Commerzbank überrascht ausnahmsweise positiv
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 5. August 2010, 08:30 Uhr
Tage mit guten und schlechten Konjunkturnachrichten wechseln sich derzeit täglich ab. Infolgedessen hatten wir es gestern mit einem guten Tag zu tun. Insbesondere der ADP-Arbeitsmarktbericht konnte überzeugen, was ein gutes Omen für die wichtigen Arbeitsmarktdaten am Freitag darstellt. Die Märkte hatten aber auch ihre Freude mit dem ISM-Dienstleistungsindex. Das nicht verarbeitende Gewerbe konnte entgegen der Erwartungen wachsen.
Das Drama um die Ölplattform im Golf von Mexiko dauert nun schon etwa drei Monate an. Gestern konnte die Ölquelle endlich verschlossen werden. Da es schon vorher immer wieder zunächst geglückte Versuche gab, halten sich die Freudenschreie in Grenzen. Der Aktie von BP hat es auch nichts gebracht. Sie verliert gegen den Trend. Ob die bullische Tendenz weiter anhält, hängt heute vornehmlich von folgenden Wirtschaftsdaten ab bzw. wie diese ausfallen werden: Von Seiten der Konjunktur interessieren die Auftragseingänge der deutschen Industrie und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Bei den Unternehmenszahlen stehen die Banken im Mittelpunkt des Interesses. Hierzulande präsentiert die Commerzbank, in London Barclays seine Quartalszahlen. - Eilmeldung: Die Commerzbank übertrifft die Prognosen und legt vorbörslich zu.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | +0,37% |
| Dow Jones: | +0,41% |
| S&P 500: | +0,61% |
| Nasdaq: | +0,92% |
| EUR/USD: | -0,02% |
| Gold: | +0,63% |
| Silber: | -0,76% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,36% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Trading-Ideen anderer Handelsinstrumente werden im CFX Broker Blog vorgestellt.
Dax (DAX.I): ein neues Jahreshoch wurde markiert
Die US-Konjunkturdaten hatten gestern entscheidenden Einfluss darauf, dass der Dax zwei wichtige Hürden überwinden konnte. Erst sorgte der gut ausgefallene ADP-Arbeitsmarktbericht dafür, dass die 6.300er-Marke endlich genommen werden konnte, was ich für einen Long-Einstieg nutzte. Dann gab der ISM-Dienstleistungsindex den entscheidenden Aufwärtsimpuls, um auch noch das bisherige Jahreshoch bei 6.342 Zählern zu überrennen. Vor und nach der Zahlenbekanntgabe trennte ich mich von der Hälfte der Long-Position. Ein sicheres Verfahren, um Enttäuschungen vorzubeugen und dennoch an positiven Überraschungen partizipieren zu können.
Das neue Jahreshoch ist nun bei 6.362 Punkten festgeschrieben. Vorbörslich kämpft sich der deutsche Leitindex bereits wieder an diese Rekordmarke heran. Gelingt es, diese zu überwinden, gehe ich long. Ohne weitere Impulse, die durch sehr gute Unternehmensmeldungen oder Konjunkturveröffentlichungen ausgelöst werden können, wird es aber schwer werden, weiter nach oben zu streben. Die nächsten Hindernisse sind beim Bullen-Szenario die 6.400er-Marke und der Bereich um 6.450 Punkte. Gehen den Bullen an diesen markanten Chartstellen allmählich die Puste aus, beende ich den Trade und setze auf fallenden Notierungen.
Ansonsten richte ich mich an der 6.300er-Marke aus. Diese hatte ja mehrfach die Bullen zur Verzweiflung gebracht. Nun sollte die runde Kurs-Marke genügend Unterstützung bieten, falls der Dax kurzzeitig Schwäche zeigen sollte. Kann sich der deutsche Leitindex im Dunstkreis der 6.300er-Marke wieder aufrichten - wichtig ist hier die Kursdynamik zu beobachten und zu interpretieren -, eröffne ich eine Long-Position. Nur ein deutlicher Bruch der Marke führt zu einem Short-Einstieg. Dann erwarte ich einen Rückgang bis an das Auffangbecken bei 6.250 Punkten.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 37 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Gestern konnte das Jahreshoch überwunden werden. Weitere Impulse sind nun nötig, um sich weiter nach oben absetzen zu können.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
