Coca Cola: Buffetts größte Investition
Tom Dyson in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 10. März 2010, 18:00 Uhr
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Warren Buffett machte seine erste Investition in Coca-Cola im Jahre 1988. Er kaufte für mehr als 1 Milliarde $ Coca Cola-Aktien, was etwa 6,2 Prozent der Aktien-Gesellschaft entsprach. Die Position war so groß, dass sie etwa 35 % des kompletten Aktien-Wertpapierbestandes von Berkshire Hathaway einnahm.
Warren Buffett ist als großer Anhänger Ben Grahams Lehren bekann. Graham würde gerade noch in eine Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 investieren. Coca-Cola kam aber nicht in die Nähe der strikten Value Investing-Kriterien von Ben Graham. Buffett bezahlte tatsächlich einen "Aufschlag" für Coca-Cola. Er bezahlte eine Prämie von 30 % für den Ertrag und eine Prämie von 50 % für den Cash-Flow (gemessen am Branchen-Durchschnitt).
Zwischen 1980 und 1988 stiegen Coca-Cola-Aktien jedes Jahr. In den fünf Jahren bevor Buffett Cola-Aktien kaufte, stiegen diese durchschnittlich 18 % pro Jahr, sogar nach dem großen Crash im Jahre 1987. Daher die Frage:
Wenn Coca-Cola nicht günstig war, warum kaufte Buffett dann?
"Ich suche nach einfachen Geschäften, mit einer stabilen Performance und günstigen langfristigen Aussichten" sagte er in einem Interview im Jahre 1989.
Bei Coca-Cola sah Buffett das stabilste langfristige Wachstum, das er bei einer Aktiengesellschaft finden konnte, da das Unternehmen beim Kernprodukt in den letzten 100 Jahren keine Änderungen vornahm. Als Buffett einkaufte, genoss Cola sein 25. Jahr in Folge mit wachsender Dividende.
Außerdem sah er den Aktienkurs von Cola als Schnäppchen. Die 70er Jahre waren eine Katastrophe für Cola gewesen:
- Das Unternehmen musste sich mit Abfüllmaschinen-Herstellern herumstreiten,
- Coca-Cola wurde damals beschuldigt, Wanderarbeiter in den Orangenplantagen auszunutzen,
- Umweltkampagnen machten Coca-Cola für die Umwelt-Verschmutzung verantwortlich.
- mehrere arabische Nationen verhängten ein Embargo auf Coca-Cola, nachdem das Unternehmen eine Fabrik in Israel aufgebaut hatte,
- Japaner kippten Tausende von Flaschen in die Bucht von Tokyo, als der Inhalt anfing, in den Supermarkt-Regalen zu gären.
Aber die Verteilung des Kapitals war das schlimmste „Verbrechen". Anstatt die Mittel auf den rentabelsten Bereich von Coca-Cola zu fokussieren, investierte Coca-Cola-Chef Paul Austin in Kostenfresser wie Wasserprojekte, Garnelen-Zucht und Weinkellereien.
Die Folge: Coke-Aktien liefen in den Jahren zwischen 1974 und 1980 schlechter als der S&P 500.
Roberto Goizueta übernahm 1980 die Führung des Unternehmens und drehte einige Dinge sofort um. Er ließ unproduktive Geschäfte fallen und konzentrierte sich auf den gewinnbringendsten Bereich von Coca-Cola - den Verkauf von Soda-Sirup. Ebenso fing er an, eine höhere Dividende zu zahlen, und 1984 gab Coke den ersten Aktienrückkauf von 6 Millionen Aktien bekannt. Bald danach fing Buffett an zu kaufen.
Buffett kaufte Coca-Cola-Aktien 1988. Zwischen 1989 und 1999 stieg die Marktkapitalisierung von Coca-Cola von 25,8 Milliarden $ auf 143,9 Milliarden $. Die Gesellschaft erzielte 26,9 Milliarden $ Gewinn, zahlte 10,5 Milliarden $ an die Aktionäre aus und behielt 16,4 Milliarden $ für die Re-Investition. Für jeden einbehaltenen Dollar schuf Coca-Cola sieben Dollar an Marktwert.
Ende 1999 war die Milliarden-Dollar-Investition von Buffett in Coke-Aktien fast 12 Milliarden $ wert.
Am 29. November 2006 zahlte Coca-Cola 31 Cent je Aktie aus, eine Gesamtausschüttung von 1,24 $ für 2006. Nicht besonders für eine Aktienkurs von 50 $, denke ich. Aber Buffett kaufte sein Coke-Aktien - Aktien-Splits und Dividenden sind berücksichtigt - 1988 für 3,75 $.
Für Buffett war die Dividende von 1,24 $ also in Wirklichkeit eine Dividende von 33 Prozent (!). Wenn Sie also die Chance erhalten, Aktien mit 25 Jahren Dividendenwachstum in Folge zu einem anständigen Preis zu kaufen, dann nehmen Sie sie.
Good Investing
Tom
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Uwe Rieger (10.03. 2010 19:24 Uhr):
jajaja, hinterher sind wir immer schlauer... diese Entwicklung war so wie in vielen Aktien im voraus! nich absehbar die Geschichte wird zeigen ob Buffet mit seinem GM Investment richtig lag
Antworten - Kommentar von Christian Stitz (11.03. 2010 13:11 Uhr):
Das gleiche hat 1994 mit Mc Donalds funktiniert (aus eigene Erfahrung), nur mit einer Dividendenrendite von immerhin 15%. Leider mit einem Wermutstropfen: Man mußte den Tiefkurs von 2003 auszuhalten. Meiner Meinung nach wird das seit letztem Jahr mit Starbucks genau so laufen. Aber das Interessanteste ist, daß man bei einer Rendite von 15%, alle 5,5 Jahre seinen Einsatz zurück bekommt.
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