Chinas Infrastrukturwachstum ist ein Industriemetallverbrauchswachstum
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 22. Dezember 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wir alle wissen, dass Chinas Volkswirtschaft die mit Abstand größte Bedeutung in Bezug auf das Nachfragewachstum von Industriemetallen zukommt. Bereits vor der akuten Phase der Krise an den Finanz- und Kreditmärkten, also schon bevor die Industrienationen neuerdings in eine Rezession übergegangen sind hatte sich China zum größten Industriemetallverbraucher der Welt gemausert.
Betrachten Sie zur Veranschaulichung folgende Grafik:
Quelle: Tiger & Dragon
Aber das war vor der Krise. Mittlerweile teilt sich das Denken offenbar allerdings in die Zeit vor und die Zeit nach der Krise. So ist es nur Recht und billig zu fragen, was denn aus dieser chinesischen Vorreiterrolle im kommenden Jahr - dem Jahr 1 nach dem Knüpfen des Kreditmarktknotens - wird.
Nun, ich sagen Ihnen gleich was ich denke: China wird diese Rolle als wichtigste Verbrauchswirtschaft von Industriemetallen nicht nur beibehalten, sondern mit Sicherheit noch ausbauen.
Dafür garantiert schon einmal das 586 Milliarden USD schwere Konjunkturprogramm
Wir alle wissen dass Chinas Konjunkturprogramm vor allem auf die Stärkung des Binnenmarktes und die Unterstützung des Infrastrukturwachstums ausgerichtet ist. Das ist an sich nichts Neues! Denn Chinas Wachstum ist schon seit Jahren ein Infrastrukturwachstum. Und nun sorgt die Zentralregierung schlicht dafür, dass auch während die Industrienationen mit der Rezession kämpfen, in China weiterhin Straßen, Häuser, Eisenbahnschienen und Stromkraftwerke gebaut werden.
Wir alle wissen aber auch, dass ein solches Infrastrukturwachstum aber vor allem eines benötigt: einen hohen Verbrauch an Industriemetallen. Ohne Nickel keine Stahlträger, ohne Kupfer keine Leitungen und Dächer usw.