Cobalt: 45.000 von 88.000 Tonnen weltweit kommen aus dem Kongo
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Edelmetalle
vom 17. Februar 2012, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Ihr Autor macht sich nun wieder auf die Rückreise.
Beim Thema Afrika wie bei der deutschen Geschichte denke ich gelegentlich im Konjunktiv. Hätte, wäre.
Hätten in Afrika bestimmte Staaten doch eine nicht-korrupte Regierung! Was würde ich als wohlwollender Diktator alles zum Wohle des Landes tun (man wird ja noch seine Kindheitsträume fortführen dürfen.) Leider ist es auch oft so, dass natürliche Bodenschätze keineswegs zum Wohlstand der Bevölkerung beitragen. Da reicht schon der Blick auf den Kongo. Dieses Land ist z.B. beim wichtigen strategischen Rohstoff Cobalt mit einer Jahresförderung von rund 45.000 Tonnen mit Abstand die Nummer 1 in der Welt. Die Cobalt-Produktion der gesamten restlichen Welt ist geringer. Da könnte der Kongo theoretisch einen guten Stand auf dem Weltmarkt haben, Marktmacht ausspielen etc. pp.
Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Der Kongo ist nicht gerade dafür bekannt, ein wirtschaftlich blühendes Land zu sein. (Ausnahme: Region Katanga, da geht es offensichtlich wirklich voran, ich bin einige Kilometer entfernt vorbeigefahren, blieb aber auf der sambischen Seite.)
Rohstoffe bringen dem Land insgesamt dann etwas, wenn es dort „good governance" gibt - eine gute Regierungsführung. Und im Kongo gibt es die eben leider nicht. Anders in Botswana: Dort macht die Regierung einen verantwortungsbewussten Eindruck, das Land ist stabil, Rechtsstaat und Demokratie. Liegt vielleicht auch daran, dass die Bevölkerung ethnisch homogen ist. Die Diamantenvorkommen im Lande kommen der Bevölkerung zugute, der Lebensstandard ist für afrikanische Verhältnisse hoch, die Gesundheitsversorgung zufriedenstellend. Ein Vorbild für das südliche Afrika.
*** Je nun - da ist man = Ihr Autor gelegentlich erstaunt. Wieviele Gedanken sich einige Trader´s Daily-Leser zum "Zitat des Tages" machen. So schrieb mir Trader´s Daily-Leser Luis P. zu folgendem Zitat diesen Abschnitt, den ich zwei Mal lesen musste:
"So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!" - das war natürlich eine formaljuristisch nicht angreifbare Aufforderung, seine Steuern NICHT zu zahlen! Denn zuvor verlangt Jesus: "Zeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift sind darauf? Sie antworteten: Die des Kaisers." Es handelt sich also um eine mit Reichsherrscherporträt versehene (Silber-)Münze, vermutlich geprägt von der "Zentralbank" Roms, dem Tempel der Juno (genauer: Juno Moneta). Also ein Besatzerwährung mit dem blasphemischem Abbild eines Gottkaisers, geprägt in einer polytheistischen Kultstätte - alles in allem für jeden Judäer verdammenswert. Das lässt sich historisch auch sehr schön anhand der ersten Maßnahmen der Aufständischen im Ersten (ab 66 n. Chr.) und Zweiten (ab 133 n. Chr.) Jüdischen Krieg ablesen: Einzug aller (Heiden-)Münzen und Neu- bzw. Überprägung! Die Denare kann und soll der Kaiser also ruhig mitsamt seiner Truppen ruhig wiederhaben, zugute kamen die Münzen ohnehin nur der kollaborierenden Oberschicht von Herodianern und Saduzzäern. Genau deshalb "lauerten sie [die Saduzzäer] ihm [Jesus] auf und schickten Spitzel, die sich fromm stellen und ihn bei einer (unüberlegten) Antwort ertappen sollten. Denn sie wollten ihn der Gerichtsbarkeit des Statthalters übergeben. Die Spitzel fragten ihn: Meister, wir wissen, dass du aufrichtig redest und lehrst und nicht auf die Person siehst, sondern wirklich den Weg Gottes lehrst. Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?". Und was gehört nun Gott? Neben Gehorsam natürlich die ursprünglich freiwillig erhobene (und erst durch die Saduzzäer von Roms Gnaden zwanghaft u. a. mit Hilfe der berüchtigten Zöllner eingetriebene) Tempelabgabe, die „shekalim", ein (Halb-)Schekel pro Person und Jahr, eine Silberprägung aus der phönikischen Münzprägestätte Tyros auf Basis des hellenistischen Münzfußes (daher Halbschekel = Didrachme).
Soviel für diese Woche. Den nächsten Trader´s Daily gibt es dann am Dienstag - denn Montag ist im Rheinland Feiertag, Rosenmontag! Ihr Autor macht da keine Ausnahme.
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Eckehard A Hilf (21.02. 2012 00:25 Uhr):
Das ist einerseits einfacher: Mit "Kaiser" ist jede Obrigkeit gemeint. Diese trägt, laut Paulus, Römerbrief, das Schwert "nicht umsonst", also muss sie um des Friedens willen entsprechend bezahlt werden (dass sie sich in heutiger Zeit noch andere Sachen zuschanzt, als die Friedens- und Rechtssicherung, macht sie einerseits "sozial", andrerseits ohnmächtig und mit der Zeit gefährlich und unbezahlbar). Mit "Gott" ist jenes Wesen in uns gemeint, das nicht von dieser Welt und deren erster, bewusster Repräsentant der Christus war und ist. Wie will man dem mit Geld dienen?
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