Commerzbank Opfer von Gerüchten?
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 09. Oktober 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Es ist schon traurig, der Kurs von der Commerzbank (WKN 803200)auf dem 20 Jahrestief. Aktuell steht die Commerzbank bei 5,14 €. Damit ist diese nur noch ein Viertel dessen wert, was sie vor 5 Monaten noch wert war. Nun hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) Voruntersuchungen wegen möglicher Falschmeldungen eingeleitet. Die Bundesanstalt geht dabei dem Verdacht bewusster Kursmanipulation nach. Jedoch richtet sich dieser Verdacht natürlich nicht gegen die Commerzbank selber. Die Commerzbank hatte immer wieder die Gerüchte über ihre angeblichen Liquiditätsschwierigkeiten dementiert. Nach der FTD hat die Commerzbank in einem Brief an ihre Mitarbeiter von "wilden Spekulationen und bösen Gerüchten, die meist vom Platz London ausgingen" geschrieben.
Leider ist es zur Zeit natürlich leicht, durch Gerüchte Kurse zu manipulieren. Bei den geringsten negativen Gerüchten reagieren die Anleger panisch und fliehen aus der Aktie. Was liegt also näher als diesen Umstand auszunutzen. Andererseits habe ich schon häufiger Dementis gehört, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben. Das war im Neuen Markt gerne mal der Fall. Sollte sich Ähnliches nun auch bei den so renommierten Banken zutragen? Ehrlich, ich kann es nicht glauben. Handelt es sich tatsächlich nur um Rufmord, wäre die Commerzbank bei 5 € ein klarer Kauf.