Chinesische "S-Aktien"
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 4. August 2010, 12:00 Uhr
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Heute ein „Klassiker". Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor:
Sie stehen mit einigen Freund(inn)en zusammen, z.B. beim abendlichen Bier in der Lokalität um die Ecke. Oder, alternativ: Sie sitzen mit Kolleg(inn)en beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine.
Das Gespräch kommt auf Geldanlage. Und da es sich mittlerweile allgemein rumgesprochen hat, dass China seit Jahren boomt (am 19. Juli hatte ich hier im Trader´s Daily berichet, dass es im ersten Halbjahr bei 11,1% lag)...
...wirft vielleicht der eine oder die andere folgenden Satz in die Runde: "Was ist denn eigentlich mit chinesischen Aktien?"
Wenn bekannt ist, dass Sie Mitglied der Trader´s Daily-Gemeinde sind, werden dann möglicherweise alle Augen in der Runde auf Sie gerichtet sein. Darunter vielleicht auch die einer Person, die Sie ziemlich gerne haben und deshalb positiv beeindrucken möchten.
Jetzt ist guter Rat teuer!
Um sich als würdiges Mitglied "der Gemeinde" zu erweisen, ist jetzt mehr nötig als ein unverbindliches "Ja, die müssten doch sicher eine gute Anlage sein" oder etwas in dieser Art, verbunden mit kaltem Schweiß auf der Stirn.
Was Sie sagen können, um Eindruck zu schinden, ist...
...na, das sage ich Ihnen doch nicht sofort. Denn natürlich sollen Sie auch wissen, was Sie sagen. Dazu muss ich ausholen und ein paar Worte zu den "chinesischen Aktien-Kategorien" verlieren. Also:
Wenn Sie chinesische Aktien bzw. Indizes kaufen möchten, dann sollten Sie Bescheid wissen, was es mit den Kategorien auf sich hat: „A", „B" und „H"-Aktien.
Kein Geheimnis: Seit Jahren empfehle ich, ausschließlich auf die H-Aktien zu setzen.
Die Kategorien A, B und H habe ich hier im Trader´s Daily bereits öfter besprochen. Doch neue Verwirrung droht: Es gibt auch chinesische „S"-Aktien.
Was ist denn nun das schon wieder?
Also:
Es handelt sich hier um in Singapur notierende Aktien chinesischer Unternehmen.
Interessant sind diese aus folgendem Grund: „Die Chinesen" dürfen nicht bzw. nur sehr begrenzt Geld im Ausland anlegen. Wenn Sie ein chinesischer Investor wären, könnten Sie also nicht einfach in Singapur chinesische Aktien kaufen.
Sie können stattdessen A und B-Aktien kaufen.
Und genau deshalb sind A und B-Aktien teurer als H- und S-Aktien: Denn die geballte Nachfrage der chinesischen Investoren konzentriert sich naturgemäß auf die Aktien, welche sie auch kaufen können.
H-Aktien werden in Hongkong gehandelt, und sind deutlich günstiger bewertet als die A- und B-Aktien.
Und bei S-Aktien ist es im Prinzip „das Gleiche in Grün": Hier ist es statt Hongkong eben Singapur.
Zurück zur in der Einleitung geschilderten Gesprächssituation!
Auf den oben zitierten Einwurf "Was ist eigentlich mit chinesischen Aktien?" können Sie nun so reagieren:
1. Aussage: "Ja, aber..."
2. Betont lässig erst einmal einen Schluck nehmen
3. Kurzer Blickkontakt mit der Person, welche Sie besonders gerne haben
4. Aussage fortsetzen: "...aber bloß keine A- oder B-Aktien! Nehmen Sie/nimm H-Aktien, oder vielleicht noch S-Aktien. Und natürlich mit Zertifikat abgedeckt, Märkte statt Einzeltitel, ist klar."
Die Wahrscheinlichkeit für bewundernde Blicke, anerkennendes Nicken o.ä. in Ihre Richtung dadurch drastisch erhöht.
Mittagspause. Vielleicht Zeit für die praktische Anwendung?
Ihnen nur das Beste wünschend,
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Gabriele Oberle (04.08. 2010 16:55 Uhr):
Ein Frage? Wie kann man S-Aktien oder h-Aktien ausfindig machen? Gibt es im Internet eine seite dafür?
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