Chinas wachsender Einfluss in Afrika
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 29. August 2006 20:45 Uhr
ENL5462
Der Präsident versucht seinen Einfluss auszuweiten
Insbesondere der in 2006 „wiedergewählte“ (von einer richtigen Wahl kann man hier natürlich nicht sprechen) Präsident des Tschad, Idriss Déby, der das Land 1990 als General übernahm versucht sich seinen Anteil am Ölgeschäft zu sichern. Keiner weis wie lange Déby überhaupt noch den Tschad regieren darf. Das er im Amt bleiben kann hat er vor allem den im Tschad stationierten französischen Truppen zu verdanken.
Hinter alledem könnte China stecken
Im Juli meldete China ein jährliches Wachstum seines Ölverbrauchs um 15 % gegenüber dem Vorjahr und es ist kein Geheimnis mehr, dass China vor allem das völlig vernachlässigte Afrika für seine zunehmende internationale wirtschaftspolitische Machtausweitung nutzt. Am 6. August fand ich eine wichtige Meldung, dass der Tschad seine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan beenden würde und sich stattdessen China zuwenden werde. China bietet vielen afrikanischen Staaten im Zuge seines Wirtschaftsbooms lukrative Hilfspakete sowie Handels- und Investitionsgeschäfte. Im Gegenzug sichert sich China den Zugriff auf afrikanische Rohstoff- und hier vor allem die begehrten Ölvorkommen.
Insbesondere mit dem benachbarten Sudan, mit welchem sich Tschad auf Kriegsfuss befindet, arbeitet China bereits eng zusammen und kauft rund 2/3 der gesamten sudanesischen Ölförderung auf. Aktuell fördert der Sudan noch 360.000 Barrel täglich wird diese Förderung jedoch noch in diesem Jahr auf 500.000 Barrel pro Tag erhöhen.
Schlussfolgerung - Aktien von chinesischen Rohölförderern bevorzugen
Die Situation im Tschad hat für mich einmal mehr deutlich gemacht, wie anfällig internationale Ölkonzerne in Bezug auf politische Entscheidungen geworden sind. Insbesondere die US-amerikanischen Rohölkonzerne genießen international einen sehr zweifelhaften Ruf und sind sehr oft Gegenstand einer schlechten Presse. Wenn sich nun im Zuge der geopolitischen Machtverschiebungen immer mehr chinesische Interessen durchsetzen werden, so sind es insbesondere die 3 chinesischen staatlich kontrollierten Ölförderer, die von dem Ölboom profitieren. Als Anleger sollten Sie diese Entwicklungen in jedem Fall mit im Auge halten.
Stellvertretend für diese Argumentation habe ich einmal den Chart von ExxonMobil mit der chinesischen Petrochina verglichen:
Während die Aktie von ExxonMobil in den letzten 5 Jahren um rund 100 % zulegen konnte, stieg die Aktie von Petrochina um mehr als 400 %!
Ihr
Andreas Lambrou

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