Chinas unstillbarer Durst – Teil 2 von 2
Brian Durrant in Traders Daily zum Thema Global Anlegen
vom 01. Februar 2007 12:00 Uhr
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Doch hat Afrika weit mehr als einen Käufer für die Rohmaterialien gefunden. Es hat eine neue Quelle für Unterstützung und Investitionen gefunden. China ist heute die größte Hilfsquelle Afrikas. Allein in diesem Jahr hat man Kredite im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar an das Afrika südlich der Sahara zugesagt. Im Vergleich dazu gaben die USA Kredite von 3,5 Milliarden Dollar, Frankreich von 3 Milliarden Dollar und die Weltbank von 2,7 Milliarden. Diese Investitionen sind oft ein Eintrittsticket. So war z.B. in Nigeria das chinesische Versprechen 4 Milliarden Dollar in Raffinerien und Kraftwerke zu investieren, an die Sicherung von Ölrechten gekoppelt. In Angola soll ein Kredit über 4 Milliarden Dollar zu geringen Zinsen, um den Wideraufbau der Infrastruktur nach Jahrzehnten des Krieges zu finanzieren, mit Öl zurückgezahlt werden.
Die Nationen Afrikas haben festgestellt, dass Geschäfte mit China weniger Komplikationen bedeuten als Geschäfte mit dem Internationalen Währungsfonds, wo die Kredite teilweise an gute Regierung und die Menschenrechtsberichte gekoppelt sind. China hat Afrika auch mit Arbeitern in Strohhüten aus dem Reich der Mitte geflutet.
Es gibt geschätzte 44.000 chinesische Arbeiter in Namibia. Die Chinesen bauen eine Zugtrasse in Angola von der Hauptstadt Luanda in die östliche Provinz Malange. Es gibt auch zahlreiche chinesische Händler, die billige Elektronik, Plastikprodukte und Textilien, die in China hergestellt wurden verkaufen und die ortsansässigen Händler und Hersteller im Preis unterbieten.
Bedenkt man jedoch die unbefriedigenden Menschenrechtsberichte aus China, dann ist es nicht überraschend, dass es die niederträchtigsten Regimes in Afrika unterstützt. Als die westlichen Nationen Sanktionen gegen Robert Mugabes Simbabwe aussprachen, trat China mit Hilfe, Waffen und elektronischer Kommunikationstechnologie für den korrupten Tyrannen dazwischen. Von diesem Moment an startete Mugabe die Operation Murambatsvina, bei der die Häuser und Geschäfte von 700.000 zerstört wurden. China brach alle Versuche einer Diskussion, ganz zu schweigen von einer Aburteilung vor dem UN Sicherheitsrat ab.
Und Chinas Leistungen im Sudan sind genauso schlecht. Als es 2004 hieß, die sudanesische Regierung haben den Genozid in Dafur befördert, widersetzte sich China der militärischen Intervention durch die UN und investierte stattdessen im gleichen Jahr 140 Millionen in das Land, drei Mal so viel wie jeder andere Spender. Als Gegenleistung wurde China zum größten Exportmarkt des Sudan.
Aber Chinas Hilfe und Unterstützung für die Nationen Afrikas bei der UN kommt mit einer wichtigen Vorkehrung: der Aufgabe ihrer Anerkennung von Taiwan. Bislang erweisen 48 afrikanische Länder Peking Ehrerbietungen, was uns zu den Präsidentschaftswahlen in Sambia zurückbringt.
Basierend auf der Vermutung, dass Michael Sata, der wichtigste Kandidat der Opposition, Taiwan anerkannt hätte, sagte der chinesische Botschafter, er wolle darüber nachdenken, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen, falls Sata gewonnen hätte. Das ist gleichbedeutend mit einer Einmischung Chinas in die inneren Angelegenheiten eines souveränen afrikanischen Landes.
Im Westen wird es noch viel Händeringen über die eigene Ohnmacht bei diesen Themen geben, aber die Handlungen der westlichen Regierungen sind teilweise dafür verantwortlich zu machen. Der Krieg im Irak hat den Westen zu sehr beschäftigt. Ganz egal, ob es eine Mission war, die Ölvorräte des Westens zu sichern, den Irakern Sicherheit zu bringen oder Freiheit und Demokratie in dieser Region zu verbreiten, man ist in allen Bereichen gründlich gescheitert. Und es gibt weitere diplomatische und strategische Kosten für den Westen. Während Bush und Blair den Westen im Irak festgefahren hat, ist China den westlichen Interessen in Afrika zuvorgekommen.
Mit der Folge, dass China einen zunehmend festeren Zugriff auf die Ölvorräte und den politischen Einfluss in dieser Region hat. Dem Westen wird es noch leid tun, dass er seine erste „Regime-Wechsel“ Karte so unfähig ausgespielt hat.