Commerzbank mit Jahresverlust
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 05. Februar 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Die Commerzbank muss ihren ersten Verlust in ihrer Firmengeschichte hinnehmen. So wird der Vorsteuer-Verlust mit 372 Mio Euro beziffert. Mit eine Minus hatten die Analysten gerechnet. Das Ergebnis war aber noch schlechter als die von den Analysten prognostizierten minus 312 Mio Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Commerzbank noch einen Gewinn von 43 Mio. Euro verbuchen können.
Das vierte Quartal hat den Ausschlag gegeben. Reuters-Berechnungen sehen allein im diesem Quartal einen Vorsteuer-Verlust von 417 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres 2002 hatte die Commerzbank noch einen Gewinn von 45 Mio Euro erzielen können.
Als Grund für das schlechte Ergebnis wird das rückläufige Handels- und Provisionsergebnis angegeben. Wichtiger scheint mir, dass die Kosten für die Restrukturierungsmaßnahmen im 4. Quartal verbucht worden sind.
Die Commerzbank will trotz des Verlustes eine Dividende zahlen. Sie soll aus Gewinnrücklagen finanziert werden: Allerdings wird sie nur noch 10 Cent je Aktie nach zuvor 40 Cent je Aktie betragen.
Die Commerzbank zeigt sich weiterhin hoffnungsvoll: So will die Bank für das laufende Jahr wieder die Gewinnzone erreichen. Dafür werde ein strikter Sparkurs eingeschlagen. Natürlich werden die Kosten für die Restrukturierungsmaßnahmen in diesem Jahr nicht mehr so hoch ausfallen. Das Ziel könnte demnach erreicht werden.
Trotzdem sollten Sie hier vorsichtig sein. Zum Einen, weil der Bankensektor immer noch gefährdet ist und zum Anderen, weil die Commerzbank doch mehr Probleme haben könnte, als sie zugestehen will. Kein Kauf, es sei denn es kommt zu einer Übernahme durch eine andere Bank.