger vor Steuern und Zinsen (EBIT) 25 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte dabei vom Solarboom am Jahresende in Deutschland und vom gelösten Streit mit seinem Lieferanten MEMC. Im Gesamtjahr wies das Unternehmen hingegen erneut einen EBIT-Verlust von knapp 37 Millionen Euro aus. Immerhin verringerte Conergy dadurch seinen Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr um knapp 80 Prozent. Als Reaktion darauf zog der Kurs um etwa 12 Prozent an.
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